Katze erbricht? Wann es harmlos ist – und wann gefährlich
,regionOfInterest=(799,410)&hash=44da7c60f6d5218df1ff64e27ad9fd71674759620735bf7a8d24594b852d92d7)
Viele Katzenhalterinnen und -halter kennen das typische Geräusch: Die Katze miaut klagend, würgt angestrengt und spuckt schließlich aus. Erbrechen bei Katzen ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom.
Erbrechen bei Katzen: Was bedeutet das?
Deine Katze erbricht immer dann, wenn das Brechzentrum im Gehirn aktiviert wird. Der Magen zieht sich zusammen und der Stubentiger gibt seinen Inhalt wieder von sich – teils mehr, teils weniger verdaut. Das passiert etwa, wenn die Katze etwas Unverträgliches oder Giftiges aufgenommen hat.
Erbrechen gehört zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Katzen in Tierarztpraxen vorgestellt werden.
Warum erbricht die Katze?
Bei Katzen ist Erbrechen ein natürlicher Vorgang. Nicht immer steckt eine ernste Erkrankung dahinter.
Typische Auslöser für Erbrechen sind:
- zu hastiges Fressen
- zu große Futterportionen
- Unverträglichkeiten gegenüber Bestandteilen des Futters
- verschluckte Fellhaare
In vielen Situationen ist das zunächst kein Grund zur Panik. Dennoch solltest du deine Katze gut beobachten. Konsistenz und Farbe des Erbrochenen können erste Hinweise auf die Ursache der Übelkeit geben.
Katze erbricht Futter: mögliche Gründe
Spuckt deine Katze Futter unverdaut wieder aus, liegt es häufig daran, dass sie zu gierig oder zu viel gefressen hat. Das Erbrechen tritt dann direkt im Anschluss an die Mahlzeit auf – unabhängig davon, ob sie Trocken- oder Nassfutter bekommen hat. In diesen Fällen war die Nahrung noch nicht im Magen, sondern nur in der Speiseröhre. Die Katze befördert das Futter wieder nach oben, Tierärzte sprechen hier von Regurgitation.
Da das Futter noch nicht verdaut wurde (bei Katzen startet die Verdauung erst im Magen) und kein Magensaft mit nach oben kommt, unterscheiden sich Regurgitation und Erbrechen. Bei der Regurgitation würgt die Katze nicht und muss sich nicht anstrengen. Das zerkleinerte Futter (oder auch Wasser) wird kurz nach der Aufnahme einfach wieder herausbefördert – viele Katzen fressen danach direkt erneut.
Auch eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Futtermitteln kann Erbrechen nach dem Fressen verursachen. Reagiert der Magen empfindlich auf eine Sorte oder einen Inhaltsstoff, stößt er das Futter wieder ab.
Katze erbricht Schaum oder Flüssigkeit: mögliche Ursachen
Wirkt es beunruhigend, wenn deine Katze weißen Schaum erbricht, kann dahinter eine Reaktion auf die Fellpflege stecken: Katzen reinigen ihr Fell sehr gründlich. Dabei gelangen viele Haare in den Magen. Ein Teil davon wird mit dem Kot ausgeschieden. Bildet sich jedoch ein Haarballen, der nicht ausgeschieden werden kann, versucht die Katze, ihn hochzuwürgen.
Gerade bei größeren Haarballen ist das für die Katze anstrengend. Manchmal würgt sie und erbricht klare Flüssigkeit oder weißen Schaum. Dabei handelt es sich um Magensaft, der gewissermaßen als Vorbote des Haarballens hochkommt.
Schaumiges Erbrechen kann außerdem auftreten, wenn deine Katze längere Zeit nichts gefressen hat. Auch Magenprobleme, etwa eine Reizung oder Entzündung der Magenschleimhaut, kommen als Ursache infrage.
Katze erbricht Schleim: mögliche Gründe
Manche Katzen erbrechen hellen oder klaren Schleim. Häufig steckt dahinter ein leerer Magen: Die Katze würgt lediglich Verdauungssäfte hoch, die meist zähflüssig und durchsichtig bis leicht gefärbt sind. Ebenso kann ein Fremdkörper im Magen dazu führen, dass deine Katze hellen Schleim erbricht. Auch Stress, etwa durch einen Umzug oder Veränderungen im Haushalt, kann auf den Magen schlagen und Schleimerbrechen auslösen.
Wenn Katzen rosa Schleim erbrechen, solltest du mit ihnen eine Tierarztpraxis aufsuchen. Die rosige Färbung weist darauf hin, dass sich Blut im Erbrochenen befindet.
Katze erbricht gelb: mögliche Ursachen
Ist das Erbrochene deiner Katze gelblich bis grünlich verfärbt, deutet das auf Galle im Erbrochenen hin. Galle ist ein Verdauungssaft, der in der Leber hergestellt und in der Gallenblase gespeichert wird. Sie gelangt in den Dünndarm und hilft dort bei der Fettverdauung.
Erbricht deine Katze gelb, ist Gallenflüssigkeit zurück in den Magen geflossen. Der bittere Saft löst Übelkeit und Erbrechen aus. Das kann bei Verdauungsstörungen passieren, zum Beispiel durch eine verminderte Darmbewegung. Auch eine Magenschleimhautentzündung oder eine Entzündung des Darms kommen als Ursache infrage.
Katze erbricht braun: mögliche Gründe
Ist das Erbrochene deiner Katze braun, kann das auf eine Blutung im Verdauungstrakt hinweisen. Blut vermischt sich mit dem Nahrungsbrei und wird dann mit hochgewürgt. Die bräunliche Farbe legt nahe, dass die Blutung im Darm sitzt: Das Blut gerinnt, wird teilweise verdaut und färbt den Mageninhalt dunkel. Spuckt die Katze frisches, rotes oder hellrotes Blut, kann eine Verletzung der Speiseröhre oder eine Blutung im Magen dahinterstecken.
Erbricht die Katze Blut, sind unter anderem folgende Ursachen möglich:
- verschluckter Fremdkörper, der Speiseröhre oder Magenschleimhaut verletzt
- blutende Magen- oder Darmgeschwüre
- Tumoren im Magen-Darm-Bereich
Mitunter stehen auch weniger dramatische Auslöser dahinter: Hat deine Katze etwa bei einem Nasenbluten Blut verschluckt und erbricht sich anschließend, kann das Erbrochene dadurch braun verfärbt sein. Blutungen im Maulbereich, beispielsweise bei Zahnfleischbluten, können ebenfalls blutiges Erbrechen verursachen.
Katze erbricht Kot: mögliche Ursachen
Riecht das Erbrochene deiner Katze extrem stark nach Kot, kann tatsächlich Stuhl darin enthalten sein. Das tritt bei einem Darmverschluss auf – ein tierärztlicher Notfall! In diesem Fall musst du deine Katze umgehend in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik bringen, denn ein Darmverschluss erfordert eine Operation.
Typische Ursachen für Kot im Erbrochenen sind:
- Darmverschluss durch einen verschluckten Fremdkörper
- Invagination (Einstülpung eines Darmabschnitts)
- Darmparasiten, die den Darm verlegen
- Tumoren im Darm
Katze erbricht wurstförmig: mögliche Gründe
Manchmal würgen Katzen wurstartige Gebilde hervor, die optisch an Kot erinnern. Solange du darin viele Haare erkennen kannst, besteht in der Regel kein Anlass zur Sorge. In solchen Fällen haben sich viele Haare im Magen zu einem sogenannten Trichobezoar verklumpt – einem festen, wurstförmigen Haarballen, den die Katze schließlich herauswürgt.
Kurzhaarkatzen spucken solche festen Haarballen meist seltener aus als Langhaarkatzen.
Gelangen Haarballen weiter in den Darm, kann es jedoch problematisch werden. Dann droht eine Verstopfung, die sich bei deiner Katze durch fehlenden Appetit sowie Schwierigkeiten und Schmerzen beim Kotabsatz äußert. Die Katze versucht auf dem Katzenklo vergeblich zu pressen, setzt weniger Kot ab, die Kotmenge nimmt sichtbar ab und im ungünstigsten Fall kann ein Darmverschluss entstehen.
Katze übergibt sich ständig: mögliche Ursachen
Manche Katzen erbrechen mehrmals kurz hintereinander – und das an mehreren Tagen in der Woche. Tierärzte sprechen dann von chronischem Erbrechen. Wenn sich deine Katze häufig übergibt, kann eine Futtermittelunverträglichkeit die naheliegendste Ursache sein. Oft bessern sich die Beschwerden nach einer Futterumstellung.
Doch für chronisches Erbrechen gibt es viele mögliche Ursachen:
- Futtermittelallergien
- Parasitenbefall
- Erkrankungen der Nieren
- Eiteransammlung in der Gebärmutter
- Lebererkrankungen
- Diabetes
- hormonelle Störungen (zum Beispiel Morbus Addison)
- Probleme mit dem Gleichgewichtssinn und Erkrankungen des Innenohrs
- Vergiftungen
Wenn deine Katze häufig erbricht, solltest du einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufsuchen, damit die Ursache abgeklärt wird.
Katze erbricht und hat Durchfall: mögliche Gründe
Treten Erbrechen und Durchfall zusammen auf, kann das auf eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Parasiten hindeuten. Ein bakterieller Magen-Darm-Infekt ist zum Beispiel eine mögliche Erklärung für diese Kombination. Krankheitserreger zählen insgesamt zu den häufigsten Auslösern von Erbrechen in Verbindung mit Durchfall bei Katzen.
Liegt ein Parasitenbefall vor (etwa mit Haken- oder Spulwürmern), kann es passieren, dass deine Katze Würmer oder Bruchstücke davon erbricht. Dieses Erbrochene ist ansteckend; teilweise lassen sich Wurmteile oder ganze Würmer mit bloßem Auge erkennen. Andere Tiere und auch Menschen können sich infizieren. Gelangen die Parasiten in den Darm eines Wirts, entwickeln sie sich dort weiter, vermehren sich und werden später über Kot und Erbrochenes wieder ausgeschieden – und stecken so weitere Tiere oder Menschen an.
Was tun, wenn die Katze erbricht?
Die Behandlung von Erbrechen bei Katzen hängt immer von der zugrunde liegenden Ursache ab. Liegt eine vom Tierarzt festgestellte Futtermittelunverträglichkeit vor, bessern sich die Symptome meist nach einer Umstellung auf anderes Futter. Wichtig ist dabei, dass du deine Katze langsam an das neue Futter gewöhnst, um den empfindlichen Magen nicht zusätzlich zu belasten. Rühre zunächst einen kleinen Löffel des neuen Futters unter das gewohnte. Erhöhe den Anteil schrittweise, bis deine Katze das neue Futter komplett frisst.
Achte außerdem darauf, dass deine Katze keine Essensreste oder Speisen frisst, die für Menschen gedacht sind. Stark gewürzte oder fettreiche Lebensmittel bekommen Katzen nicht gut, Erbrechen ist eine häufige Folge.
Erbrechen bei Katzen: Hausmittel
Bei Erbrechen kannst du deiner Katze als Unterstützung bewährte Hausmittel wie Schonkost anbieten. Damit sind leicht verdauliche, magenfreundliche Lebensmittel gemeint, zum Beispiel:
- gekochtes Hühnerfleisch
- weich gekochter Reis oder Nudeln
- zerdrückte, weich gekochte Karotten
Wenn deine Katze sich erbrochen hat, füttere sie am besten mehrmals täglich mit kleinen Portionen dieser Schonkost. Kleinere Mengen werden im Allgemeinen besser vertragen als ein oder zwei große Mahlzeiten.
Hausmittel, die beim Menschen eingesetzt werden, solltest du bei deiner Katze nie ohne Rücksprache mit dem Tierarzt anwenden.
Übelkeit bei Katzen: Medikamente
Je nachdem, welche Ursache der Tierarzt feststellt, kommen unterschiedliche Medikamente infrage. Bei einem bakteriellen Infekt kann eine Behandlung mit Antibiotika nötig sein. Ist der Darm von Parasiten befallen, hilft eine Wurmkur. Mehrfach gegeben sorgt sie dafür, dass die Würmer absterben und ausgeschieden werden. Auch Schmerzmittel und Medikamente, die den Magen beruhigen, können zur Therapie deiner Katze eingesetzt werden.
Muss sich deine Katze aufgrund eines Darmverschlusses oder einer Tumorerkrankung übergeben, ist in der Regel eine Operation erforderlich.
Die konkrete Behandlung richtet sich stets nach dem Gesundheitszustand deiner Katze und der jeweiligen Ursache des Erbrechens.
Katze erbricht: Wann zum Tierarzt?
Du solltest mit deiner Katze zum Tierarzt gehen, wenn sie sich immer wieder erbricht oder das Erbrechen über mehrere Stunden anhält. Auch zusätzliche Begleitsymptome sind ein Warnsignal. Tierärztliche Hilfe ist wichtig, wenn neben dem Erbrechen eines oder mehrere der folgenden Anzeichen auftreten:
- Durchfall
- Fieber
- fehlender Appetit
- Gewichtsverlust
- kein Kotabsatz
- Müdigkeit und Teilnahmslosigkeit
- Schmerzen (deine Katze zieht sich vermehrt zurück)
- Blut oder Kot im Erbrochenen
Quellen:
- Schrey, C F: Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze; 4. aktualisierte Auflage; Georg Thieme Verlag; 2019
- Batchelor, D J et al: Mechanisms, causes, investigation and management of vomiting disorders in cats: a literature review; Journal of Feline Medicine and Surgery 15(4) 237–265; 11.12.2012; DOI: 10.1177/1098612X12473466 jfms.com
- Online-Informationen Tierklinik Kaiserberg: Vomitus (Erbrechen und Regurgitieren): www.tierklinik-kaiserberg.de; Abruf: 11.11.2021
- Online-Informationen Tierärztliche Praxis für Katzenmedizin und Verhaltenstherapie: www.schroll.at; Abruf: 11.11.2021
- Online-Informationen Washington State University: Vomiting pets: www.vetmed.wsu.edu; Abruf: 11.11.2021
- Online-Informationen PetMD: www.petmd.com; Abruf:11.11.2021
Von Lisa Vogel
Das Original zu diesem Beitrag "Katze erbricht" stammt von FOCUS Tierarzt.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.
,regionOfInterest=(1322,617)&hash=72defbac67d259b76a4bccb0bf3d42ebe010fe84753fa0dc86910d926950b9e3)