Wenn Menschen streiten: „Hunde und Katzen sind äußerst sensibel für emotionale Veränderungen”
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Zu Hause gibt es manchmal Streit: Stimmen werden lauter, Bewegungen hektischer, Türen fallen härter ins Schloss. Für Hunde und Katzen bleiben solche Momente nicht unbemerkt. Stress, Streit oder anhaltende Anspannung können ihr Verhalten und Wohlbefinden beeinflussen, erklärt Tierärztin Adelaida Gómez im Interview mit der spanischen Tageszeitung „La Vanguardia“.
Entscheidend sei dabei nicht, ob ein Hund oder eine Katze den Inhalt einer Auseinandersetzung versteht. Nach Einschätzung der Tierärztin nehmen die Tiere vielmehr das gesamte Umfeld wahr. Sie reagieren auf Tonlage, Lautstärke, angespannte Körperhaltung, abrupte Bewegungen oder Veränderungen im Körpergeruch, die mit Stress zusammenhängen können.
„Hunde und Katzen sind äußerst sensibel für emotionale Veränderungen innerhalb des Zuhauses. Sie spüren, dass etwas geschieht, noch bevor die Situation für uns offensichtlich ist“, erklärt Gómez.
Warum Hunde bei Streit vermitteln wollen
Gerade Hunde zeigen Stress oft sichtbarer als Katzen. Gómez erklärt dieses Verhalten mit der Bindung zum Menschen und dem Bedürfnis, die soziale Gruppe zusammenzuhalten.
„Sie versuchen, die Spannung zu verringern, indem sie Körperkontakt suchen, ablenken oder sich zwischen die Menschen stellen“, sagt Gómez in der „La Vanguardia“. Solche Reaktionen entstehen demnach nicht aus einem Verständnis für den Streitgrund, sondern aus der Wahrnehmung einer belasteten Atmosphäre.
Wenn Hunde und Katzen über längere Zeit Konflikten ausgesetzt sind, kann das laut der Tierärztin Folgen haben: Angst, Unsicherheit, reaktives Verhalten oder Veränderungen im Umgang mit Menschen sind möglich.
Katzen ziehen sich bei Konflikten oft zurück
Katzen reagieren auf angespannte Situationen im Haushalt häufig anders als Hunde: Sie verschwinden eher aus der Situation. Für Halterinnen und Halter kann es dadurch schwieriger sein, Belastung zu erkennen.
„Katzen ziehen sich meist zurück oder verstecken sich, aber das bedeutet nicht, dass es sie weniger betrifft“, sagt die Tierärztin. Viele Katzen erlebten solche Situationen eher still.
Auch deshalb hält Gómez es für wichtig, Tiere nicht als unbeteiligte Beobachter des Familienlebens zu betrachten. Das emotionale Klima im Haushalt gehört für Hunde und Katzen zu ihrer direkten Sicherheitsumgebung. Gerät diese Sicherheit ins Wanken, kann sich das auf ihr Verhalten auswirken.
Was Hunde und Katzen in angespannten Haushalten brauchen
Gómez rät Halterinnen und Haltern, Konflikte möglichst ohne Schreien auszutragen, Routinen beizubehalten und den Tieren einen sicheren Rückzugsort anzubieten. So lasse sich ihr emotionales Wohlbefinden besser schützen.
Sie macht außerdem deutlich, dass beim Wohlbefinden von Hunden und Katzen nicht nur Futter und körperliche Gesundheit zählen. Auch die emotionale Stabilität im Alltag spielt eine Rolle, wenn Tiere sich in ihrem Zuhause sicher fühlen sollen.
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