Neue Studie zeigt, warum Freigänger-Katzen im Durchschnitt bis zu drei Jahre kürzer leben
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Katzen mit unkontrolliertem Freigang sind deutlich mehr Risiken ausgesetzt als Tiere, die im Haus oder auf gesichertem Gelände leben. Das zeigt eine Studie, die im April im Fachjournal „Global Ecology and Conservation“ erscheint. Im Fokus stehen dabei nicht nur mögliche Folgen für Wildtiere, sondern vor allem die Gesundheit und das Wohlbefinden der Katzen selbst. Das Forschungsteam um Michael C. Calver kommt zu dem Schluss, dass Freigänger häufiger schwere Verletzungen, Infektionen und Vergiftungen erleiden und im Schnitt früher sterben.
Neue Studie zu Freigänger-Katzen: Das sind die größten Risiken
Für ihre Analyse werteten die Forschenden zahlreiche internationale Studien zu Verletzungen, Krankheiten, Vergiftungen und Lebenserwartung von Hauskatzen aus. Besonders häufig treten dabei traumatische Verletzungen auf. Dazu zählen vor allem:
- Verkehrsunfälle
- Angriffe anderer Tiere
- Stürze
- Infektionskrankheiten
- Vergiftungen
Betroffen sind laut Studie vor allem junge Katzen und Kater, die größere Strecken zurücklegen und häufiger in riskante Situationen geraten. Die Autorinnen und Autoren weisen außerdem darauf hin, dass viele Tiere nach Unfällen gar nicht mehr in einer Praxis vorgestellt werden. Dadurch könnten die tatsächlichen Risiken sogar unterschätzt werden.
Freigang erhöht auch das Risiko für Krankheiten
Neben Verletzungen spielen Infektionen eine wichtige Rolle. Katzen mit Freigang kommen häufiger mit anderen Tieren und Krankheitserregern in Kontakt. Das erhöht das Risiko für verschiedene Erkrankungen und Parasiten. In mehreren ausgewerteten Studien waren frei laufende Katzen häufiger betroffen als Tiere in reiner Innenhaltung.
Auch Vergiftungen gehören zu den relevanten Gefahren. Katzen können draußen giftige Stoffe aufnehmen, etwa über Köder, Chemikalien oder belastete Beutetiere. Gleichzeitig betonen die Forschenden, dass auch Wohnungskatzen nicht automatisch geschützt sind, da im Haushalt ebenfalls Gefahrenquellen existieren.
Katzen mit Freigang leben im Schnitt kürzer
Eine weitere Erkenntnis: Katzen in gesicherter Haltung leben im Durchschnitt etwa zwei bis drei Jahre länger. Insgesamt erreichen Freigänger damit oft nur rund 70 bis 80 Prozent der Lebensspanne von Katzen, die nicht unkontrolliert draußen unterwegs sind.
Dabei geht es nicht nur um die Lebensdauer. Verletzungen können auch langfristige Folgen wie chronische Schmerzen oder eingeschränkte Beweglichkeit haben.
Wohnungshaltung funktioniert nur mit der richtigen Umgebung
Die Studie macht gleichzeitig deutlich, dass eine reine Wohnungshaltung nicht automatisch ideal ist. Ohne ausreichend Bewegung und Beschäftigung können gesundheitliche Probleme wie Übergewicht oder Verhaltensauffälligkeiten entstehen.
Entscheidend ist daher, dass du die Umgebung aktiv gestaltest – etwa durch Klettermöglichkeiten, Rückzugsorte, Spiel und gesicherte Außenbereiche wie Balkon oder Garten.
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