vg-wort
ANZEIGE
Besonderes Denkmal

Bea erinnert mit XXL-Graffiti an ihren verstorbenen Dackel Lucky

Dackel Lucky wurde fast 15 Jahre alt – nun ziert er die Fassade seines Zuhauses.
Dackel Lucky wurde fast 15 Jahre alt – nun ziert er die Fassade seines Zuhauses. Floran Erb (Der Kunstwerker)
Der Tod eines Haustiers hinterlässt oft eine große Lücke. Eine Halterin aus Hessen gedenkt ihres verstorbenen Dackels nun mit einem XXL-Graffiti.

Ein Dackel aus Hessen ist weit über seine Nachbarschaft hinaus bekannt geworden: In Münster-Altheim erinnert ein riesiges Graffiti an den verstorbenen Hund Lucky. Das Wandbild zeigt den Dackel im XXL-Format an der Außenwand seines früheren Zuhauses – und ist für seine Halterin Bea Glodde weit mehr als nur ein Porträt.

Lucky wurde fast 15 Jahre alt und war für seine Besitzerin ein fester Teil des Alltags. Nach seinem Tod wollte Bea Glodde keinen gewöhnlichen Weg des Gedenkens wählen. Stattdessen beauftragte sie den Offenbacher Künstler Florian Erb damit, ihren Dackel im Großformat zu porträtieren.

Lucky lebt als XXL-Graffiti weiter: „Er war typisch Dackel“

Wie hessenschau.de berichtet, ist das Graffiti etwa fünf Meter hoch und sechs Meter breit. Entstanden ist es an der ehemaligen Wohnstätte des Hundes im südhessischen Münster im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Für die Arbeit nutzte Florian Erb unter anderem eine Hebebühne und zahlreiche Farbdosen.

Der Dackel starb im Alter von 14 Jahren. Nach seinem Tod wurde er im Garten beerdigt. Sein Frauchen wollte sich jedoch nicht mit klassischen Erinnerungsritualen begnügen. Das Graffiti sollte Lucky nicht nur abbilden, sondern seine Persönlichkeit sichtbar machen.

„Er war typisch Dackel, dickköpfig, aber irgendwie auf eine sehr charmante Art und Weise. Also er wusste schon immer, was er wollte, aber ich konnte mich auch immer sehr auf ihn verlassen. Es war einfach ein tolles Zusammenleben mit ihm“, erinnert sich Bea Glodde im Gespräch mit dem Radiosender HIT RADIO FFH.

ANZEIGE

Erinnerung an verstorbenen Hund: Projekt Lucky war kein alltäglicher Künstler-Auftrag

Für das Wandbild arbeitete Künstler Florian Erb zunächst mit mehreren Fotos von Lucky. Daraus entstand gemeinsam mit Bea Glodde ein digitaler Entwurf. Bei einem Tierporträt zählt dabei nicht nur, ob Fellfarbe, Augen oder Kopfform stimmen. Entscheidend ist, ob auch der Ausdruck des Tieres getroffen wird.

Lucky sollte auf dem Graffiti so wirken, wie seine Halterin ihn in Erinnerung behalten hat: wachsam, eigensinnig, vertraut, präsent und voller Persönlichkeit.

Für Florian Erb war das Graffiti ebenfalls kein alltäglicher Auftrag. Drei Tage arbeitete der Künstler vor Ort an der Hauswand. Dabei wurde Lucky nach und nach im Großformat sichtbar – ein Prozess, den auch Menschen aus der Nachbarschaft aufmerksam verfolgten.

Künstler Florian Erb: „In dieser Intensität habe ich das so noch nicht erlebt“

„Das ganz Besondere an diesem Auftrag war die Emotionalität, die er mit sich gebracht hat. Ich habe schon viele individuelle Wandgestaltungen umgesetzt, aber in dieser Intensität habe ich das so noch nicht erlebt“, sagte der Künstler im Interview mit „mit Tier“. „Es hat sich ein bisschen so angefühlt, als dürfte ich einen echten kleinen Star der Herzen malen – während des Prozesses kamen immer wieder Nachbarn und Bekannte vorbei und haben mitgefiebert.“

Auch die Enthüllung des fertigen Graffitis wurde zu einem besonderen Moment, wie der Künstler berichtet: „Für mich war das ein Auftrag, der auch persönlich etwas ganz Besonderes war. Genau deshalb war es mir wichtig, dass meine Kundin den letzten ‚Handgriff‘ selbst übernimmt: das Entfernen des Klebebands am Rahmen und damit das Enthüllen des fertigen Werks. Diesen Moment habe ich ihr bewusst überlassen, begleitet vom Applaus der Nachbarn. Mit Sicherheit ist das eine Erfahrung, die mir noch sehr lange in schöner Erinnerung bleiben wird.“

So ist aus der Trauer um einen verstorbenen Hund ein sichtbares Denkmal geworden. Lucky bleibt nicht nur in den Erinnerungen seiner Halterin lebendig, sondern schaut nun im XXL-Format in seine alte Nachbarschaft.