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Neue Umfrage

Bürohund statt Benefit? Beschäftigte setzen neue Prioritäten bei Jobwahl

Für mehr Menschen zählt es inzwischen, den Hund mit ins Büro nehmen zu dürfen.
Für mehr Menschen zählt es inzwischen, den Hund mit ins Büro nehmen zu dürfen. Getty Images/Seth K. Hughes
Immer mehr Menschen wünschen sich hundefreundliche Arbeitgeber. Für 57 Prozent spielt die Möglichkeit eines Bürohundes bei der Jobwahl eine Rolle.

Wer einen Hund hat, kennt das Problem: Während Herrchen oder Frauchen im Büro sitzt, verbringt der Vierbeiner oft viele Stunden allein zu Hause. Genau deshalb wünschen sich immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Möglichkeit, ihren Hund mit zur Arbeit zu bringen.

Eine aktuelle Befragung von Mars unter 1.000 Beschäftigten in Deutschland zeigt, wie wichtig das Thema inzwischen geworden ist. Für 57 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind haustierfreundliche Regelungen ein Faktor bei der Wahl eines Arbeitgebers. Für viele Menschen ist ein Hund im Büro damit längst mehr als ein netter Bonus.

Aktionstag „Kollege Hund“ soll Unternehmen zum Umdenken bewegen

Passend dazu findet am 11. Juni erneut der Aktionstag „Kollege Hund“ statt. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, öffnen bundesweit rund 1.000 Unternehmen ihre Türen für Vierbeiner. Mitarbeitende können ihre Hunde an diesem Tag mitbringen und gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen testen, wie ein hundefreundlicher Arbeitsplatz funktionieren kann.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion vor 19 Jahren vom Deutschen Tierschutzbund und einem Hundefutterhersteller. „An diesem Schnuppertag sollen Mitarbeitende die Möglichkeit haben, ihre Hunde mit zur Arbeit zu nehmen“, sagte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, gegenüber der Rheinischen Post.

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Nach seiner Einschätzung sind Hunde im Büro längst keine Seltenheit mehr. Flexible Arbeitsmodelle und Homeoffice hätten dazu beigetragen, dass sich Beruf und Hundehaltung heute vielerorts besser vereinbaren lassen.

Hunde im Büro werden wichtiger als klassische Benefits

Während Unternehmen lange mit Benefits wie Firmenfeiern oder Deutschlandticket um Fachkräfte geworben haben, verändern sich die Erwartungen vieler Beschäftigter.

Mars zufolge bewerten 38 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haustierfreundliche Regelungen höher als Vorteile wie Fahrradleasing, Mitarbeiterrabatte oder kostenlose Snacks. Für 33 Prozent sind sie sogar wichtiger als zusätzliche Elternzeit oder eine private Krankenversicherung.

Besonders junge Menschen achten darauf. Fast jeder zweite Beschäftigte zwischen 18 und 24 Jahren berücksichtigt bei der Jobsuche gezielt, ob Hunde oder andere Haustiere am Arbeitsplatz erlaubt sind.

Warum Unternehmen von Bürohunden profitieren können

Viele Beschäftigte verbinden Hunde am Arbeitsplatz nicht nur mit mehr Komfort im Alltag. Die Mehrheit erwartet auch positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima.

So sind 80 Prozent der Befragten überzeugt, dass Haustiere für eine entspanntere Atmosphäre im Büro sorgen. Zudem empfinden 52 Prozent Unternehmen mit haustierfreundlichen Regelungen als stärkere Unterstützung bei der Rückkehr aus dem Homeoffice.

Für Arbeitgeber kann das auch im Wettbewerb um Fachkräfte interessant sein. 34 Prozent der Beschäftigten sehen offizielle Regelungen für Haustiere am Arbeitsplatz als Zeichen dafür, dass dem Unternehmen das Wohlbefinden seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig ist.

Hunde im Büro können auch Tierheimen helfen

Befürworter sehen darüber hinaus Vorteile für den Tierschutz. Viele Hunde verbringen während der Arbeitszeit mehrere Stunden allein oder müssen betreut werden.

Thomas Schröder verweist darauf, dass tierfreundliche Arbeitsplätze auch Tierheime entlasten können. Wenn sich Beruf und Hundehaltung leichter vereinbaren lassen, würden weniger Tiere aus Zeitmangel abgegeben. Gleichzeitig könnten mehr Menschen die Adoption eines Hundes in Betracht ziehen.

Die Mars-Umfrage deutet in eine ähnliche Richtung. Demnach würden 77 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne Haustier eher über die Anschaffung eines Tieres nachdenken, wenn ihr Arbeitgeber haustierfreundlichere Regelungen anbieten würde.

Viele Arbeitgeber kommunizieren ihre Regeln nicht

Trotz der großen Nachfrage fehlt es häufig an Transparenz. Zwar wünschen sich 67 Prozent der Beschäftigten Informationen zu Haustierregelungen bereits in Stellenanzeigen, doch viele finden diese Angaben bei der Jobsuche nicht.

Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, entsprechende Informationen nur schwer zu finden. Gleichzeitig berichten 34 Prozent, dass ihr Arbeitgeber zwar haustierfreundliche Regelungen hat, diese aber gar nicht in Stellenausschreibungen erwähnt.

Für Tomasz Pawlowski, Geschäftsführer von Mars Pet Nutrition Deutschland, liegt darin eine Chance: „Hundefreundliche Büros können für Tiere, Mitarbeitende und Arbeitgeber eine echte Bereicherung sein und zugleich die Attraktivität von Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte stärken. Dass das funktioniert, erleben wir seit über 25 Jahren in unseren eigenen Büros. Mit dem Aktionstag ‚Kollege Hund‘, den wir mit unserer Marke Cesar und dem Deutschen Tierschutzbund am 11. Juni organisieren, möchten wir auch andere Arbeitgeber dafür gewinnen, ihre Türen für Hunde zu öffnen.“