Hund hat Schmerzen: Diese Warnsignale übersehen viele Halter laut Studie
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Natürlich willst du wissen, ob es deiner geliebten Fellnase gut geht. Doch leider lassen sich Schmerzen bei einem Hund nicht immer sofort erkennen. Häufig beginnen Erkrankungen mit einem leichten Unwohlsein und verschlimmern sich, wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird. Viele Hundehalterinnen und Hundehalter gehen davon aus, dass sie selbst subtile Schmerzsignale bei ihrem Vierbeiner besser bemerken als Menschen ohne Hund. Genau das ist jedoch nicht zwingend so, wie eine aktuelle Studie der Universität Utrecht zeigt.
Studie zeigt: Hundebesitzer erkennen subtile Schmerzsignale nicht immer besser
Ein Team um Silvia Gardeweg und Ineke van Herwijnen legte 530 Hundebesitzern sowie 117 Personen ohne Hund Fragebögen vor. Darin sollten die Teilnehmenden einschätzen, wie wahrscheinlich bestimmte Auffälligkeiten mit Schmerzen und Missempfindungen beim Hund zusammenhängen. Grundlage war eine Liste mit 17 subtilen Hinweisen, die eine Gruppe um den britischen Forscher und Tierarzt Daniel Mills bereits 2024 identifiziert hatte.
Welche Anzeichen für Schmerzen beim Hund oft falsch eingeordnet werden
Hundebesitzer hielten das „Abwenden des Kopfes oder Körpers“ und zeitweiliges Erstarren („Freezing“) seltener als hundelose Menschen für wahrscheinliche Schmerzanzeichen. Die Forschenden vermuten, dass viele Halterinnen und Halter ein solches Verhalten eher als Stress- oder Angstsymptom deuten.
Anders sah es bei einem anderen Warnsignal aus: Wenn ein Hund wiederholt Oberflächen ableckt, erkannten Hundebesitzer dies häufiger korrekt als Hinweis auf Unwohlsein. Tatsächlich gilt dieses Verhalten als möglicher Hinweis auf Probleme im Magen-Darm-Bereich.
Deutliche Schmerzen beim Hund werden meist erkannt
Im zweiten Teil der Studie schilderten die Forschenden den Fall eines Hundes mit schmerzhaft verrenkter Kniescheibe (Patellaluxation), ohne dass die Befragten die Diagnose kannten.
Der Hund hob das betroffene Bein, hüpfte auf drei Beinen, vermied es, auf das Sofa zu springen, und zog sich stattdessen in seinen Hundekorb zurück. 97 Prozent der Hundebesitzer erkannten, dass das Tier Schmerzen hatte. Damit lagen sie sogar leicht vor den Vergleichspersonen, von denen 92 Prozent die Beschwerden richtig einordneten.
Leichte Schmerzsymptome beim Hund bleiben oft unbemerkt
Bei einem zweiten Hund zeigte sich ein anderes Bild. Das Tier litt an einer Knochenentzündung (Panosteitis), zeigte aber nur ein leichtes Schmerzverhalten. So war der Hund anhänglicher als sonst, lief den Besitzern ständig hinterher und rollte sich zum Schlafen nicht wie gewohnt zusammen, sondern rannte nachts umher.
Nur rund die Hälfte der Hundehalter hielt Schmerzen in diesem Fall für „sehr wahrscheinlich“. Damit schnitten sie genauso schlecht ab wie Personen ohne Hund.
Eigene Schmerzerfahrung kann beim Erkennen helfen
Menschen, die selbst bereits durch einen Unfall, eine Erkrankung oder eine medizinische Behandlung anhaltende Schmerzen erlebt hatten, stuften einige mögliche Warnsignale wie Persönlichkeitsveränderungen oder häufiges Blinzeln eher als relevant ein. Das deutet darauf hin, dass eigene Schmerzerfahrungen helfen können, subtile Anzeichen für Unbehagen beim Hund besser zu erkennen.
Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass auch spezielle Schulungen sinnvoll sein können. Denn mit gezieltem Wissen lässt sich der eigene Schmerzradar bei Hunden offenbar schnell verbessern.
Das Original zu diesem Beitrag "Erkennen Sie, ob Ihr Hund Schmerzen hat?" stammt von Spektrum.de.
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