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Was wann nötig ist

Katzenseuche und Co.: Diese Impfungen schützen deine Katze vor tödlichen Krankheiten

Erschien in Kooperation mit
Katze wird geimpift: Manche Impfstoffe sollten schon Kitten verabreicht werden.
Katze wird geimpift: Manche Impfstoffe sollten schon Kitten verabreicht werden. Getty Images
Schon junge Katzen brauchen wichtigen Impfschutz gegen gefährliche Krankheiten. Welche Impfungen nötig sind, wann sie erfolgen und was sie in etwa kosten.

Impfungen schützen Katzen vor gefährlichen, teils lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. Sie funktionieren ähnlich wie Impfungen beim Menschen: Das Immunsystem lernt den Krankheitserreger oder Teile davon kennen und kann dadurch im Ernstfall schneller und gezielter reagieren. Eine Katze impfen zu lassen, ist deshalb keine Frage des Für oder Wider. Der Impfschutz kann für dein Tier überlebenswichtig sein und schützt je nach Krankheit auch andere Katzen sowie Menschen.

Schon junge Katzen sollten ihre ersten Impfungen erhalten. Ist die Grundimmunisierung abgeschlossen – Tierärztinnen und Tierärzte sprechen davon, wenn der Schutz gegen eine Krankheit erstmals vollständig aufgebaut ist –, müssen viele Impfungen später regelmäßig aufgefrischt werden. Wie oft das nötig ist, hängt vom jeweiligen Impfstoff ab.

Welche Impfungen deine Katze braucht, solltest du immer gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt besprechen. Entscheidend sind vor allem die Haltungsform und das Alter der Katze. Nach jeder Impfung trägt die Tierärztin oder der Tierarzt den Impfstoff und das Datum in den Impfpass ein. Diesen erhalten Katzenhalterinnen und Katzenhalter in der Tierarztpraxis oder bereits vom Züchter oder Vorbesitzer.

Auch die Kosten interessieren viele Halterinnen und Halter. Wie viel das Impfen der Katze kostet, variiert und hängt unter anderem davon ab, wie umfangreich die Voruntersuchung ausfällt. Vor jeder Impfung muss die Tierärztin oder der Tierarzt mit einem kurzen Gesundheitscheck prüfen, ob die Katze gesund genug für den Piks ist. 

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Für die Grundimmunisierung ohne Tollwutimpfung fallen grob rund 80 bis 140 Euro an. Wird die Katze gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Tollwut geimpft, liegen die Kosten für die Grundimmunisierung in den ersten eineinhalb Lebensjahren bei rund 160 bis 200 Euro. Jede weitere Impfung verursacht entsprechend zusätzliche Kosten.

Ab wann solltest du deine Katze impfen lassen?

Ein Katzenbaby sollte bereits mit zwei Monaten die erste Impfung bekommen. Tierärztinnen und Tierärzte empfehlen für die Grundimmunisierung folgendes Impfschema:

  • 8. Lebenswoche
  • 12. Lebenswoche
  • 16. Lebenswoche
  • 15. Lebensmonat
     

Nach diesen vier Impfterminen sind in der Regel nur noch Auffrischungsimpfungen notwendig.

Welche Impfungen für Katzen wichtig sind

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin, kurz StiKo Vet, hat eine Leitlinie zur Impfung von Kleintieren veröffentlicht. An diesen Empfehlungen sollten sich Tierärztinnen, Tierärzte sowie Katzenhalterinnen und Katzenhalter orientieren. Im Impfplan der StiKo Vet sind die Impfungen nach Priorität geordnet. Ganz oben stehen die sogenannten Core-Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche:

  • Jedes Tier zu jeder Zeit: Katzenschnupfen (FCV, FHV), Katzenseuche (Panleukopenie)
  • Je nach Haltung und Alter: Katzenleukämie (FeLV), Tollwut
  • In Ausnahmesituationen sinnvoll, wenn Katzen sehr viel Kontakt zu Artgenossen haben (zum Beispiel in Zuchten, Tierpensionen, Tierheimen): Bordetellose, Chlamydien, Hautpilz (Dermatophytose)
  • Nicht empfohlen: Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)
     

Ist die Grundimmunisierung in den ersten beiden Lebensjahren abgeschlossen, sollen die Core-Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche laut Impfschema alle drei Jahre erneuert werden. Bei anderen Impfungen können andere Abstände gelten. Welche Katzenimpfungen besonders wichtig sind – und auf welche Katzenhalterinnen und Katzenhalter in der Regel verzichten können –, zeigt der Überblick im Folgenden.

Impfung gegen Katzenschnupfen: Schutz für Freigänger und Wohnungskatze

Die Impfung gegen Katzenschnupfen enthält Impfstoff gegen das Feline Calicivirus (FCV) und das Feline Herpesvirus (FHV), also gegen die häufigsten Erreger der Erkrankung. Tierärztinnen und Tierärzte empfehlen diese Katzenimpfung für jede Katze, ganz gleich, ob sie als Freigänger lebt oder als Wohnungskatze. Nach der Grundimmunisierung sollten die Impfungen gegen FCV und FHV alle drei Jahre aufgefrischt werden.

Geimpfte Katzen können sich zwar weiterhin mit Katzenschnupfen anstecken, entwickeln dann aber meist deutlich mildere Krankheitsverläufe. Pro Impftermin entstehen Kosten von etwa 40 Euro.

Neuerdings gilt Bordetella bronchiseptica als weiterer Erreger von Katzenschnupfen. Tierärzte empfehlen die Impfung aktuell aber nur „bei besonderer Infektionsgefahr“, wenn Katzen sehr viel Kontakt zu Artgenossen haben, etwa im Tierheim oder beim Züchter. Verabreicht wird sie nicht als Spritze, sondern per Einträufeln in die Nase. Möglich ist das bereits ab einem Alter von vier Wochen. Empfohlen werden jährliche Auffrischungen.

Katzenseuche bei Katzen: Warum die Impfung besonders wichtig ist

Die Impfung gegen die Feline Panleukopenie (FPV), besser bekannt als Katzenseuche, gehört zu den wichtigsten Impfungen für Katzen. Der Impfstoff schützt wirksam und langfristig vor einer Infektion mit dieser tödlichen Krankheit. Die erste Impfung sollte im Alter von frühestens sechs bis spätestens acht Wochen erfolgen. Danach sind in den ersten eineinhalb Lebensjahren drei weitere Impftermine notwendig.

Auffrischungen empfehlen Tierärztinnen und Tierärzte im Abstand von drei Jahren. Pro Impftermin fallen etwa 40 Euro an.

Tollwutimpfung für Katzen: Wann sie vorgeschrieben oder sinnvoll ist

Tollwut ist eine tödliche Infektionskrankheit, die das Gehirn angreift und durch den Biss eines infizierten Tieres auch auf den Menschen übertragen werden kann. Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei, nur vereinzelt treten noch Fälle auf. Deshalb müssen Katzen gegen Tollwut nur geimpft sein, wenn sie das Land verlassen, etwa für eine Urlaubsreise.

Für Freigängerinnen und Freigänger raten Tierärztinnen und Tierärzte dennoch häufig zur Tollwutimpfung, weil diese Tiere Kontakt zu Wildtieren haben können. Auch wer seine Katze in einer Tierpension unterbringen möchte, muss oft damit rechnen, dass dort eine Tollwutimpfung verlangt wird.

Die erste Tollwutimpfung ist ab einem Alter von zwölf Wochen möglich. Theoretisch kann diese eine Impfung ausreichen. Da viele Länder bei der Einreise aber zusätzlich einen Antikörpernachweis verlangen, sind für Katzen mit Auslandsreisen im Rahmen der Grundimmunisierung zwei weitere Impfungen nötig: im Alter von 4 und 15 Monaten. So steigt die Wahrscheinlichkeit, den geforderten Antikörpertiter zu erreichen.

Die Kosten liegen bei etwa 35 bis 50 Euro pro Impfung. Die häufigste Nebenwirkung ist eine Schwellung an der Einstichstelle, die meist nach wenigen Tagen von selbst verschwindet. Weniger als eine von 10.000 geimpften Katzen reagiert allergisch auf die Impfung.

Leukose-Impfung für Katzen: Für Freigänger besonders relevant

Die „Katzenleukämie“ ist eine sehr ansteckende Infektionskrankheit, die oft tödlich verläuft. Deshalb sollten vor allem Freigänger gegen das Feline Leukämievirus (FeLV) geimpft sein. Ist nicht sicher, ob die Katze bereits mit dem Erreger infiziert ist, sollte die Tierärztin oder der Tierarzt vor der Impfung einen Antigentest durchführen. Bei bereits FeLV-positiven Katzen ist eine Impfung nicht sinnvoll.

Ab einem Alter von acht Wochen kann die erste Impfung erfolgen. Im Abstand von drei bis vier Wochen sind dann zwei weitere Spritzen notwendig. Mit einer vierten Impfung im Alter von 15 Monaten gilt die Grundimmunisierung als abgeschlossen. Ältere Katzen ab sieben Jahren noch gegen FeLV zu impfen, ist nicht unbedingt sinnvoll, da vor allem jüngere Tiere ein hohes Risiko haben, an der Erkrankung zu sterben.

Die Kosten für die Leukose-Impfung liegen bei ungefähr 30 bis 40 Euro. Für Wohnungskatzen ist diese Impfung nicht notwendig.

FIP-Impfung für Katzen: Warum sie nicht empfohlen wird

Obwohl die Infektiöse Peritonitis bei Katzen tödlich verlaufen kann, zählt die FIP-Impfung laut StiKo Vet nicht zu den empfohlenen Impfungen für Katzen. Begründet wird das damit, dass „die Wirksamkeit äußerst eingeschränkt ist“. Den Impfstoff gegen das Katzen-Coronavirus (FCoV) träufelt die Tierärztin oder der Tierarzt in die Nase der Katze.

Die Katze sollte dafür mindestens vier Monate alt sein. Insgesamt sind zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen erforderlich. Die Kosten liegen bei ungefähr 20 bis 30 Euro.

Nebenwirkungen nach Impfungen bei Katzen: Was normal ist

Die häufigste Nebenwirkung nach einer Impfung ist eine Schwellung an der Einstichstelle, die einige Tage bestehen kann. In der Regel geht sie von selbst wieder zurück. Außerdem kann es vorkommen, dass deine Katze in den ersten zwei Tagen nach dem Impftermin etwas matt wirkt. Auch das gilt normalerweise als unbedenklich.

Allergische Reaktionen nach einer Impfung sind selten. Sie betreffen weniger als eine von 10.000 Katzen.

Quellen:

  • Leitlinie: Impfung von Kleintieren (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin); Stand: 01.01.2021
  • Daubenmerkl, W: Tierkrankheiten und ihre Behandlung – Hund, Katze, Pferd, Schwein, Rind; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart; 4. Auflage 2020
  • Schrey, C: Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze, Differenzialdiagnostischer Leitfaden; Georg Thieme Verlag KG; 4. Auflage 2019
  • Online-Informationen Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.: www.tieraerzteverband.de; Abruf: 16.03.2021
     

Von Sina Horsthemke

Das Original zu diesem Beitrag "Impfungen für Katzen" stammt von FOCUS Tierarzt.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.