Atemprobleme bei Hunden: Warum nicht nur Mops und Bulldogge betroffen sind
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Kurze Schnauze, runder Kopf, große Augen: Was viele an kurzköpfigen Hunden niedlich finden, kann für deinen Hund zur Belastung werden. Denn Atemprobleme bei Hunden sind offenbar weiter verbreitet als viele Halterinnen und Halter denken – und treffen nicht nur Mops oder Bulldogge.
Eine große Auswertung aus Großbritannien zeigt: Selbst bei beliebten Familienhunden kommen auffällige Atemgeräusche und klinisch relevante Atemstörungen vor. Entscheidend ist dabei nicht nur die Schnauzenlänge, sondern auch Faktoren wie Gewicht, Nasenform und bestimmte Schädelproportionen, wie das Portal „Smart Up News“ berichtet.
Cambridge-Studie zu BOAS: So wurde getestet
Für die Untersuchung analysierte ein Team der University of Cambridge 898 Hunde aus 14 kurzköpfigen Rassen im Alter von ein bis 15 Jahren. Alle Tiere absolvierten einen standardisierten dreiminütigen Belastungstest. Tierärzte hörten die Atmung vor und nach der Bewegung ab und ordneten die Hunde in vier Schweregrade ein:
- Grad 0: keine Auffälligkeit
- Grad 2 und 3: klinisch relevant
Im Fokus stand das Brachyzephale Obstruktive Atemwegssyndrom (BOAS) – eine chronische Atemwegserkrankung bei kurzköpfigen Hunden. Zum Vergleich wurden außerdem ältere Daten zu Mops, Französischer Bulldogge und Englischer Bulldogge herangezogen: Bei diesen Rassen waren nur rund sieben bis knapp elf Prozent völlig unauffällig.
Diese 12 beliebten Rassen gelten als besonders gefährdet
Am schlechtesten schnitten Pekinese und Japan Chin ab: Nur 10,9 Prozent der Pekinesen und 17,4 Prozent der Japan Chin zeigten keine Atemgeräusche – ähnlich ungünstig wie bei den bekannten Problemrassen.
Als moderat gefährdet stuften die Forschenden außerdem diese fünf Rassen ein, weil in den Gruppen mindestens die Hälfte der untersuchten Hunde messbare Atemgeräusche zeigte:
- Boston Terrier
- Shih Tzu
- Griffon Bruxellois
- King Charles Spaniel
- Dogue de Bordeaux
Besser schnitten insgesamt Staffordshire Bullterrier, Chihuahua, Boxer, Affenpinscher und Pomeranian ab – trotzdem gab es auch dort einzelne klinisch relevante Fälle.
Nicht nur die kurze Schnauze zählt: Gewicht und Nasenlöcher spielen mit rein
Die Studie macht deutlich: Das Risiko für Atemprobleme bei kurzköpfigen Hunden hängt nicht allein an der extrem kurzen Schnauze. Ein Beispiel ist der King Charles Spaniel: Trotz sehr flacher Gesichtsform waren rund 40 Prozent ohne auffällige Atmung.
In der Gesamtauswertung waren drei Punkte besonders wichtig:
- Übergewicht
- verengte Nasenlöcher
- bestimmte Schädelproportionen
Hunde mit höherem Body-Condition-Score hatten ein 1,8-fach erhöhtes Risiko für Atemstörungen. Auch die Nasenlöcher waren auffällig: Bei Pekinesen hatten nur 5,8 Prozent offene Nasenlöcher, beim Japan Chin 17,8 Prozent. Moderate und schwere Engstellen standen klar mit Atemproblemen in Zusammenhang.
Jede Rasse hat ein eigenes Risikoprofil – und es gibt weitere Atemthemen
Kein einzelner Faktor erklärt BOAS vollständig: Schädelproportion, Nasenform und Gewicht erklärten zusammen nur rund 20 Prozent der Unterschiede zwischen betroffenen und gesunden Hunden, die Kopfform allein lag bei etwa 16 Prozent. Deshalb betonen die Forschenden, dass jede Rasse ein eigenes Risikoprofil hat – wichtig für Zuchtprogramme und Gesundheitschecks.
Zusätzlich fiel ein weiterer Befund auf: Rund 26 Prozent der Affenpinscher zeigten Anzeichen eines Luftröhrenkollapses – mit einem typischen, gänseähnlichen, hupenden Husten durch eine verengte Luftröhre (nicht direkt BOAS, aber ebenfalls ein Atemproblem).
Für dich als Halterin oder Halter heißt das: Schnarchen, Röcheln oder schnelle Ermüdung sind nicht einfach „rassetypisch“, sondern mögliche Warnzeichen. Eine tierärztliche Untersuchung kann klären, wie stark dein Hund betroffen ist – und seine Lebensqualität spürbar verbessern.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.
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