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Früh erkennen

Diabetes bei Katzen: Diese 9 Symptome solltest du ernst nehmen

Erschien in Kooperation mit
Blutzuckermessen bei einer Katze: Wie bei Menschen gibt es Diabetes Typ 1 und Typ 2.
Blutzuckermessen bei einer Katze: Wie bei Menschen gibt es Diabetes Typ 1 und Typ 2. Getty Images
Diabetes bei Katzen bleibt oft lange unbemerkt und kann schwere Folgen haben. Diese Symptome zeigen, wann du handeln solltest und wie die Therapie aussieht.

Auch Katzen können an Diabetes mellitus erkranken. Die Zuckerkrankheit zählt bei ihnen zu den häufigsten Stoffwechselstörungen: Etwa zwei von 100 Stubentigern sind im Lauf ihres Lebens betroffen. Ursache für Diabetes bei Katzen ist entweder ein Insulinmangel oder eine Störung des Insulinstoffwechsels. Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und sorgt dafür, dass Zuckermoleküle aus dem Blut in die Körperzellen gelangen. Fehlt es daran, bleibt der aufgenommene Zucker im Blut.

Ein kurzzeitig erhöhter Blutzuckerspiegel ist zunächst kein Grund zur Sorge. Bleibt der Zuckerwert im Blut jedoch dauerhaft zu hoch, belastet das den gesamten Organismus. Als erhöht gelten bei Katzen Werte von mehr als sieben Millimol Zucker pro Liter Blut (Blutzucker-Normwerte bei Katzen: 3,1–6,9 mmol/l).

Liegt der Blutzuckerwert bei 7,0 mmol/l oder darüber, kann das auf Katzendiabetes hindeuten. Allerdings kommen auch andere Ursachen für erhöhte Werte infrage. Manchmal steigt der Blutzucker bei Katzen an:

  • direkt nach dem Fressen
  • bei Stress
  • beim Cushing-Syndrom
  • bei einer Schilddrüsenüberfunktion
     

Warum der Blutzucker einer Katze erhöht ist, kann nur ein Tierarzt oder eine Tierärztin sicher feststellen. Da dauerhaft hohe Blutzuckerwerte die Gesundheit der Katze schädigen, sollten sie in jedem Fall vermieden werden.

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Welche Diabetes-Typen es bei Katzen gibt

Wie beim Menschen werden auch bei Katzen zwei Diabetes-Formen unterschieden. Typ-1-Diabetes entsteht, wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin mehr produziert. Eine Autoimmunerkrankung kann dafür verantwortlich sein, kommt bei Katzen jedoch nur selten vor.

Mit rund 70 Prozent ist Typ-2-Diabetes bei Katzen deutlich häufiger. Diese Form entsteht oft infolge von Übergewicht. Die Körperzellen reagieren dann nicht mehr ausreichend auf Insulin, sie sind also „insulinresistent“. Im weiteren Verlauf fährt die Bauchspeicheldrüse auch noch die Insulinproduktion zurück. Besonders häufig betroffen sind ältere, kastrierte Kater mit Übergewicht und zu wenig Bewegung. Bei beiden Diabetes-Typen führt die Erkrankung zu einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerwert. Auch die Beschwerden unterscheiden sich nicht.

Diabetes bei Katzen erkennen: typische Symptome

Für Laien ist Katzendiabetes nicht immer leicht zu erkennen. Für Tierärzte und Tierärztinnen sind die Anzeichen oft jedoch recht eindeutig. Hat eine Katze dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte, können unter anderem diese Symptome auftreten:

  1. starker Durst
  2. vermehrtes Wasserlassen
  3. Teilnahmslosigkeit
  4. Müdigkeit
  5. Gewichtsabnahme
  6. stumpfes, glanzloses Fell
  7. Appetitmangel oder starker Hunger
  8. Erbrechen
  9. verändertes Gangbild (Laufen auf der ganzen Hinterpfote, Schwierigkeiten beim Abspringen)
     

Vor allem dann, wenn deine Katze auffallend viel trinkt und gleichzeitig abnimmt, obwohl sie gut frisst, solltest du aufmerksam werden. Hat eine Katze Übergewicht, steigt ihr Risiko für Diabetes Typ 2 besonders stark.

Unterzuckerung bei Diabetes: Diese Warnzeichen sind gefährlich

Bekommt eine Katze mit Diabetes bereits Insulin, kann sie durch eine zu hohe Medikamentendosis oder durch zu wenig Futter in eine Unterzuckerung geraten. Dann können diese Symptome auftreten:

  • Zittern
  • Schwäche
  • Bewusstlosigkeit
  • Krämpfe
  • Koma
     

Auch zu niedrige Blutzuckerwerte sind für die Katze gefährlich. Deshalb sollte sie in diesem Fall schnell von einem Tierarzt oder einer Tierärztin untersucht werden. Zuckerlösung ins Maul zu träufeln ist eine wichtige Erst-Hilfe-Maßnahme gegen Unterzuckerung.

So wird Diabetes bei Katzen diagnostiziert

Besteht nach den ersten Schilderungen des Besitzers oder der Besitzerin der Verdacht auf Diabetes, untersucht der Tierarzt oder die Tierärztin Blut und Urin der Katze auf ihren Zuckergehalt. Besonders wichtig ist dabei der Langzeitblutzuckerwert Fruktosamin, der die Werte der vergangenen Tage widerspiegelt. Der aktuelle Blutzuckerwert ist oft weniger aussagekräftig, weil Katzen in Stresssituationen, etwa beim Tierarztbesuch, vorübergehend erhöhte Werte haben können.

Um andere Erkrankungen als Ursache für die Beschwerden auszuschließen, kann zusätzlich ein Röntgenbild nötig sein oder die Katze per Ultraschall untersucht werden.

Behandlung von Katzendiabetes: Insulin, Tabletten und Futter

In den meisten Fällen muss der Besitzer oder die Besitzerin einer an Diabetes erkrankten Katze ihr lebenslang regelmäßig Tabletten geben oder Insulin spritzen. Tabletten kommen allerdings nur in Ausnahmefällen infrage, nämlich dann, wenn die Bauchspeicheldrüse noch selbst Insulin bilden kann und die Blutzuckerwerte noch nicht zu hoch sind.

Sind die insulinproduzierenden Zellen bereits vollständig zerstört, bleibt nur die tägliche Insulingabe. Der Tierarzt oder die Tierärztin zeigt dem Halter oder der Halterin, wie sich die Injektionen möglichst stressarm verabreichen lassen. Außerdem wird erklärt, wie der Blutzucker entweder aus einem Blutstropfen aus dem Ohr oder im Urin gemessen wird. Gerade in der ersten Zeit nach der Diagnose sind engmaschige Kontrollen wichtig, damit geprüft werden kann, ob die gewählte Insulindosis passt. Falls nötig, muss die Menge angepasst werden.

Ohne Insulin lässt sich Diabetes bei Katzen nur im Frühstadium behandeln, wenn die Bauchspeicheldrüse noch genügend Insulin produziert. Dann kann es mitunter sinnvoll sein, zunächst die Ernährung umzustellen und auf eine kohlenhydratarme, eiweißreiche Fütterung zu setzen, etwa mit speziellem Diabetes-Futter für Katzen. Anhand der Blutwerte erkennt der Tierarzt oder die Tierärztin, welche Therapie nötig ist, um den Blutzucker wieder zu kontrollieren. Muss eine Katze Insulin bekommen, bleibt die Futterumstellung trotzdem eine sinnvolle Ergänzung, weil dann oft weniger Medikamente benötigt werden.

Welche Kosten bei der Behandlung einer Katze mit Diabetes entstehen, hängt davon ab, ob das Tier Tabletten oder Insulinspritzen bekommt und in welcher Dosierung. Sind durch den dauerhaft hohen Blutzucker bereits Folgeerkrankungen wie Nierenschäden entstanden, kommen weitere Kosten hinzu.

Verlauf und Lebenserwartung bei Diabetes bei Katzen

Unbehandelt verläuft Diabetes bei Katzen langfristig tödlich. Wird die richtige Therapie jedoch frühzeitig begonnen, kann ein Stubentiger mit der Zuckerkrankheit noch viele Jahre leben. Trotzdem bleibt die Erkrankung nicht ohne Folgen, vor allem dann nicht, wenn sie erst spät erkannt wird.

Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel verschlechtert auf lange Sicht die Durchblutung und schädigt die Nerven. Dadurch kann es zu Lähmungen in den Hinterbeinen, zu einem hasenartigen Gang und zu eingeschränkter Sprungkraft kommen. Wunden heilen langsamer als bei gesunden Katzen, außerdem ist die körpereigene Abwehr geschwächt. Das macht Tiere mit Diabetes anfälliger für Infektionen aller Art. Besonders häufig treten Harnwegsinfektionen auf. Auch Nieren, Leber und Gehirn können geschädigt werden, wenn der Blutzucker dauerhaft zu hoch bleibt.

Die Lebenserwartung von Katzen mit Diabetes ist deshalb oft geringer als die gesunder Artgenossen. Wie sich die Krankheit nach der Diagnose entwickelt und wie viele Lebensjahre der Katze noch bleiben, hängt aber stark davon ab, wie früh die Erkrankung erkannt und wie konsequent sie behandelt wird. Im Endstadium, etwa bei schweren Nieren- oder Nervenschäden, bleibt manchmal keine andere Möglichkeit, als die Katze mit Diabetes einzuschläfern.

Alltag mit einer Katze mit Diabetes: Darauf musst du achten

Für den Besitzer oder die Besitzerin ist das Leben mit einer an Diabetes erkrankten Katze nicht unkompliziert. Insulinspritzen oder Diabetes-Tabletten müssen jeden Tag zur gleichen Zeit gegeben werden. Zusätzlich ist es notwendig, regelmäßig den Blutzucker im Urin oder Blut zu kontrollieren und Anzeichen einer Über- oder Unterzuckerung möglichst schnell zu erkennen. Fährst du in den Urlaub, muss eine andere Person diese verantwortungsvollen Aufgaben übernehmen und die Katze versorgen, damit der Blutzucker nicht entgleist.

Benötigt die Katze Insulin, müssen die Spritzen bis zur Anwendung im Kühlschrank aufbewahrt werden. In der Regel wird das Insulin zweimal täglich verabreicht, außerdem sollten die Spritzen nicht geschüttelt werden. Katzen mit Diabetes sollten nicht zu lange allein bleiben, weil sonst das Risiko steigt, dass eine gefährliche Über- oder Unterzuckerung unbemerkt bleibt. Das Futter sollten Katzen mit Diabetes möglichst regelmäßig zweimal täglich bekommen, vor allem bei Übergewicht. Hat die Katze Normalgewicht, darf Futter ständig zur Verfügung stehen. Wichtig ist außerdem ausreichend Bewegung, denn körperliche Aktivität wirkt sich auch bei Katzen positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.

Der Aufwand lohnt sich: Bleibt der Blutzucker dauerhaft stabil, kann eine Katze trotz Diabetes noch viele Jahre ohne Leiden leben. Noch besser: Bei fast jeder zweiten Katze verschwindet die Erkrankung innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose wieder, wenn sie rechtzeitig und richtig behandelt wird. Voraussetzung für dieses Verschwinden des Diabetes ist eine Therapie mit der passenden, nicht zu hohen Insulinmenge und ein gesundes Körpergewicht.

Kommt die Krankheit tatsächlich zum Stillstand, in der Fachsprache „Remission“ genannt, ist keine Insulingabe mehr erforderlich. Das Risiko, dass die Blutzuckerwerte irgendwann erneut ansteigen, bleibt bei Katzen, die einmal Diabetes hatten, jedoch hoch.

Quellen:

  • Reusch, C: „Diabetes mellitus bei der Katze – ist eine Prävention möglich?“; Hunderunden; 2020; DOI: 10.5167/uzh-197798
  • Schrey, C: Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze, Differenzialdiagnostischer Leitfaden; Georg Thieme Verlag KG; 4. Auflage 2019
  • Online-Informationen Medizinische Kleintierklinik der Ludwig Maximilians Universität München: www.med.vetmed.uni-muenchen.de; Abruf: 16.03.2021
  • Online-Informationen Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.: www.tieraerzteverband.de; Abruf: 16.03.2021

Von Sina Horsthemke

Das Original zu diesem Beitrag "Diabetes bei Katzen" stammt von FOCUS Tierarzt.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.