Influencer-Hund offenbar gestohlen, verkauft und im Restaurant verzehrt
,regionOfInterest=(658,794)&hash=fc2c28b08e3e74322d53366929d46fb0ef88cd2e9d001eae88b2059a8e710daa)
Chutou war für seinen Besitzer Guo jahrelang Reisebegleiter, Beschützer und treuer Freund. Der Border Collie begleitete den chinesischen Blogger durch Schnee, Wüsten und Berge, schlief an seiner Seite und wurde auf Douyin, der chinesischen Version von TikTok, selbst berühmt. Mehr als 1,5 Millionen Menschen folgten den gemeinsamen Abenteuern.
Jetzt sorgt der Tod des acht Jahre alten Hundes in China für Entsetzen. Wie die britische Zeitung „The Independent“ berichtet, verschwand Chutou am 11. Mai, während Guo im Ausland war. Der Hund wurde in dieser Zeit von Guos Vater betreut. Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen zeigen, wie zwei Personen den Border Collie auf einem Elektroroller vom Familiengrundstück mitnahmen.
Border Collie Chutou wurde offenbar an Restaurant verkauft
Guo brach seine Reise ab und kehrte nach China zurück, um nach seinem Hund zu suchen. Rund zwei Wochen später fand er einen Mann, den er für den Diebstahl verantwortlich macht. Für die Rückgabe von Chutou bot er 10.000 Yuan, umgerechnet etwa 1.200 Euro.
Doch nach Angaben der „South China Morning Post“ war es zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät. Der mutmaßliche Dieb soll Guo gesagt haben, dass Chutou für 180 Yuan, also rund 22 Euro, an ein Restaurant verkauft worden sei. Dort sei der Hund geschlachtet und verzehrt worden.
Der Mann behauptete demnach, er habe Chutou für einen Streuner gehalten. Guo widerspricht dieser Darstellung. Sein Hund habe ein Halsband und einen GPS-Tracker getragen und sich auf dem Grundstück seiner Familie befunden.
Gestohlener Hund löst Debatte über Tierschutz aus
Besonders fassungslos macht viele Menschen die Reaktion des mutmaßlichen Täters. Eine Entschuldigung soll es nicht gegeben haben. Stattdessen habe der Mann gesagt: „Der Hund ist tot, also hör auf, so einen Aufriss darum zu machen. Ich habe nicht gegen das Gesetz verstoßen.“
Guo erstattete Anzeige und übergab der Polizei Beweise. Das Nachrichtenportal HK01 meldete, dass die Polizei im Kreis Ningling in der chinesischen Provinz Henan Ermittlungen aufgenommen hat.
Rechtlich könnte der Fall kompliziert werden. Wie „South China Morning Post“ schreibt, werden Haustiere in China weitgehend als Eigentum behandelt. Ein umfassendes nationales Schutzgesetz für Haustiere gibt es dort nicht.
Ein Anwalt erklärte dem Bericht zufolge, dass ein Diebstahl strafrechtlich verfolgt werden könne, wenn der Wert des gestohlenen Eigentums über 2.000 Yuan liegt. Guo hatte Chutou 2018 als Welpen für mehr als diesen Betrag gekauft. Zusätzlich könnte die Bekanntheit des Hundes in sozialen Netzwerken eine Rolle spielen, lässt sich juristisch aber schwerer belegen.
,regionOfInterest=(377,203)&hash=77a8e0244f7f4f8e4ad5141dcb9448b6857c2cadfc6f75a30ac68a8a86fb8345)
Hunde- und Katzenfleischhandel in China bleibt umstritten
Viele Nutzerinnen und Nutzer erinnern online an Chutous alte Videos. Ein Kommentar lautet: „Ich habe geweint, als ich Chutous alte Videos gesehen habe. Eine so lebensfrohe Seele fand ein so tragisches Ende. Diejenigen, die ihn gestohlen, getötet und gegessen haben, müssen dafür bezahlen.“
Der Fall rückt auch den Hunde- und Katzenfleischhandel in China erneut in den Mittelpunkt. Humane World for Animals schätzt, dass in China jährlich etwa zehn Millionen Hunde und vier Millionen Katzen für den Verzehr getötet werden. Die Organisation betont zugleich, dass der Konsum von Hunde- und Katzenfleisch in der Bevölkerung nicht weit verbreitet sei.
In Städten wie Shenzhen und Zhuhai ist der Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch bereits verboten. Seit 2020 gelten Hunde in China außerdem nicht mehr als Nutztiere. Ein landesweites Tierschutzgesetz fehlt jedoch weiterhin.
,regionOfInterest=(1178,812)&hash=0cd6e56fda127d4c3a2147bcbf6f961954d94dab4db3ab0f14c5cf4574b27cfc)