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Steuern zahlen

Nicht angemeldete Tiere können teuer werden: In dieser Stadt startet die Hundezählung

Hund liegt auf Sofa: Für jedes Tier müssen Steuern gezahlt werden.
Hund liegt auf Sofa: Für jedes Tier müssen Steuern gezahlt werden. Getty Images
In Dorsten (NRW) beginnt am Montag die Hundezählung. Wer sein Tier nicht angemeldet hat, muss mit Nachzahlung und Bußgeld rechnen.

Ab dem 13. April 2026 startet in Dorsten eine neue Hundezählung. Die Stadt will damit überprüfen, ob alle Hunde im Stadtgebiet korrekt zur Hundesteuer angemeldet sind. Wer seinen Hund bislang nicht gemeldet hat, sollte jetzt schnell handeln – denn neben einer rückwirkenden Nachzahlung kann auch ein Bußgeld fällig werden.

Darüber berichtet die „Dorstener Zeitung“ und verweist darauf, dass die Erfassung bis voraussichtlich 17. Juli 2026 laufen soll. Für viele Halterinnen und Halter ist das relevant, weil ein beauftragter Dienstleister Haushalte persönlich aufsuchen wird. Ziel ist es, nicht registrierte Hunde im Stadtgebiet zu erfassen und so die Steuergerechtigkeit sicherzustellen.

Hundezählung in Dorsten startet Mitte April

Die Stadt Dorsten erklärt in ihrer Mitteilung, dass zum Stichtag 31. Dezember 2025 insgesamt 6.386 Hunde gemeldet waren. In 4.877 Haushalten lebte jeweils ein Hund, in 684 Haushalten waren es zwei oder mehr Tiere. Gleichzeitig geht die Verwaltung davon aus, dass darüber hinaus weitere Hunde nicht angemeldet sein könnten. Darauf deutet die letzte Bestandserfassung aus dem Jahr 2013 hin, bei der rund 1.000 zusätzliche Tiere festgestellt wurden.

Nun soll eine solche Kontrolle wiederholt werden. Mitarbeitende des beauftragten Dienstleisters besuchen dafür bewohnte Meldeadressen im gesamten Stadtgebiet. Als Datengrundlage dienen Straßenname, Hausnummer und die Nachnamen volljähriger Bewohnerinnen und Bewohner. Namen von Personen mit Auskunftssperre wurden nach Angaben der Stadt nicht weitergegeben.

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So läuft die Kontrolle bei der Hundesteuer in Dorsten ab

Für Halterinnen und Halter wichtig: Die Kontrolleurinnen und Kontrolleure können sich ausweisen, dürfen aber keine Wohnungen betreten. Befragt werden ausschließlich volljährige Bewohnerinnen und Bewohner. Minderjährige sowie Nachbarinnen und Nachbarn sollen keine Angaben zur Hundehaltung machen.

Wird beim ersten Besuch niemand angetroffen, folgt ein zweiter Versuch zu einem späteren Zeitpunkt. Bleibt auch dieser erfolglos, hinterlassen die Mitarbeitenden ein Informationsschreiben im Briefkasten. Darin geht es um die bestehende Hundesteuerpflicht sowie um die Möglichkeit, einen bislang nicht erfassten Hund nachzumelden.

Nicht angemeldeter Hund: Was Dorsten Halterinnen und Haltern rät

Die Stadt Dorsten formuliert dabei eine klare Warnung: „Wer dies bisher versäumt hat, sollte die Anmeldung mit einem Nachweis zum Beginn der Hundehaltung möglichst zeitnah nachholen.“ Wer also einen Hund hält, ihn aber bislang nicht angemeldet hat, sollte nicht auf den Besuch der Kontrolle warten.

Denn für nicht erfasste Hunde muss die Steuer rückwirkend gezahlt werden. Zusätzlich ist die fehlende Anmeldung eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem empfindlichen Bußgeld geahndet werden kann. Wer seinen Hund jedoch noch vor einer Erfassung im Rahmen der Bestandsaufnahme meldet, dem will die Stadt zufolge auf die Einleitung eines Bußgeldverfahrens verzichten.

Außerdem muss bei der Anmeldung belegt werden, seit wann der Hund im Haushalt lebt, etwa durch einen Kaufvertrag oder einen vergleichbaren Nachweis. Liegt ein solcher Beleg nicht vor, kann die Steuer geschätzt werden.

So hoch ist die Hundesteuer in Dorsten

Die Hundesteuer beträgt in Dorsten seit 2013 unverändert 108 Euro pro Jahr für einen Hund. Für zwei Hunde werden jeweils 120 Euro fällig, bei drei oder mehr Hunden beträgt die Steuer 132 Euro je Tier. Für gefährliche Hunde oder Hunde bestimmter Rassen gilt jeweils der vierfache Steuersatz.

Grundsätzlich steuerpflichtig sind alle Hunde, die im eigenen Interesse oder im Interesse anderer Haushaltsangehöriger gehalten werden. Das gilt auch für Menschen, die Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung beziehen. Nur wenige Ausnahmen sind vorgesehen, zum Beispiel für Hunde, die ausschließlich blinden, gehörlosen, hilflosen oder außergewöhnlich gehbehinderten Personen helfen. Auch für Tiere, die nachweislich im Rettungs- oder Katastrophendienst eingesetzt werden, sind Befreiungen oder Ermäßigungen möglich.

Wofür die Einnahmen aus der Hundesteuer verwendet werden

Nach Angaben der Stadt Dorsten nimmt die Kommune durch die Hundesteuer rund 730.000 Euro jährlich ein (Stand 2025). Das Geld fließt in den allgemeinen Haushalt und finanziert öffentliche Aufgaben wie Schulen, Kitas, Sport und Kultur mit. Gleichzeitig nennt die Stadt auch Ausgaben, die unmittelbar mit Natur- und Tierwohl zu tun haben.

Dazu gehören unter anderem rund 235.000 Euro pro Jahr für das Tierheim in Dorsten. Hinzu kommen 34.500 Euro jährlich für die Biologische Station des Kreises Recklinghausen in Lembeck. Außerdem unterhält die Stadt an beliebten Gassistrecken rund 160 Kotbeutelspender und Mülleimer. Eines macht die Verwaltung dabei zugleich deutlich: Mit der Hundesteuer kaufen sich Halterinnen und Halter nicht davon frei, Hundekot liegen zu lassen.