Hat dein Hund eine Lieblingspfote? Studie zeigt, worauf es ankommt
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Beim Menschen ist die Händigkeit deutlich verteilt. Bei Hunden kann zunächst ein ähnliches Bild entstehen. Wenn ein Tier beim Pfötchengeben immer dieselbe Seite nutzt, wirkt das wie ein Hinweis auf eine feste Präferenz. Eine Untersuchung eines Teams der Universität Bari deutet jedoch darauf hin, dass die bevorzugte Pfote stark von der jeweiligen Aufgabe beeinflusst wird.
Studie testet Hunde in vier Situationen
Für die Untersuchung beobachteten die Forschenden 43 Hunde unterschiedlicher Rassen, die vier Aufgaben lösen mussten. Die Versuche fanden in verschiedenen Umgebungen statt: in der Wohnung der Tiere, draußen sowie in einem Testraum an der Universität. In einem Test sollten die Hunde ein Futterspielzeug mit einer Pfote festhalten, um an die Belohnung zu kommen. In einem weiteren Versuch mussten sie mit einer Pfote Futter unter einem Möbelstück hervorholen. Zwei weitere Aufgaben erfassten Bewegungsabläufe: Auf einer Treppe und auf einer Plattform hielten die Forschenden jeweils fest, mit welcher Pfote die Tiere zuerst nach unten setzten.
Keine generelle Lieblingspfote erkennbar
Im Durchschnitt war keine klare Richtung zu sehen – weder zugunsten der linken noch der rechten Pfote. Betrachtet man jedoch die einzelnen Tiere, ergibt sich ein anderes Bild: Die meisten setzten ihre Pfoten nicht gleich häufig ein. Welche Seite bevorzugt wurde und wie ausgeprägt diese Vorliebe war, unterschied sich je nach Aufgabe. Bei den Futtertests war die Präferenz stärker zu erkennen, bei gleichmäßigen Bewegungen, bei denen beide Körperseiten ähnlich beansprucht wurden, dagegen schwächer.
Unterschiede nach Aufgabe und teils nach Geschlecht
Rund 21 Prozent der Hunde verwendeten ihre Pfoten je nach Situation ohne deutliche Bevorzugung. Etwa 33 Prozent zeigten eine starke und beständige Präferenz für eine Seite. Ungefähr 47 Prozent nutzten mal die eine, mal die andere Pfote bevorzugt. Bei einer der Futteraufgaben griffen männliche Hunde eher mit der linken Pfote zu. Weibliche Tiere setzten dagegen beide Pfoten weitgehend gleich oft ein. Über sämtliche Aufgaben hinweg zeigte sich jedoch kein durchgehendes Muster.
Warum frühere Studien zu anderen Ergebnissen kamen
Die Resultate könnten erklären, weshalb ältere Untersuchungen zur Pfotenpräferenz häufig zu unterschiedlichen Befunden kamen. Oft betrachteten Forschende nur eine einzelne Aufgabe, die lediglich einen Teil des Verhaltens abbildete. Wenn sich die Pfotennutzung aber je nach Anforderung verändert, entsteht daraus kein eindeutiges Gesamtbild.
Die Autorinnen und Autoren raten deshalb dazu, mehrere Aufgaben zu verbinden und daraus ein Gesamtmaß zu bilden – vergleichbar mit Tests zur Händigkeit beim Menschen. Ob ein Hund beim Pfötchengeben stets dieselbe Pfote hebt, sagt demnach wenig darüber aus, ob er tatsächlich eine „Lieblingspfote” hat.
Das Original zu diesem Beitrag "Sind Hunde links- oder rechtspfötig?" stammt von Spektrum.de.
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