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„Kuschelatmosphäre“

Katze findet in Baumarkt neues Zuhause – und begeistert Kundschaft und Mitarbeitende

Katze Lotti: Anfangs hielt sie sich nur draußen auf, nun streift sie durch den Baumarkt.
Katze Lotti: Anfangs hielt sie sich nur draußen auf, nun streift sie durch den Baumarkt. Marcus Brandt/dpa
In einem Baumarkt in Schleswig-Holstein ist eine Katze eingezogen. Dort erfreuen sich täglich Kundschaft und Mitarbeitende an ihr – und umsorgen sie liebevoll.

Im schleswig-holsteinischen Plön hat sich Lotti den Baumarkt als ihren täglichen Aufenthaltsort ausgesucht und die Herzen der Menschen vor Ort erobert. Vor rund zwei Jahren tauchte die Katze zum ersten Mal auf, berichtet Jennifer Scheel, die im Markt arbeitet und von den Kolleginnen und Kollegen liebevoll „Katzenmutti“ genannt wird. Anfangs streifte Lotti nur über den Hof und sonnte sich dort.

Seit dem vergangenen Sommer erscheint Lotti nun täglich auch im Markt, schlendert durch die Gänge vorbei an Schrauben, Blumenerde und Glühbirnen und wird von den Mitarbeitenden mit Leckerlis verwöhnt. Die inzwischen 18 Jahre alte Katze verbringt jedoch die meiste Zeit an ihrem festen Platz: auf einer Decke zwischen den Regalen, wo auch ihr Futternapf steht.

Schlafplatz in Holzhütte auf dem Hof

Gelegentlich macht sich Lotti auch auf den Weg zur nahegelegenen Tankstelle. Dort ist sie ebenfalls gern gesehen. „Auf einmal ist Lotti aufgetaucht, kam hier rein und hat sich hingelegt“, sagt Bodo Bucherer, Angestellter in der Tankstelle. Seitdem komme und gehe die Katze, wie sie möchte.

Für die Nacht hat Lotti auf dem Hof des Baumarkts eine kleine Holzhütte als Schlafplatz. Mitarbeitende und Kunden haben diese gemeinsam für sie eingerichtet – mit Decke, Kuschelteddy und einer Isolierung für kalte Nächte. Im Markt selbst könne Lotti nachts nicht bleiben, erklärt Michael Schröder, stellvertretender Marktleiter. Das sei wegen der Alarmsysteme nicht möglich.

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Baumarkt-Mitarbeiter kümmern sich um Lotti

Lotti stammt aus der Nachbarschaft, erzählt Scheel. Den Baumarkt habe sie sich selbst zu ihrem Zuhause gemacht – ganz so, wie Katzen es häufig handhaben. Kundinnen und Kunden reagierten sehr positiv auf die tierische Mitbewohnerin. Das Tier sei wie ein „Entschleuniger“ und sorge für eine Art „Kuschelatmosphäre“, sagt Scheel.

Nur einmal gab es eine unangenehme Situation: Ein Kunde wollte Lotti streicheln, worauf sie ihm mit der Tatze durchs Gesicht fuhr. „Lotti lässt nicht alles mit sich machen und zeigt auch gerne mal ihre Krallen, wenn es ihr zu viel wird“, sagt Scheel. „Ansonsten ist sie aber sehr ruhig und zurückhaltend, liegt gerne rum, döst und erkundet den Markt.“ Viele Kundinnen und Kunden freuen sich über Lotti und erkundigen sich nach ihr, berichtet Scheel. Pec Arsen, Stammkunde im Baumarkt, sagt: „Ich gehe ihr immer Hallo sagen, wenn ich komme. Ich finde das schön – das gibt’s nicht in jedem Baumarkt“.

Lotti hört auf das Wort „Feierabend“

Gleich am Eingang informiert ein Hinweisschild über die Anwesenheit der Katze. Allergiker können sich dort kostenlos eine Maske ausleihen, erklärt Scheel. Unter der Woche teilen sich die Mitarbeitenden die Versorgung von Lotti. Am Wochenende stimmen sich die Kolleginnen und Kollegen so ab, dass die Katze an jedem Tag gut betreut ist.

Wenn am Abend der Markt schließt, gilt das auch für Lotti: „Feierabend!“. Ein Mitarbeiter habe ihr das Wort beigebracht, erzählt Scheel. Wenn sie es hört, wisse sie, es ist Zeit zu gehen.