Katze sterilisieren lassen? Warum viele Tierärzte stattdessen zur Kastration raten
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Die Sterilisation ist eine Alternative zur Kastration. Sie hat das Ziel, eine Katze unfruchtbar zu machen. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme werden nicht grundsätzlich Kater kastriert und Katzen sterilisiert. Tatsächlich sind das zwei verschiedene Operationen, die nicht vom Geschlecht des Tieres abhängen.
Bei einer Kastration werden beim Kater die Hoden entfernt, bei der Katze die Eierstöcke und meistens auch die Gebärmutter. Bei einer Sterilisation kappt der Tierarzt dagegen nur die Samenleiter bzw. die Eileiter. Dadurch können Samen- und Eizellen nicht mehr weitergeleitet werden, sodass keine Befruchtung mehr möglich ist – darüber hinaus hat der Eingriff aber keine Folgen für das übrige Leben der Katze.
Katze sterilisieren: Ab wann ist es möglich?
Ab welchem Zeitpunkt eine Sterilisation infrage kommt, hängt wie bei der Kastration in der Regel mit der Pubertät zusammen, also mit dem Erreichen der Geschlechtsreife. Meist sind die Tiere dann etwa fünf bis sechs Monate alt. Operiert werden sollte eine Katze möglichst nicht während der Rolligkeit, weil das Gewebe in dieser Phase stärker durchblutet ist.
So läuft die Sterilisation bei Katzen ab
So sieht der Ablauf einer Sterilisation aus:
- Bei einem ersten Termin erläutert der Tierarzt oder die Tierärztin dem Halter den Eingriff und kontrolliert in einer Voruntersuchung, ob die Katze gesund genug für eine Narkose ist.
- Ungefähr zwölf Stunden vor der Operation sollte die Katze kein Futter mehr bekommen. Wasser ist weiterhin erlaubt.
- Der Tierarzt bereitet den Operationstisch vor und legt die Katze in Narkose. Dabei schläft sie tief und empfindet keine Schmerzen.
- Der Operationsbereich – bei der Katze der Unterbauch, beim Kater der Hodensack – wird rasiert und sorgfältig desinfiziert.
- Mit dem Skalpell schafft sich der Tierarzt Zugang zu Samenleitern oder Eileitern, schnürt sie ab und trennt sie durch. Beim Kater reichen dafür kleine Schnitte am Hodensack. Bei der Katze muss dagegen die Bauchhöhle geöffnet werden. Deshalb ist der Eingriff bei ihr aufwendiger und das Risiko für Komplikationen höher.
- Danach werden die Wunden verschlossen, bei Katzen zusätzlich mit inneren Fäden, die sich nach einigen Tagen selbst auflösen. Äußere Fäden lassen sich nach etwa zehn Tagen entfernen. Beim Kater ist die Wunde meist so klein, dass häufig gar nicht genäht werden muss.
- Nach dem Eingriff bleibt die Katze noch einige Stunden in der Praxis, kann aber normalerweise noch am gleichen Tag wieder mit nach Hause. Sie erhält Schmerzmittel sowie eine Halskrause oder einen Body, damit sie nicht an der Wunde leckt.
Eine Sterilisation bringt nur geringe Risiken mit sich. Neben dem allgemeinen Narkoserisiko, das bei jeder Operation besteht, kann sich die Wunde in manchen Fällen entzünden. Allergische Reaktionen auf Narkosemittel oder Medikamente treten nur sehr selten auf. Eine anfängliche Schwellung im Wundbereich ist normal und bildet sich meist von selbst zurück.
Nach der OP: Das solltest du beachten
Kater verkraften den Eingriff üblicherweise gut, weil ihre Wunde sehr klein ist. Bei einer sterilisierten Katze ist die Wunde am Bauch größer, deshalb hat sie oft etwas länger mit den Folgen der Operation zu tun.
Meist ist jedoch keine aufwendige Nachsorge nötig: Das Tier braucht Ruhe und sollte an einem stillen, nicht zu hellen Ort schlafen können, bis die Wirkung der Narkose vollständig abgeklungen ist. Am besten bleibt die Katze mit einer warmen Decke oder einer nicht zu heißen Wärmflasche in der Transportbox, die du auf den Boden stellst, damit beim Aufwachen keine Sturzgefahr entsteht. Die meisten Katzen sind nach einer Operation zunächst noch unsicher auf den Beinen.
Wasser kannst du der Katze sofort anbieten. Füttern solltest du dein Tier nicht, bevor die Narkose vollständig nachgelassen hat, da sonst das Risiko besteht, dass sich das Tier verschluckt oder im schlimmsten Fall an Futterbrocken erstickt.
In den ersten Tagen nach der Operation sollten Halterinnen und Halter die Katze möglichst nicht hochnehmen. Wenn es doch sein muss, ist wichtig, den Bauch nicht zu berühren. Ebenso entscheidend ist es, im Blick zu behalten, dass sie sich die Naht nicht aufbeißt oder ständig daran leckt. Äußere Fäden, die nicht selbst verschwinden, können nach ungefähr zehn Tagen beim Tierarzt entfernt werden. In dieser Zeit findet auch eine kurze Nachkontrolle statt.
Kosten für die Sterilisation einer Katze
Wie viel die Sterilisation einer Katze kostet, richtet sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Im Jahr 2025 lagen die Kosten für die Sterilisation eines Katers bei etwa 50 bis 120 Euro, für die Sterilisation einer Katze bei ca. 80 bis 320 Euro. Der Betrag, den der Halter oder die Halterin am Ende zahlen muss, fällt allerdings höher aus – denn diese Preise beziehen sich nur auf den chirurgischen Eingriff. Narkose, nötige Medikamente oder Mehraufwand müssen extra bezahlt werden, sodass sich die Gesamtkosten je nach Geschlecht auf 145 bis 600 Euro belaufen.
Da Tierärzte bis zum dreifachen Gebührensatz abrechnen dürfen und die Preise regional unterschiedlich sind, lässt sich kaum ein verlässlicher Pauschalpreis für die Sterilisation von Katzen nennen. Grundsätzlich gilt aber, dass die Sterilisation einer Katze deutlich teurer ist als die eines Katers, weil der operative Aufwand größer ist.
Sterilisation oder Kastration bei Katzen?
Weil die Geschlechtsorgane bei einer Sterilisation erhalten bleiben, wirkt sie sich im Unterschied zur Kastration nicht auf den Hormonhaushalt aus. Der Sexualtrieb bleibt bei sterilisierten Tieren bestehen. Das heißt, dass Katzen weiter rollig und scheinträchtig werden und Kater weiterhin ihr Revier mit Urin markieren und andere Kater als Konkurrenten ansehen.
Wenn sie sich paaren, können sie zwar keine Jungen mehr zeugen, sich aber weiterhin mit Infektionskrankheiten wie FIV („Katzenaids“) oder FeLV („Katzenleukämie“) anstecken. Im Gegensatz zur Kastration senkt eine Sterilisation bei Katzen außerdem nicht das Risiko für Krankheiten, die mit den Geschlechtshormonen zusammenhängen, etwa Eierstockzysten, Tumoren der Säugeleiste oder Gebärmutterentzündungen. Deshalb sehen viele Tierärztinnen und Tierärzte die Vorteile eher bei der Kastration – einige lehnen Sterilisationen sogar grundsätzlich ab.
Quellen:
- Online-Informationen Akademie für Tierheilkunde: www.atm.de; Abruf: 13.10.2021
- Online-Informationen Bundestierärztekammer: www.bundestieraerztekammer.de; Abruf: 13.10.2021
- Online-Informationen Tierklinik Oberhaching: www.tierklinik-oberhaching.de; Abruf: 13.10.2021
Von Sina Horsthemke
Das Original zu diesem Beitrag "Sollte man die Katze sterilisieren lassen?" stammt von FOCUS Tierarzt.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.
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