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Folge einer FeLV-Infektion

Katzenleukose bleibt oft lange unbemerkt – was hinter der unheilbaren Erkrankung steckt

Erschien in Kooperation mit
Katzenleukose schwächt das Immunsystem und kann tödlich enden.
Katzenleukose schwächt das Immunsystem und kann tödlich enden. Getty Images/ilkermetinkursova
Katzenleukose kann die Abwehr deiner Katze stark schwächen. Welche Symptome auftreten und wann ein FeLV-Test sinnvoll ist.

Katzenleukose (FeLV): Definition und Ursachen

Katzenleukämie, auch Katzenleukose genannt, ist eine ernsthafte Infektionskrankheit, die durch das „feline Leukämie-Virus“ (FeLV) verursacht wird. FeLV kommt weltweit vor. Die Erkrankung ist übertragbar und nicht heilbar, dennoch entwickelt nicht jede infizierte Katze tatsächlich eine Katzenleukämie. Entsteht infolge der FeLV-Infektion eine Leukämie, endet die Erkrankung tödlich.

Die Ansteckung mit FeLV erfolgt durch engen Kontakt zwischen Katzen, zum Beispiel beim gegenseitigen Beschnuppern und Putzen, beim Spielen oder Kämpfen oder über Speichel an Fressnapf und Spielzeug. Manchmal werden Katzenwelpen schon mit Leukose geboren, weil sie sich während der Trächtigkeit im Mutterleib mit dem Virus angesteckt haben. Jüngere Tiere erkranken häufiger an Katzenleukämie als ältere.

Nach einer FeLV-Infektion können sich Krebserkrankungen und Blutbildveränderungen entwickeln. Fast immer führt das Virus zu einer deutlichen Schwächung der Abwehrkräfte, da es die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) befällt.

Katzenleukose: Typische Anzeichen und Beschwerden

Wie sich die Erkrankung äußert, hängt vom Verlauf der Infektion und der Stärke des Immunsystems der Katze ab. Nach einer FeLV-Ansteckung können ganz unterschiedliche und oft unspezifische Symptome auftreten:

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  • Fieber (schubweise)
  • Atembeschwerden
  • Schluckschwierigkeiten
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Appetitverlust
  • Gewichtsverlust
  • übermäßiges Trinken
  • vermehrter Harndrang
  • Blut im Kot
  • Blut im Harn
  • Schwellung von Lymphknoten
  • Gelbsucht
  • Schnupfen
  • stumpfes Fell
  • Zahnfleischentzündungen
  • Zahnfleischbluten
  • Abgeschlagenheit
  • Lähmungserscheinungen
  • trübe Augen
  • blasse Schleimhäute
  • Fehlgeburten
     

Eine Infektion mit FeLV führt häufig zu Blutarmut und zu Erkrankungen von Leber oder Nieren. Tumoren in verschiedenen Organen oder „Blutkrebs“, in der Fachsprache Leukämie, können ebenfalls entstehen, bleiben aber zunächst meist unbemerkt. Da Katzenleukose so verschiedene und allgemein gehaltene Symptome verursacht, kann erst ein FeLV-Test den Verdacht bestätigen.

Test auf Katzenleukose: Diagnose von FeLV

Zur Abklärung steht ein Schnelltest zur Verfügung, mit dem sich FeLV im Speichel betroffener Tiere nachweisen lässt. Zuverlässiger ist ein Bluttest. In der Regel zeigt der Test frühestens einige Wochen nach der Ansteckung ein positives Ergebnis, nicht unmittelbar danach. Katzen mit positivem FeLV-Befund sollten regelmäßig nachuntersucht werden, da vor allem in den ersten Wochen die Chance besteht, dass ein gut funktionierendes Immunsystem das Virus noch erfolgreich bekämpft.

Tipp: Ein Test auf Katzenleukose ist nicht nur bei auffälligen Symptomen sinnvoll. Er empfiehlt sich auch, wenn eine neue Katze in einen Haushalt mit bereits vorhandenen Stubentigern einzieht. Katzenleukämie ist nämlich schon ansteckend, bevor ein Tier sichtbare Krankheitszeichen zeigt.

Katzenleukose behandeln: Therapie und Pflege

Katzenleukämie ist nicht heilbar. Hat das Virus das Knochenmark erreicht, bleibt die Katze dauerhaft infiziert. Die Behandlung zielt darauf ab, Lebensqualität und Lebenserwartung zu verbessern, indem Beschwerden gelindert und die Abwehrkräfte unterstützt werden. Etwa alle sechs Monate sind Kontrollen beim Tierarzt sinnvoll, um den Verlauf zu überwachen und zusätzliche Infektionen rechtzeitig zu erkennen.

Medikamente, die die Virusvermehrung hemmen – sogenannte Virostatika – können helfen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Das Virus selbst lässt sich damit jedoch nicht abtöten. Bei ausgeprägter Blutarmut kann mitunter eine Bluttransfusion nötig sein. Gegen Leukämie und bösartige Tumoren in Organen stehen auch bei Katzen Chemo- und Strahlentherapien zur Verfügung.

Um das ohnehin geschwächte Immunsystem nicht weiter zu belasten, sollte die Katze möglichst stressfrei gehalten und ausgewogen gefüttert werden. Auf rohes Fleisch und rohe Eier solltest du bei FeLV-positiven Katzen verzichten, da hiermit Keime übertragen werden können, gegen die die geschwächte Abwehr kaum ankommt.

Weil eine FeLV-Infektion die körpereigenen Abwehrkräfte stark beeinträchtigt, können selbst leichtere Erkrankungen für die betroffene Katze gefährlich werden. Achte deshalb bei FeLV-positiven Tieren besonders aufmerksam auf Krankheitsanzeichen und lass diese „sekundären Infektionen“ frühzeitig tierärztlich behandeln.

Gegen zusätzliche Infektionen kannst du FeLV-Katzen schützen, indem du sie regelmäßig impfen und entwurmen lässt und den Kontakt zu anderen Katzen vermeidest. So wird gleichzeitig verhindert, dass das infizierte Tier gesunde Artgenossen mit FeLV ansteckt. Für Menschen besteht durch FeLV kein Ansteckungsrisiko.

Katzenleukose: Verlauf und Prognose

Nach einer Infektion mit FeLV entwickelt sich nicht zwangsläufig eine Katzenleukämie. Bei etwa einem Drittel bis zur Hälfte aller Katzen ist das Immunsystem in der Lage, das Virus erfolgreich zu eliminieren. Gelingt dies nicht, breitet sich der Erreger im Körper aus und befällt zunächst Abwehrzellen in den Lymphknoten. Einige Wochen später lässt sich das Virus nicht mehr beseitigen, da es dann das Knochenmark erreicht hat.

Wie die Krankheit verläuft, kann aber ganz unterschiedlich sein: Manche Katzen erkranken innerhalb kurzer Zeit schwer, andere tragen das Virus in sich, ohne über Jahre hinweg Auffälligkeiten zu zeigen. Da FeLV Zellen des Abwehrsystems befällt, schwächt es grundsätzlich die Immunabwehr. In der Folge treten häufig zusätzliche Erkrankungen auf, weil die Katze ein zu schwaches Immunsystem hat. Oft stellen diese „sekundären Infektionen“ für das Tier die größere Belastung dar.

Hat das Immunsystem das Virus nicht rechtzeitig ausschalten können und hat FeLV das Knochenmark besiedelt, sind die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt. Statistisch gesehen sterben vier von fünf erkrankten Katzen innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose. Im Endstadium der Katzenleukose kann es sinnvoll sein, das Tier von seinen Beschwerden zu erlösen und es vom Tierarzt einschläfern zu lassen.

Impfung gegen Katzenleukose: Für wen sie sich lohnt

Es steht eine Impfung gegen Katzenleukose zur Verfügung. Da sie jedoch keinen sicheren und dauerhaften Schutz bietet, empfiehlt sie sich vor allem für Tiere mit besonders hohem Risiko: junge Freigänger, Katzen mit anderer Ursache für eine geschwächte Abwehr oder jüngere Tiere, die mit vielen Artgenossen zusammenleben. Vor der Impfung sollte der Tierarzt einen sogenannten Antigentest durchführen, um sicherzugehen, dass die Katze nicht bereits FeLV-positiv ist. In diesem Fall rät man von einer Impfung ab.

Geimpft werden kann ab einem Alter von acht Wochen. Für die Grundimmunisierung sind insgesamt drei Spritzen im Abstand von drei bis vier Wochen notwendig. Katzen, die älter als sieben Jahre sind, müssen in der Regel nicht mehr gegen FeLV geimpft werden – ihr Risiko, an der Erkrankung zu sterben, ist deutlich geringer. Reine Wohnungskatzen brauchen in der Regel keinen FeLV-Impfschutz.

Quellen:

  • Leitlinie: Impfung von Kleintieren (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin); 5. Auflage; Stand: 01.01.2021
  • Daubenmerkl, Wolfgang: Tierkrankheiten und ihre Behandlung – Hund, Katze, Pferd, Schwein, Rind; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart; 4. Auflage 2020
  • Schrey, Christian: Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze, Differenzialdiagnostischer Leitfaden; Georg Thieme Verlag KG; 4. Auflage 2019
  • Online-Informationen Katzen Magazin: www.ennetseeklinik.ch; Abruf: 20.04.2021
     

Von Sina Horsthemke

Das Original zu diesem Beitrag "Katzenleukose (FeLV)" stammt von FOCUS Tierarzt.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.