Katze hat Verstopfung? Diese Warnzeichen solltest du ernst nehmen
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Auch Katzen können unter Verstopfung leiden. Für Halterinnen und Halter ist das nicht immer sofort erkennbar, doch mit dem richtigen Blick auf typische Anzeichen lässt sich das Problem oft früh bemerken. Je nach Ursache können Hausmittel, mehr Flüssigkeit oder in schwereren Fällen ein Tierarztbesuch helfen. Entscheidend ist, den Auslöser zu finden, damit du deiner Katze gezielt helfen und erneuten Verdauungsproblemen vorbeugen kannst.
Woran du Verstopfung bei deiner Katze erkennst
Eine Verstopfung bei Katzen zu erkennen, ist nicht immer einfach. Normalerweise haben Katzen täglich Stuhlgang, manchmal sogar zweimal am Tag. Frisst deine Katze regelmäßig, vergehen in der Regel nicht mehr als 36 Stunden bis zum nächsten Kotabsatz.
Hinweise liefert unter anderem der Kot selbst. Gesunder Katzenkot ist meist leicht länglich geformt. Hat eine Katze Verstopfung, setzt sie dagegen oft feste, kleine Kügelchen ab. Viele Katzen wirken beim Kotabsatz dann unruhig und geben ungewohnte Laute von sich.
Ein weiteres Warnsignal ist ein empfindlicher Bauch. Lässt sich deine Katze dort nicht anfassen oder reagiert sie auf leichten Druck schmerzhaft, kann auch das für eine Verstopfung sprechen. Manche Tiere fressen in dieser Phase weniger oder verweigern das Futter ganz. Auch Erbrechen kann im Zusammenhang mit Verstopfung bei Katzen auftreten.
Katze hat Verstopfung: Was du jetzt tun kannst
Wenn deine Katze verstopft ist, solltest du zunächst darauf achten, dass sie mehr Flüssigkeit aufnimmt. Viel Trinken und ein höherer Anteil an Nassfutter können helfen, den Kot weicher zu machen und den Stuhlgang zu erleichtern. Trinkt deine Katze nur wenig, kannst du mehrere Dinge ausprobieren: Gib zwei bis drei Esslöffel Wasser zum Futter, verfeinere das Trinkwasser mit etwas Gemüsebrühe, wechsle das Wasser mehrmals täglich oder teste einen Katzentrinkbrunnen.
Außerdem kann es sinnvoll sein, den Rohfaseranteil im Futter zu erhöhen. Auf vielen Verpackungen ist angegeben, wie hoch der Rohfaseranteil im Katzenfutter ist. Wünschenswert ist ein Anteil von 10 Prozent, besser noch von 15 bis 20 Prozent. Das kann dazu beitragen, dass der Kot weicher wird und leichter durch den Magen-Darm-Trakt gelangt.
Hausmittel bei Verstopfung: Was Katzen helfen kann
Bei leichter Verstopfung können einfache Hausmittel helfen. Manche Halterinnen und Halter mischen kleine Mengen Milchprodukte unter das Futter. Etwas Milch, Kondensmilch, Joghurt oder Butter kann den Flüssigkeitsgehalt erhöhen und leicht abführend wirken. Auch ein wenig Öl im Futter, etwa Olivenöl oder Leinöl, kann hilfreich sein. Ebenso können Flohsamenschalen den Kot weicher machen und so den Stuhlgang erleichtern.
Kann eine Bauchmassage helfen?
Auch eine sanfte Massage des Bauchs kann bei Verstopfung helfen. Dazu kannst du den Bauch deiner Katze vorsichtig massieren. Allerdings ist der Bauch bei Verstopfung oft empfindlich. Fühlt sich die Massage für deine Katze unangenehm an, wird sie sich dort vermutlich nicht anfassen lassen.
In schweren Fällen kann es nötig sein, dass die Tierärztin oder der Tierarzt die Verstopfung mit einer Art medizinischer Massage löst. Dafür bekommt die Katze eine Narkose. Danach massiert der Tierarzt den fest gewordenen Kot aus dem Darm heraus.
Medikamente gegen Verstopfung bei Katzen
Wenn mehr Flüssigkeit und Hausmittel nicht ausreichen, können Abführmittel eingesetzt werden. Ein häufig verwendetes Mittel bei Verstopfung bei Katzen ist Lactulose. Lactulose wird aus Milchzucker hergestellt und regt die Darmtätigkeit an.
Wichtig ist aber, solche Mittel nicht zu oft zu geben. Lactulose und andere Abführmittel entziehen dem Körper Flüssigkeit. Bei einer einmaligen Anwendung gleicht der Körper das meist schnell wieder aus. Werden solche Mittel jedoch regelmäßig gegeben, kann das langfristig zu Gesundheitsproblemen führen.
Wann du mit einer verstopften Katze zum Tierarzt solltest
Ein Tierarztbesuch ist dann wichtig, wenn deine eigenen Maßnahmen nicht helfen oder die Verstopfung immer wieder auftritt. Dann kann die Tierärztin oder der Tierarzt die Ursache genauer abklären. Auch wenn zusätzlich weitere Beschwerden auftreten, solltest du deine Katze untersuchen lassen. Dazu gehören:
- Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Appetitlosigkeit
- Apathie
Ursachen für Verstopfung bei Katzen
Damit du deiner Katze dauerhaft helfen kannst, solltest du möglichst herausfinden, warum die Verstopfung entstanden ist. Das ist nicht immer leicht, denn Verstopfung bei Katzen kann viele Auslöser haben. Besonders häufig spielt die Ernährung eine Rolle, aber auch andere gesundheitliche Probleme kommen infrage.
Mögliche Ursachen sind:
- Falsche Fütterung: Die Katze bekommt zum Beispiel zu wenig Ballaststoffe.
- Umstellung des Futters: Wechselst du das Futter, kann das Verdauungsprobleme auslösen.
- Allergie / Unverträglichkeit: Die Verstopfung kann das Symptom einer Allergie oder einer Lebensmittel-Unverträglichkeit sein.
- Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme: Trinkt die Katze zu wenig, wird der Kot härter und gelangt schlechter durch den Darm.
- Blockade durch Verschlucktes: Haarballen oder andere verschluckte Gegenstände können den Durchgang im Darm blockieren.
- Übergewicht und zu wenig Bewegung
- Stoffwechselerkrankungen: zum Beispiel Diabetes mellitus oder, besonders bei alten Katzen, eine Niereninsuffizienz
- Medikamente
- Entzündungen des Darms
- Parasiten
- Tumore
- Stress
Fazit: Verstopfung bei Katzen ernst nehmen
Verstopfung bei Katzen ist oft unangenehm und sollte nicht unterschätzt werden. Achte auf typische Symptome wie harten Kot, Schmerzen beim Stuhlgang, Appetitlosigkeit oder Erbrechen. In leichten Fällen können mehr Flüssigkeit, angepasstes Futter und Hausmittel helfen. Bleiben die Beschwerden bestehen oder treten zusätzliche Symptome auf, solltest du mit deiner Katze zum Tierarzt gehen.
Quellen:
- Lutz, H et al.: Krankheiten der Katze; Thieme; 6. Auflage 2019
- Rand, Jacquie: Praxishandbuch Katzenkrankheiten: Symptombasierte Diagnostik und Therapie; Elsevier; 1. Auflage 2009
- Online-Informationen iPet: ipet.ch; Abruf: 09.10.2022
Von Jan Schwenkenbecher
Das Original zu diesem Beitrag "Katze Verstopfung" stammt von FOCUS Tierarzt.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.
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