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Weniger intensiver Geruch

Studie überrascht: Diese Pflanze ist für viele Katzen spannender als Katzenminze

Viele Katzen reagieren auf Katzenminze in der Natur laut Studie nicht so stark.
Viele Katzen reagieren auf Katzenminze in der Natur laut Studie nicht so stark. Getty Images/peplow
Viele Katzen reagieren überraschend zurückhaltend auf frische Katzenminze. Eine Studie zeigt jetzt, welche Pflanze die Tiere in der Natur bevorzugen.
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Katzenminze gilt als Klassiker für verspielte Stubentiger. Viele Halterinnen und Halter erwarten deshalb, dass ihre Katze daran schnuppert, sich reibt oder ausgelassen über den Boden rollt. Doch genau diese Reaktion bleibt bei manchen Tieren aus – und eine neue Studie zeigt nun, woran das liegen könnte.

Wie das Wissenschaftsportal „Smart Up News“ berichtet, untersuchte ein Forschungsteam der Iwate University in Morioka (Japan), wie Katzen auf frische Katzenminze und Silberwein reagieren. Das überraschende Ergebnis: Viele Tiere interessierten sich deutlich stärker für Silberwein, auch Matatabi genannt.

Katzenminze wirkt nicht bei jeder Katze gleich

Für die Untersuchung beobachteten die Wissenschaftler frei lebende Katzen in einem Garten. Dort wuchs frische Katzenminze, direkt daneben legte das Team Zweige und Blätter von Silberwein aus. Über zehn Nächte hinweg tauchten sechs Katzen an der Versuchsstelle auf.

Fünf Tiere reagierten klar auf Silberwein: Sie rieben Gesicht und Körper an den Pflanzenteilen oder rollten sich daneben auf dem Boden. Bei der Katzenminze blieb das typische Verhalten dagegen aus. Keine der Katzen zeigte dort die erwartete Reaktion.

Auch spätere Tests mit Pflanzenextrakten bestätigten das Bild. Dabei schnitten die Silberwein-Proben deutlich besser ab als die Katzenminze-Proben. 

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Die Ergebnisse:

  • 15 von 22 Hauskatzen reagierten ausschließlich auf Silberwein
  • nur drei Tiere interessierten sich allein für Katzenminze
  • eine Katze reagierte auf beide Pflanzen
  • drei Tiere schnupperten nur kurz und gingen weiter
     

Die Katzen stammten ursprünglich aus Europa, den USA und dem Nahen Osten. Damit wollten die Forschenden ausschließen, dass Silberwein nur für japanische Katzen besonders interessant ist.

Warum frische Katzenminze viele Katzen kaltlässt

Besonders auffällig war die chemische Analyse der Pflanzen. Katzenminze enthält deutlich mehr Nepetalacton – also jenen Duftstoff, der das bekannte Rollen und Reiben bei Katzen auslösen kann. Die Konzentration lag sogar rund 170-mal höher als im Silberwein.

Eigentlich hätte Katzenminze also stärker wirken müssen. Doch unter natürlichen Bedingungen entschieden sich viele Tiere anders. Professor Masao Miyazaki von der Iwate University erklärte dazu: „Auf den ersten Blick war das kontraintuitiv.“ Weiter sagte er: „Man könnte erwarten, dass eine Pflanze mit mehr aktiven Verbindungen und Stoffen, die im Labor klar wirken, auch unter natürlichen Bedingungen eine stärkere Reaktion auslöst. Aber genau das beobachteten wir nicht.“

Eine mögliche Erklärung liegt in der Intensität des Geruchs. Frische Katzenminze setzt dauerhaft viele Duftstoffe frei. Für manche Katzen könnte das zu stark sein. Silberwein scheint dagegen häufiger den Reiz auszulösen, den viele Halterinnen und Halter eigentlich von Katzenminze erwarten.

Getrocknete Katzenminze kann anders wirken

Die Beobachtung passt zu einem historischen Hinweis: Der britische Botaniker Philip Miller schrieb bereits 1768, Katzen würden Katzenminze besonders mögen, wenn sie verwelkt sei. Große Mengen frischer Pflanzen hätten sie dagegen eher gemieden.

Das könnte erklären, warum manche Katzen auf getrocknete Katzenminze in Spielzeugen stärker reagieren als auf frische Pflanzen. Beim Trocknen verflüchtigt sich ein Teil der Duftstoffe. Der Geruch wird dadurch weniger intensiv und für einige Tiere möglicherweise angenehmer.

Erstautorin Reiko Uenoyama, Assistenzprofessorin an der Iwate University, sagte dazu: „Katzenminze kann bei Labortests funktionieren. Das bedeutet aber nicht, dass Katzen sie in einer natürlichen Umgebung tatsächlich wählen.“

Silberwein könnte für Katzen mehr sein als Spielreiz

Silberwein und Katzenminze lösen bei Katzen offenbar nicht nur Neugier oder Spielverhalten aus. Frühere Arbeiten derselben Forschungsgruppe deuten darauf hin, dass die Duftstoffe auch Mücken abwehren können.

Wenn Katzen sich an den Pflanzen reiben oder auf dem Boden rollen, verteilen sie die Stoffe auf Fell und Haut. Bei Silberwein scheint dieser Effekt besonders stark zu sein. Die Pflanze verändert ihren Duft zusätzlich, wenn Katzen daran lecken oder kauen.

Für Halterinnen und Halter ist die Studie vor allem deshalb spannend, weil sie ein bekanntes Alltagsphänomen erklärt: Nicht jede Katze springt auf Katzenminze an. Manche Tiere reagieren stärker auf Silberwein, andere bevorzugen getrocknete Produkte. Entscheidend ist offenbar nicht nur, welcher Wirkstoff in einer Pflanze steckt – sondern auch, wie intensiv er für die Katze riecht.