vg-wort
ANZEIGE
Symptome erkennen und handeln

Mehr Durst, weniger Appetit? So zeigen sich Nierenprobleme bei Katzen

Tierärztin hält Katze: Probleme rund um die Niere solltest du ernst nehmen.
Tierärztin hält Katze: Probleme rund um die Niere solltest du ernst nehmen. Getty Images
Nierenprobleme bei Katzen bleiben oft lange unbemerkt und können ernste Folgen haben. Eine Tierärztin erklärt, welche Anzeichen darauf hindeuten.

Nierenprobleme bei Katzen: Typische Anzeichen erkennen

Das erste Anzeichen ist eine vermehrte Wasseraufnahme. Im fortgeschrittenen Stadium kommen dann Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust dazu.

Darum trinkt deine Katze bei einer Nierenerkrankung mehr

Die Niere ist erkrankt und kann den gefilterten Urin nicht mehr zurück resorbieren. Es kommt zu einer vermehrten Wasserausscheidung. Hierdurch hat deine Katze vermehrten Durst. Später führen die Stoffwechselprodukte, die nicht ausgeschieden werden, zu Appetitlosigkeit und Übelkeit.

Dr. med. vet. Nina Gerhardt, spezialisiert auf Innere Medizin, ist seit 2020 Teilhaberin der Tierärztlichen Klinik Oberhaching. Sie ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen ihre persönliche Auffassung auf Basis ihrer individuellen Expertise dar.

So erkennst du, ob deine Katze zu viel trinkt

Üblich sind im Durchschnitt 50-80ml/kg Körpergewicht. Das ist allerdings schon eine Obergrenze. Da Katzen als Feliden ursprüngliche Wüsten- und Steppenbewohner waren, trinken sie oft deutlich weniger als andere Haustiere. Auch ist gerade im Feuchtfutter schon viel Wasser enthalten, das natürlich von der getrunkenen Wassermenge abgezogen werden sollte.

Trinkt eine Katze aber mehr als 80 oder sogar 100ml (pro kg Körpergewicht) pro Tag (24h), spricht man von der sogenannten „Polydipsie“.

So diagnostiziert der Tierarzt Nierenprobleme bei Katzen

Das Beste ist eine Kombination aus Blutwerten und einer Urinprobe. Im Blut können die sogenannten „Nierenwerte“ SDMA, Harnstoff und Kreatinin bestimmt werden, allerdings sind diese erst im fortgeschrittenen Stadium der Nierenerkrankung erhöht (wenn ca. 2/3 der Niere nicht mehr funktioniert).

Die Untersuchung des Urins ist daher sogar genauer. Hier wird die Konzentrationsfähigkeit der Niere gemessen, das sogenannte „urinspezifische Gewicht“. Ist dieses sehr hoch, ist eine Nierenerkrankung eher unwahrscheinlich.

So kannst du Nierenerkrankungen bei Katzen vorbeugen

Das Durstgefühl von Katzen ist oft wenig ausgeprägt, was die Niere dauerhaft belastet. Daher sollte immer frisches Wasser zur Verfügung gestellt werden. Viele Katzen trinken auch aus Trinkbrunnen oder Wasserhähnen lieber. Es lohnt sich, auch ein bisschen Wasser mit ins Futter zu mischen. Das kann die Wasseraufnahme zusätzlich erhöhen.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.