vg-wort
ANZEIGE
Im Notfall richtig handeln

Katze vergiftet: Diese Gefahren lauern im Alltag

Erschien in Kooperation mit
Katze schnüffelt an Pflanze: Viele Pflanzen sind für die Vierbeiner giftig.
Katze schnüffelt an Pflanze: Viele Pflanzen sind für die Vierbeiner giftig. Getty Images
Viele Vergiftungen bei Katzen passieren im eigenen Haushalt oder Garten. Stellst du Symptome fest, ist es wichtig, schnell zu handeln.

Eine Vergiftung bei Katzen ist keine Seltenheit. Gefahrenquellen gibt es für Freigänger ebenso wie für Wohnungskatzen an vielen Stellen im Alltag. Besonders häufig trifft es junge Tiere: Ihre Neugier und ihr ausgeprägter Spieltrieb führen dazu, dass sie riskante Stoffe eher aufnehmen als ältere Katzen. Rund jeder zweite Vergiftungsfall betrifft Katzen unter drei Jahren.

Nicht immer gelangt ein Gift über das Fressen in den Körper. Manche Katzen nehmen schädliche Stoffe auch über die Haut auf oder atmen sie ein. Am häufigsten kommt es jedoch dazu, dass das Gift verschluckt wird. Statistisch gesehen nimmt etwa jede zweite vergiftete Katze den gefährlichen Stoff über das Maul auf.

Häufige Ursachen für Vergiftungen bei Katzen

Für Katzen mit Freigang gehören Rattengift und Giftköder zu den typischen Auslösern. Aber auch in Haus, Wohnung und Garten lauern viele Risiken. Gefährlich für Katzen sind unter anderem Putzmittel, Medikamente für Menschen, Frostschutzmittel, chemischer Pflanzendünger und Schneckenkorn, das viele Gartenbesitzer gegen Schnecken einsetzen.

Auch Pflanzen sind eine häufige Ursache für eine Katzenvergiftung. Problematisch sind dabei nicht nur Gewächse im Garten, sondern auch viele Topfpflanzen in der Wohnung oder Pflanzen auf Balkon und Terrasse. Als giftig für Katzen gelten zum Beispiel folgende Pflanzen:

ANZEIGE
  • Beereneibe
  • Bilsenkraut
  • Bittermandelbaum
  • Brechprimel
  • Buchsbaum
  • Buntwurz
  • Drachenbaum
  • Efeu
  • Eisenhut
  • Engelstrompete
  • Flamingoblumen
  • Goldregen
  • Gundermann
  • Hahnenfuß
  • Herbstzeitlose
  • Holunder
  • Kartoffelpflanzen
  • Lebensbaum
  • Liguster
  • Lilien
  • Lobelien
  • Lupinen
  • Maiglöckchen
  • Mistel
  • Oleander
  • Petersilie
  • Philodendron
  • Rhabarber
  • Rhododendron
  • Rittersporn
  • Stechpalme
  • Tomatenpflanzen
  • Topfazalee
  • Weihnachtsstern
     

Giftige Pflanzen, Blumen und Lebensmittel im Haushalt

Wer seine Katze in der Wohnung hält, sollte nicht nur auf ungiftige Zimmerpflanzen achten. Auch Blumensträuße können gefährlich werden, weil viele Katzen gern mit Blättern und Blüten spielen oder daran knabbern. Katzengras kann helfen, Vergiftungen vorzubeugen: Beschäftigt sich die Katze damit, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie an giftigen Zimmerpflanzen kaut.

Was viele Halterinnen und Halter nicht wissen: Auch Schokolade und Koffein sind für Katzen giftig. Deshalb sollten Teebeutel, Kaffeebohnen, Kakao und Süßigkeiten immer außer Reichweite aufbewahrt werden. In manchen Fällen vergiften sich Katzen auch, weil sie ihr Fell ablecken, nachdem es etwa mit Farbe oder ätherischem Öl in Kontakt gekommen ist.

Ob Weihnachtsstern, Rattengift, Schokolade oder Schneckenkorn: Wie schwer die Folgen ausfallen, hängt davon ab, um welchen Giftstoff es sich handelt und wie viel davon aufgenommen wurde. Im schlimmsten Fall besteht akute Lebensgefahr.

Katze vergiftet: Diese Symptome sind typisch

Bei einer Vergiftung zeigen Katzen häufig diese Anzeichen:

  1. Unruhe
  2. vermehrter Speichelfluss
  3. blassgraue Schleimhäute
  4. Appetitlosigkeit
  5. Erbrechen, zum Teil mit Blutbeimischung
  6. Durchfall
  7. Atemnot
  8. Schwäche
  9. Zittern
  10. Benommenheit
  11. Bewusstseinsstörungen
  12. Kreislaufprobleme
  13. Gangunsicherheit
  14. Krampfanfälle
     

Droht die vergiftete Katze zu sterben, zeigt sich der Tod zunächst durch einen Kreislaufzusammenbruch mit Bewusstlosigkeit und sinkender Körpertemperatur.

Katze vergiftet: Was du jetzt tun solltest

Wenn du beobachtest, dass deine Katze etwas Giftiges frisst, solltest du sofort verhindern, dass sie noch mehr davon aufnimmt. Zeigt sie bereits typische Symptome einer Vergiftung, zählt jede Minute: Die Katze muss schnellstmöglich zum Tierarzt. Sinnvoll ist es, vorher kurz in der Praxis anzurufen, damit sich das Team auf den Notfall einstellen kann.

Welche Behandlung nötig ist, hängt vom jeweiligen Giftstoff, von der aufgenommenen Menge und vom Zeitpunkt der Vergiftung ab. Hat die Katze erst vor kurzer Zeit etwas Giftiges geschluckt und zeigt noch keine oder nur leichte Beschwerden, kann der Tierarzt Erbrechen auslösen oder eine Magenspülung durchführen, um den Stoff aus dem Körper zu entfernen. Hat sich das Gift bereits über den Verdauungstrakt im Blut verteilt, braucht die Katze unter Umständen eine Infusion zur Stabilisierung des Kreislaufs, harntreibende Medikamente, Abführmittel oder – falls vorhanden – ein Gegengift.

Für den Tierarzt ist es sehr wichtig zu wissen, was die Katze genau aufgenommen hat. Hat sie auf einer giftigen Blüte gekaut oder an Blättern geknabbert? Hat sie Beeren einer Eibe gefressen oder nur damit gespielt? Je nach Pflanze sind unterschiedliche Pflanzenteile verschieden stark giftig. Diese Information kann für die Behandlung entscheidend sein.

Wer gesehen hat, was die Katze gefressen hat oder womit sie in Kontakt gekommen ist, sollte möglichst etwas davon mit in die Praxis nehmen oder zumindest ein Foto machen. Hat sich die Katze mit Medikamenten ihres Besitzers vergiftet, ist auch die Packungsbeilage wichtig. Denn je mehr Informationen vorliegen, desto gezielter kann der Tierarzt die Behandlung einleiten. Bei jedem fünften Vergiftungsfall bleibt der Auslöser allerdings unklar.

Selbst Erste Hilfe mit Aktivkohle zu leisten, ist keine gute Idee. Aktivkohle bindet nicht jeden Giftstoff. Eine möglicherweise vergiftete Katze gehört daher immer sofort in tierärztliche Behandlung. Je früher sie versorgt wird, desto besser stehen ihre Chancen.

Überlebenschance nach einer Vergiftung bei Katzen

Zeigt eine Katze bereits schwere Symptome, ist das Risiko hoch, dass sie an den Folgen der Vergiftung stirbt. Hat sie den Giftstoff jedoch direkt vor den Augen ihres Besitzers aufgenommen und wird sofort zum Tierarzt gebracht, sind die Überlebenschancen oft gut. Auch der allgemeine Gesundheitszustand spielt eine wichtige Rolle: Je stabiler die Katze insgesamt ist, desto eher kann sie eine Vergiftung überstehen.

Ist eine vergiftete Katze bereits tot, sollte sie trotzdem zum Tierarzt gebracht werden, damit die Ursache abgeklärt werden kann.

Spätfolgen: Warum eine Vergiftung lange nachwirken kann

Nicht jede Katzenvergiftung ist mit der akuten Behandlung überstanden. Manche Schäden zeigen sich erst deutlich später. Vor allem dann, wenn eine Katze über längere Zeit immer wieder mit einem Giftstoff in Kontakt gekommen ist, steigt das Risiko für chronische Nierenschäden. Bei Katzen, die bereits eine Vergiftung erlitten haben, sollte der Tierarzt deshalb die Nierenfunktion regelmäßig kontrollieren.

Quellen:

  • Schrey, C.: Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze, Differenzialdiagnostischer Leitfaden: Georg Thieme Verlag KG; 4. Auflage 2019
  • Online-Informationen Praxis Limeshain: praxis-limeshain.vet; Abruf: 29.04.2021
  • Online-Informationen Tierarzt Pankow: www.tierarzt-pankow.com; Abruf: 29.04.2021
  • Online-Informationen Veterinärmedizinische Universität Wien: www.vetmeduni.ac.at; Abruf: 29.04.2021
  • Online-Informationen Tierärzteverband: www.tieraerzteverband.de; Abruf: 30.04.2021
  • Online-Informationen Tierschutzliga: tierschutzliga.de; Abruf: 30.04.2021
  • Online-Informationen Tierschutzliga: tierschutzliga.de; Abruf: 03.05.2021
  • Online-Informationen Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de; Abruf: 03.05.2021
     

Von Sina Horsthemke

Das Original zu diesem Beitrag "Katze vergiftet" stammt von FOCUS Tierarzt.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.