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Bakterien verbreiten sich

Wann ein Abszess bei deiner Katze zum Notfall wird

Erschien in Kooperation mit
Abszess bei einer Katze: Es handelt sich um eine abgekapselte Eitersammlung im Gewebe, verursacht durch Bakterien.
Abszess bei einer Katze: Es handelt sich um eine abgekapselte Eitersammlung im Gewebe, verursacht durch Bakterien. Shutterstock
Ein Abszess kann für deine Katze schmerzhaft und gefährlich werden. Welche Symptome auftreten und wann du tierärztliche Hilfe benötigst.

Ein Abszess bei Katzen ist eine Eiteransammlung im Gewebe. Bakterien gelangen zum Beispiel durch kleine Verletzungen in den Körper und verursachen dort ein Eitergeschwür. Besonders häufig kommt ein Abszess bei Katzen mit Freigang vor, etwa nach einer Rauferei mit einem anderen Tier. Hier liest du, woran du einen Abszess bei deiner Katze erkennst und wie du deinem Vierbeiner helfen kannst.

Abszess bei Katzen: Welche Symptome auftreten können

Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung im Gewebe. Häufig entsteht ein Abszess bei Katzen durch Bissverletzungen oder kleine Kratzer nach einem Kampf. Aber auch Stichverletzungen durch Dornen, Zahnerkrankungen wie eine Zahnfleischentzündung oder ein eingeatmeter Fremdkörper, etwa kleine Pflanzenteilchen mit Widerhaken, können die Ursache sein.

Doch wie entsteht ein Abszess eigentlich? Über eine Wunde dringen Bakterien in den Organismus ein und vermehren sich dort. In einem Gewebehohlraum kann sich Eiter ansammeln, der sich durch neu gebildetes Bindegewebe vom umliegenden Gewebe abkapselt. Oft ist ein Abszess bei Katzen als Eiterbeule mit bloßem Auge zu erkennen. Manchmal fällt er Katzenhalterinnen und -haltern aber nicht sofort auf, weil die Wunde klein und unauffällig sein kann.

Ein Abszess entsteht bei Katzen häufig direkt unter der Haut. Er kann aber auch tieferliegendes Gewebe wie Muskeln oder Organe betreffen. 

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Typische Symptome eines Abszesses bei Katzen sind:

  • Rötung des Gewebes
  • Schwellung der Haut
  • tastbare Knoten unter der Haut
  • Bewegungseinschränkungen, zum Beispiel Humpeln, je nachdem, welche Körperregion betroffen ist
  • Schmerzen
  • Berührungsempfindlichkeit
     

Platzt die Abszesshöhle auf und breiten sich die Erreger über das Blut oder in andere Organe aus, kommen allgemeine Krankheitsanzeichen hinzu. Dazu zählen:

  • Abgeschlagenheit
  • Schmerzen
  • Appetitverlust
  • Fieber
     

Ist eine Bissverletzung die Ursache für den Abszess, bemerken Tierhalterinnen und -halter bei der Katze meist eine blutige Wunde, manchmal auch frischen Wundschorf.

Bleibt ein Abszess unentdeckt, sammelt sich immer mehr Eiter an. Die Katze leckt an der betroffenen Stelle, das Fell kann ausfallen. Der Abszess schwillt weiter an und „reift“. Irgendwann ist er so groß, dass er aufbricht und Eiter austritt. Ist der Abszess bei der Katze aufgegangen, muss die Wunde gereinigt werden.

Abszess bei der Katze behandeln: So hilft der Tierarzt

Einen Abszess bei der Katze unbehandelt zu lassen, ist keine gute Idee. Das Risiko ist zu groß, dass er platzt und die Krankheitserreger in die Blutbahn gelangen. Dann droht eine Blutvergiftung. Zwar kann die Selbstheilung bei kleinen und oberflächlichen Abszessen in manchen Fällen funktionieren, dennoch solltest du sicherheitshalber mit deiner Katze zum Tierarzt oder zur Tierärztin gehen, um schwere Komplikationen zu vermeiden.

Abszess öffnen und Wunde reinigen

Die Behandlung in der Tierarztpraxis besteht aus zwei Komponenten:

  1. Abszess spalten (öffnen)
  2. Wunde reinigen
     

Der Tierarzt öffnet den Abszess zunächst mithilfe einer Punktionsnadel, damit der angesammelte Eiter abfließen kann. Danach wird der Abszess vollständig entleert und die Abszesshöhle ausgespült. Für die Behandlung wird die Katze leicht sediert oder unter Narkose gesetzt.

Falls nötig, wird eine Drainage gelegt. Über einen kleinen Schlauch oder ein Röhrchen kann Wundsekret in den ersten Tagen nach außen ablaufen. Nach einigen Tagen wird die Drainage wieder entfernt, sodass der Abszess von innen heraus abheilen kann.

Was tun, wenn der Abszess von selbst aufgeplatzt ist?

Ist der Abszess deiner Katze von selbst geplatzt, solltest du umgehend mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin sprechen. Dein Vierbeiner muss anschließend zur Wundversorgung in die Praxis. Handelt es sich nur um einen kleinen und oberflächlichen offenen Abszess auf der Haut, kannst du deine Katze unter Umständen zu Hause behalten und die Wunde selbst säubern. Du solltest aber in jedem Fall vorher in der Tierarztpraxis anrufen und das Vorgehen absprechen.

Abszess bei Katzen: Welche Hausmittel geeignet sind

Einen Abszess bei der Katze solltest du nicht selbst behandeln. Wenn du aber eine offene Wunde bemerkst, kannst du mit Hausmitteln möglicherweise verhindern, dass sich überhaupt ein Abszess bildet. Wasche dir dazu zuerst gründlich die Hände, desinfiziere sie und ziehe, falls vorhanden, medizinische Einweghandschuhe an.

Vermische einen halben Liter abgekochtes, noch lauwarmes Wasser mit einem Teelöffel Salz. Mit dieser Kochsalzlösung kannst du die Wunde deiner Katze gründlich spülen. Tunke dafür einen sauberen Waschlappen in die Lösung und tupfe die Wunde vorsichtig ab. Beobachte die Verletzung in den nächsten Tagen genau. Wird die Haut rot, schwillt das Gewebe an oder fühlt es sich warm an, hat sich die Wunde wahrscheinlich entzündet und deine Katze muss zum Tierarzt.

Die Kochsalzlösung eignet sich auch als Erste-Hilfe-Maßnahme, wenn ein Abszess aufgeplatzt ist und eitert. Danach solltest du mit deiner Katze zum Tierarzt gehen. Bei besonders schmerzhaften, eitrigen Wunden sind Hausmittel nicht ratsam. Außerdem wird sich der Vierbeiner bei der Behandlung oft wehren und nicht stillhalten – der Veterinär kann deiner Samtpfote dann besser helfen.

Medikamente bei einem Abszess der Katze

Besteht der Verdacht, dass Bakterien in den Blutkreislauf der Katze gelangt sind, verschreibt der Tierarzt oder die Tierärztin Antibiotika. Auch bei Abszessen, die besonders stark mit Bakterien belastet sind, kommen Antibiotika zum Einsatz. Das gilt außerdem für Tiere mit geschwächtem oder medikamentös unterdrücktem Immunsystem. Letzteres kann bei verschiedenen Erkrankungen notwendig sein, zum Beispiel bei Autoimmunreaktionen wie der immunvermittelten hämolytischen Anämie (IMHA, eine Form der Blutarmut), Thrombozytopenie (Blutkrankheit mit verringerter Anzahl der Blutplättchen) oder Polyarthritis (Arthritis an mehreren Gelenken).

Je nach Lage und Ausprägung des Abszesses bekommt deine Katze nach der Behandlung zusätzlich Schmerzmittel.

Damit deine Katze den Abszess oder die Wunde nach der Behandlung nicht aufkratzt oder daran leckt, kann ein Schutzkragen sinnvoll sein. Der Tierarzt gibt ihr dann einen speziellen Plastikkragen mit, der um den Hals befestigt wird. Dieser trichterförmige Kragen verhindert, dass sie sich am Kopf kratzt oder den Körper ableckt. Deine Fellnase sollte ihn so lange tragen, bis die Wunde vollständig verheilt ist.

Wie lange dauert die Heilung bei einem Abszess bei Katzen?

Wird ein Abszess bei Katzen richtig behandelt, sind die Heilungschancen meist sehr gut. Nur selten kommt es zu Komplikationen. Wie lange die Heilung nach einem Abszess dauert, lässt sich aber nicht pauschal sagen. Entscheidend sind immer der Schweregrad der Entzündung und die betroffene Körperstelle.

Wann du mit einer Katze mit Abszess zum Tierarzt solltest

Hat sich der Abszess bei deiner Katze von selbst nach außen entleert und geht es ihr sonst gut, solltest du sie aufmerksam beobachten und auf mögliche Krankheitsanzeichen achten. Bei kleinen und oberflächlichen Abszessen ist ein Tierarztbesuch nicht zwingend notwendig.

Ist der Abszess allerdings größer oder hat deine Katze Schmerzen, solltest du umgehend zum Tierarzt gehen. Dort wird der Abszess professionell und in den meisten Fällen unter leichter Sedierung geöffnet, gespült und versorgt.

Zu einem echten Notfall wird ein Abszess bei der Katze, wenn sie besonders schläfrig und abgeschlagen wirkt. Auch Fieber und Appetitverlust sind ernst zu nehmende Warnzeichen. Dann besteht der Verdacht, dass sich die Infektion auf andere Organe ausgebreitet hat – und das kann lebensgefährlich sein. In diesem Fall muss die Katze sofort zum Tierarzt.

Auch wenn ein Abszess bei deiner Katze immer wieder auftritt, solltest du sie untersuchen lassen. Der Tierarzt kann die Ursache für die wiederkehrende Eiteransammlung abklären und deinem Liebling gezielt helfen.

Abszess bei Katzen: Behandlungskosten im Überblick

Wie viel die Behandlung eines Abszesses bei der Katze kostet, hängt immer vom Einzelfall ab. Grundsätzlich gilt: Je aufwendiger und länger die Versorgung dauert, desto höher fallen die Behandlungskosten aus. Die Abrechnung orientiert sich an der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT).

So kostet die Punktion eines Abszesses je nach Zeitaufwand zwischen rund 10 und 28,86 Euro. Muss der Tierarzt den Abszess öffnen, liegen die Kosten je nach Schwierigkeitsgrad und benötigter Zeit zwischen 9,62 Euro und 57,72 Euro.

Zusätzlich kommen in der Regel weitere Posten hinzu. Dazu gehören die Wundversorgung mit bis zu 38,52 Euro sowie die Kosten für Medikamente, zum Beispiel Antibiotika.

Von Lisa Vogel

Quellen:

  • Beckmann, K. et al.: Strategie Antibiotikaresistenzen. Umsichtiger Einsatz von Antibiotika bei Hunden und Katzen. Therapieleitfaden für Tierärztinnen und Tierärzte, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwese: www.zora.uzh.ch/; Stand: April 2019.
  • Online-Informationen Bundestierärztekammer:  www.bundestieraerztekammer.de; Abruf: 29.11.2021
  • Online-Informationen Tierarztverband: www.tieraerzteverband.de; Abruf: 29.11.2021
  • Online-Informationen Kleintierpraxis Dr. Philipson: Information: dr-philipson.ch; Abruf: 29.11.2021
  • Online-Informationen Informationssystem für die Pharmakotherapie und klinische Toxikologie CliniPharm/CliniTox: www.vetpharm.uzh.ch; Abruf: 29.11.2021
  • Online-Informationen Ökotest: www.oekotest.de; Abruf: 29.11.2021
  • Online-Informationen Thieme Verlag: www.thieme.de; Abruf: 02.12.2021

Das Original zu diesem Beitrag "Abszess bei Katzen" stammt von FOCUS Tierarzt.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.