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Hauseinsturz in Görlitz: So sucht Labrador Capper nach Überlebenden

Josephine Hartmann, Rettungshundestaffel Sachsen Ost, und der Labrador Capper während einer Pause am Einsatzort.
Josephine Hartmann, Rettungshundestaffel Sachsen Ost, und der Labrador Capper während einer Pause am Einsatzort. Sebastian Kahnert/dpa
Nach dem Hauseinsturz in Görlitz suchen Einsatzkräfte weiter nach Vermissten. Auch Suchhund Capper hilft – seine Ausbildung dauert mehrere Jahre.

Bei der Suche nach den Vermissten in den Trümmern des eingestürzten Wohnhauses in Görlitz (Sachsen) verlassen sich die Einsatzkräfte seit Beginn auch auf eigens trainierte Hunde wie den vier Jahre alten Capper. Zu Beginn waren fünf sogenannte Lebendsuchhunde vor Ort, inzwischen sind es noch zwei, sagte Josephine Hartmann der Deutschen Presse-Agentur. „Das sind Hunde, die wirklich nur lebende Personen unter den Trümmern anzeigen.“

Überlebenschancen sinken mit der Einsatzdauer

Die Zahl der eingesetzten Hunde wurde im Verlauf der Tage schrittweise verringert. „Je länger aber der Einsatz geht, desto mehr schwinden natürlich die Überlebenschancen und desto weniger Sinn macht es dann auch die Lebendsuchhunde einzusetzen“, betonte die Hundeführerin. Hinzu komme, dass die Trümmer inzwischen weitgehend abgetragen seien und die Hunde deshalb keine weiteren Hinweise mehr liefern könnten.

Labrador Capper war unmittelbar nach dem Einsturz am Unglücksort und sucht dort nach Anzeichen für lebende Menschen. In den ersten 24 Stunden habe es fünf bis sechs Suchgänge gegeben, derzeit suche der Hund rund 20 Minuten und lege danach etwa drei Stunden Pause ein.

Dreijährige Ausbildung für Suchhunde im Einsatz

Die Ausbildung nehme ungefähr drei Jahre in Anspruch, erklärte Hartmann. In dieser Zeit lernen die Tiere, sich sicher über Trümmer zu bewegen und zugleich Hinweise wahrzunehmen. Außerdem müssen die Hunde zwischen einer vermissten Person und den zahlreichen Einsatzkräften unterscheiden, die sich ebenfalls auf den Trümmern bewegen.

In Sachsen gibt es für die Hunde pro Jahr etwa 40 Einsätze. „Das sind Vermisstensuchen etwa von Pilzsuchern, die sich verlaufen oder Kinder, die sich verirrt haben oder ältere Menschen, die nicht mehr wissen, wo sie sind.“ Dazu kämen etwa ein- bis zwei Trümmereinsätze pro Jahr.

Das Haus war am Montagabend eingestürzt. Inzwischen sind zwei Frauen tot aus dem Schutt geborgen worden. Ein Mann gilt weiterhin als vermisst.