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Aufmerksam im Alltag sein

Katze trinkt nicht? Diese einfachen Gründe werden oft übersehen

Erschien in Kooperation mit
Katze sitzt vor Wassernapf: Wenn sich das Verhalten deines Tieres ändert, solltest du aufmerksam werden.
Katze sitzt vor Wassernapf: Wenn sich das Verhalten deines Tieres ändert, solltest du aufmerksam werden. Getty Images/Irina Orlova
Trinkt deine Katze kaum, können Futter, Napf oder Gewohnheiten dahinterstecken. Bestimmte Symptome zeigen, wann tierärztliche Hilfe nötig ist.

Deine Katze rührt das Wasser nicht an? Das ist zunächst kein Anlass, in Panik zu geraten. Zum einen haben Katzen generell einen eher geringen Flüssigkeitsbedarf, zum anderen steckt oft eine unkomplizierte Ursache dahinter. Trotzdem ist Wasser für den Organismus unverzichtbar und völlige Trinkverweigerung kann mit der Zeit gefährlich werden. Welche Gründe dafür infrage kommen, dass deine Katze ihren Napf meidet, und welche Schritte du dann gehen kannst, erfährst du hier.

Häufige Gründe, warum deine Katze nicht trinkt

Die benötigte Trinkmenge einer Katze wird durch mehrere Faktoren beeinflusst – etwa Alter, Fütterungsart, Aktivitätslevel und Umgebungstemperatur. Generell gilt: Kleinere, zierliche Katzen brauchen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Flüssigkeit als größere Tiere.

Tierärzte empfehlen bei ausgewachsenen Katzen mit einem Gewicht zwischen zwei und sechs Kilogramm eine tägliche Trinkmenge von etwa 67 bis 50 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht

Demnach braucht eine leichte Katze mit zwei Kilogramm ungefähr 134 Milliliter Wasser, während ein sechs Kilogramm schweres Tier rund 300 Milliliter aufnehmen sollte. Verschiedene Einflüsse können diesen Bedarf verändern, sodass das Trinkverhalten stark schwanken kann:

  • Senior-Katzen verspüren häufig weniger Durst als jüngere Tiere.
  • Katzen, die überwiegend Nassfutter bekommen, trinken in der Regel weniger als Tiere, die Trockenfutter fressen.
  • Bewegungsarme, bequeme Katzen haben meist weniger Durst als sehr aktive Vierbeiner.
  • In der kalten Jahreszeit trinken Katzen oft weniger als in den Sommermonaten.
     

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Katze kaum Flüssigkeit zu sich nimmt, solltest du sie aufmerksam beobachten: Lässt sie wirklich jeden Tropfen im Napf stehen oder bedient sie sich vielleicht heimlich an anderen Wasserquellen wie Blumentöpfen, Gießkannen, Pfützen oder dem Gartenteich in der Nachbarschaft? Gerade Freigänger trinken häufig unbemerkt und kommen dadurch auf mehr Wasser, als ihre Halterinnen und Halter denken.

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Oft fällt Katzenhaltern auch nach einem Eingriff, etwa einer Kastration, auf, dass ihr Tier wenig oder gar nicht trinkt. Meist ist die Narkose der Auslöser – die Katze ist nach der Operation noch einige Stunden benommen. Sinnvoll ist es, direkt in der Praxis zu erfragen, ab wann die Katze wieder trinken sollte und welches Trinkverhalten nach der OP normal ist. Nach einer Kastration werden viele Tiere insgesamt etwas ruhiger und weniger aktiv, was den Flüssigkeitsbedarf zusätzlich senken kann.

In zahlreichen Fällen zeigt sich also, dass die Gründe unkritisch sind, wenn eine Katze vorübergehend nicht trinkt. Wirkt sie ansonsten gesund und verhält sich wie immer, kannst du versuchen, sie spielerisch oder mit Tricks zum Trinken anzuregen. Treten jedoch weitere Beschwerden auf oder handelt es sich um ein sehr junges oder sehr betagtes Tier, solltest du ohne große Verzögerung tierärztlichen Rat einholen.

Tipps, wie du deine Katze zum Trinken animierst

Worauf haben Katzen beim Trinken Lust? In erster Linie auf Wasser – aber die Vorlieben unterscheiden sich. Manche Tiere akzeptieren nur frisches Leitungswasser, andere schlabbern besonders gerne abgestandenes Wasser aus Pfützen oder Blumenvasen. Schon die Art des Wassers kann beeinflussen, ob eine Katze genug trinkt. Nimmt sie zu wenig Flüssigkeit auf, können auch die Trinkplätze oder Gefäße eine Rolle spielen. Folgende Maßnahmen können hilfreich sein:

  • Stell den Wassernapf nicht direkt neben das Futter, da viele Katzen ungern dort trinken, wo sie gleichzeitig fressen. Das gilt auch für die Nähe zur Katzentoilette.
  • Auch Wohnungskatzen sollten mehrere Trinkstellen zur Auswahl haben, nicht nur einen einzelnen Napf.
  • Manche Stubentiger haben klare Vorlieben für bestimmte Gefäße (etwa Krug, Vase oder Gießkanne). Probiere unterschiedliche Behälter aus.
  • Der Napf sollte rutschfest stehen, damit er beim Trinken nicht klappert oder wegrutscht.
  • Reinige den Wassernapf regelmäßig mit heißem Wasser und Spülmittel und fülle ihn täglich neu, damit deine Katze jederzeit frisches Wasser vorfindet.
     

Einige Katzen bevorzugen Regenwasser gegenüber Leitungswasser oder mögen stilles Mineralwasser lieber. Probiere einfach aus, was dein Tier akzeptiert. Zusätzlich kannst du versuchen, deine Katze zum Trinken zu motivieren, indem du:

  • ihr den Wassernapf immer wieder zeigst,
  • das Wasser mit etwas Thunfischsaft, ungesalzener Brühe oder einem Schuss Katzenmilch geschmacklich attraktiver machst,
  • einen Trinkbrunnen aufstellst, der durch das bewegte Wasser den Spieltrieb weckt (auch ein leicht laufender Wasserhahn kann zum Trinken animieren),
  • ein wenig Wasser unter das Nassfutter mischst,
  • Eiswürfel aus Fleischsaft bereitest und diese ins Trinkwasser gibst.
     

Manche Tierhalter, die überlegen, was Katzen gerne trinken, denken daran, ihrem Vierbeiner Kuhmilch anzubieten. Darauf solltest du verzichten – bei den meisten Katzen führt Kuhmilch zu Magen-Darm-Beschwerden.

Katze trinkt nicht: Wann ist der Tierarzt nötig?

Verweigert eine Katze zwar das Wasser, zeigt aber sonst keinerlei Auffälligkeiten, ist das meist zunächst unbedenklich. Treten jedoch zusätzliche Symptome auf und wirkt dein Tier anders als gewohnt, sollte die Situation genauer abgeklärt werden. 

Nimmt eine Katze über einen längeren Zeitraum zu wenig Flüssigkeit auf, schwächt das nicht nur den gesamten Körper. Durch den geringen Harnfluss können sich außerdem Harngrieß, Harnsteine sowie längerfristige Nierenerkrankungen entwickeln. Wann ist also ein Praxisbesuch sinnvoll? 

Eine Tierarztpraxis solltest du ohne Zögern aufsuchen, wenn deine Katze:

  • auch das Futter verweigert
  • apathisch, müde oder antriebslos erscheint
  • erschwert oder ungewöhnlich atmet
  • Fieber entwickelt
  • so stark ausgetrocknet ist, dass das Zahnfleisch klebrig und trocken wirkt
  • erbricht oder unter Durchfall leidet
  • weitere Krankheitsanzeichen zeigt
     

Trinkt eine Katze bereits einen ganzen Tag lang gar nichts, besteht die Gefahr einer deutlichen Austrocknung. Bei jungen Tieren entwickelt sich ein Flüssigkeitsmangel noch rascher – sie zeigen oft schnell Anzeichen wie Müdigkeit und Schwäche. In solchen Fällen solltest du einen Tierarztbesuch nicht auf den nächsten Tag verschieben.

Quellen:

  • Daubenmerkl, W.: Tierkrankheiten und ihre Behandlung – Hund, Katze, Pferd, Schwein, Rind; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart; 4. Auflage 2020
  • Schrey, C.: Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze, Differenzialdiagnostischer Leitfaden; Georg Thieme Verlag KG; 4. Auflage 2019
  • Online-Informationen Dr. Hölter: www.drhoelter.de; Abruf: 17.01.2022
  • Online-Informationen Schweizer Tierschutz: www.tierschutz.com; Abruf: 16.01.2022
     

Von Sina Horsthemke

Das Original zu diesem Beitrag "Katze trinkt nicht" stammt von FOCUS Tierarzt.