vg-wort
ANZEIGE
Verdauung im Ungleichgewicht

Hund hat Verstopfung: Wann Hausmittel helfen – und wann nicht

Erschien in Kooperation mit
Manche Hunde können ihr Geschäft nicht verrichten, nachdem ihr Futter umgestellt wurde.
Manche Hunde können ihr Geschäft nicht verrichten, nachdem ihr Futter umgestellt wurde. Getty Images/NataKor
Wenn dein Hund Verstopfung hat, können Fütterungsfehler oder ernste Erkrankungen dahinterstecken. So hilfst du deinem Vierbeiner richtig.

Woran merkst du, ob dein Hund Verstopfung hat? Ein typisches Zeichen: Beim Gassigehen setzt sich der Hund wie sonst auch hin und will sein Geschäft machen, doch es kommt nichts – er kann keinen Kot absetzen. Auch wenn ein Hund ein oder zwei Tage keinen Stuhlgang hat, kann das auf eine Verstopfung hindeuten. Hier liest du, wie du eine Verstopfung beim Hund lösen kannst, wann ein Besuch beim Tierarzt sinnvoll ist und welche Auslöser dahinterstecken können.

Hat ein Hund Verstopfung, fragen sich Halterinnen und Halter oft, was sie tun können und wie sie die Verdauung unterstützen. Zuerst lässt sich versuchen, die Beschwerden mit einfachen Hausmitteln zu lindern. Dafür kann das Futter etwas verändert werden. Möglich ist zum Beispiel, Milch, Joghurt, Flohsamenschalen, Leinsamen oder Öl (Olivenöl) unter das Futter zu mischen.

Sinnvoll kann es außerdem sein, eher weiches, feuchtes Futter zu geben und darauf zu achten, dass der Hund ausreichend trinkt. So wird der Kot weicher und kann den Magen-Darm-Trakt leichter passieren.

Reichen solche einfachen Hausmittel nicht aus, kann unter Umständen ein Abführmittel dabei helfen, die Verstopfung zu lösen. Zu den am häufigsten verwendeten Mitteln bei verstopften Hunden gehört Lactulose. Sie wird aus Milchzucker gewonnen und fördert die Darmtätigkeit. Wird sie ein- bis dreimal täglich verabreicht, kann sie helfen, die Verstopfung zu lösen. Hundebesitzer sollten Abführmittel allerdings nur begrenzt einsetzen (am besten nicht länger als zwei bis drei Tage), weil sie dem Körper viel Flüssigkeit entziehen.

ANZEIGE

Hund mit Verstopfung: Wann zum Tierarzt?

Verbessert sich die Verstopfung auch nach ein bis zwei Tagen nicht, sollten Hundebesitzer einen Tierarzt aufsuchen. Auch wenn der Hund nach einer Verstopfung zwar Kot absetzt, dabei aber Schmerzen zu haben scheint, sollten sich Halter an den Veterinärmediziner wenden. Das gilt ebenso, wenn der Hund zusätzlich zur Verstopfung keinen Appetit zu haben scheint. Der Tierarzt oder die Tierärztin kann beurteilen, ob es sich um einen leichteren oder schwereren Fall handelt und welche Ursache hinter der Verstopfung stecken könnte.

Verstopfung beim Hund: Diese Ursachen kommen infrage

Wenn ein Hund verstopft ist, kann das viele unterschiedliche Gründe haben. Besonders häufig liegt es an einer falschen Fütterung oder einer ungeeigneten Ernährung. Mögliche Ursachen für eine Verstopfung beim Hund, die mit der Ernährung oder Fütterung zusammenhängen, sind:

  • Fütterungsfehler: Der Hund frisst für ihn ungeeignete Essensreste (zum Beispiel Zwiebeln, Knoblauch, Weintrauben oder Nüsse), Abfall, Stöckchen oder Spielzeug. Auch durch Knochen kann eine Verstopfung entstehen (kleine abgelöste Splitter machen den Kot hart oder können gar den Ausgang im Magen blockieren).
  • Umstellung des Futters: Ein Wechsel des üblichen Futters oder von Leckerlis kann ebenfalls eine Verstopfung verursachen.
  • Allergie / Unverträglichkeit: Bekommt ein Hund eine Verstopfung, kann diese das Symptom einer Futtermittelallergie oder einer Lebensmittel-Unverträglichkeit sein.
  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme: Trinkt der Hund zu wenig, kann das dazu führen, dass der Kot zu hart wird.
     

Abgesehen von diesen möglichen ernährungsbedingten Ursachen kann eine Verstopfung noch weitere Ursachen haben. Dazu zählen:

  • Schmerzen des Bewegungsapparats: Die Verstopfung kann Bauchschmerzen verursachen, die es dem Hund unangenehm machen, sich zu bewegen.
  • Entzündete Analbeutel
  • Parasiten
  • Bakterien- oder Virus-Infektion
  • Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel Schilddrüsenunterfunktion)
  • Darmerkrankungen (zum Beispiel Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED))
  • Tumore
  • Fraktur des Beckens
  • Unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten (etwa Eisenpräparate, Schmerzmittel oder Entwässerungs-Medikamente)
     

Quellen:

  • Hartmann, Michael: Patient Hund – Krankheiten erkennen, vorbeugen und behandeln; Oertel und Spörer; 3. Auflage 2021
  • Lausberg, Frank: Erste Hilfe für den Hund - Symptome erkennen, schnell handeln; Kosmos; 1. Auflage 2013
  • Online-Informationen Tierklinik.de: www.tierklinik.de; Abruf: 09.10.2022
     

Von Jan Schwenkenbecher

Das Original zu diesem Beitrag "Hund Verstopfung" stammt von FOCUS Tierarzt.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.