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Kann tödlich enden

Pica-Syndrom bei Katzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Katze in Tierarztpraxis (pr) - McPPUW
imago images / McPHOTO
Pica-Syndrom hört sich zunächst nicht dramatisch an, kann für die Katze jedoch tödlich enden. Von daher solltest du die Diagnose unbedingt ernst nehmen.

Pica ist die lateinische Bezeichnung für Elster. Während die Elster jedoch lediglich Gegenstände sammelt, kann das Pica-Syndrom bei Katzen gefährlich sein. Unter Umständen kann dieses krankhafte Verhalten für den Stubentiger tödlich enden. Deshalb ist schnelles Handeln wichtig.

Beim Pica-Syndrom handelt es sich um eine schwerwiegende Verhaltensstörung bei Katzen. Durch diese Störung wird der angeborene Fressinstinkt der Tiere außer Kraft gesetzt. Unter Umständen kann das Pica-Syndrom bereits im ersten Lebensjahr auftreten und über einen längeren Zeitraum andauern.

Katzen sind im Gegensatz zu Hunden normalerweise sehr vorsichtig bei der Nahrungsaufnahme. Alles wird zunächst genau untersucht, und was den kleinen Stubentigern auch nur ansatzweise verdächtig vorkommt, wird in der Regel konsequent verweigert. Das kann sogar für das teuerste Katzenfutter gelten. Wer schon einmal versucht hat, einer Katze notwendige Medikamente zu verabreichen, weiß, wie schwierig das meist ist.

Falls du dich fragst, wie es dennoch passieren kann, dass Katzen vergiftet werden, gibt es dafür eine einfache Erklärung: Katzen nehmen Gift in der Regel über erlegte Kleintiere wie Mäuse oder Ratten auf.

Beim Pica-Syndrom funktioniert dieses natürliche Alarmsystem jedoch nicht mehr. Die Stubentiger fressen einfach alles, was sie finden können, und das ohne Rücksicht auf die Folgen. Diese können erheblich sein, denn je nachdem, was die Katze vor oder in die Schnauze bekommt, kann es schnell lebensgefährlich werden.

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Leidet eine Katze unter dem Pica-Syndrom, frisst sie nicht nur mehr oder weniger Essbares. Sie nimmt vollkommen unkontrolliert alles auf, was sie findet, egal ob Schnürsenkel, Plastik, Textilien oder Steinchen. Beobachtest du, dass deine Katze ständig an Gegenständen leckt, kann das bereits ein erster Hinweis auf die Erkrankung sein.

Pica-Syndrom bei Katzen: Ursachen und Folgen

Das Pica-Syndrom führt früher oder später oft zu Verstopfung, Darmverschluss oder Darmriss sowie zu anderen inneren Verletzungen. Zudem kann sich der Stubentiger eine Vergiftung zuziehen, die nicht selten ebenfalls tödlich endet.

Wie es zu dieser Essstörung kommt, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Eine Theorie geht davon aus, dass die Tiere zu früh von der Mutter getrennt wurden. Auch eine Mangelernährung kann eine mögliche Erklärung für das Fehlverhalten sein.

Besonders häufig sind orientalische Katzen wie Burma- und Siamkatzen vom Pica-Syndrom betroffen. Deshalb gehen einige Experten davon aus, dass es sich um eine vererbbare Störung handeln könnte.

Eine weitere Erklärung ist, dass die Katze schlicht unglücklich ist. Langeweile, Einsamkeit oder Stress können dazu führen, dass die Fellnase dieses Fehlverhalten entwickelt.

Kurz gesagt: Das Pica-Syndrom ist sehr gefährlich für deine Katze und kann verschiedene Ursachen haben. Deshalb solltest du schnellstmöglich mit deiner Katze einen Tierarzt aufsuchen. Nur so lässt sich zuverlässig klären, ob hinter dem Pica-Syndrom vielleicht eine Mangelernährung oder ein anderes medizinisches Problem steckt.

So lässt sich das Pica-Syndrom bei Katzen behandeln

Beruht das Pica-Syndrom auf medizinischen Ursachen oder einer Mangelernährung, hast du in der Regel die besten Chancen, das Problem schnell und erfolgreich in den Griff zu bekommen. In allen anderen Fällen kann die Ursachenforschung deutlich schwieriger sein.

Zunächst solltest du prüfen, ob eine artgerechte Katzenhaltung gegeben ist und was sich verbessern lässt. Keine Katze, die den ganzen Tag allein in der Wohnung sitzt, ist wirklich glücklich. Lässt sich kein Freigang ermöglichen, sollten Katzen zumindest nicht dauerhaft allein gehalten werden.

Plane jeden Tag feste Zeiten ein, in denen du dich ausgiebig mit deiner Katze beschäftigst. Mit einer Katzenangel kannst du nahezu jede Katze begeistern. Du kannst dieses Spielzeug ganz leicht selbst herstellen: Ein Stock, eine stabile Kordel und zum Beispiel ein paar Vogelfedern reichen schon aus.

Hilfreich sind auch Pflanzen wie Katzenminze, die von fast jeder Samtpfote geschätzt wird. Mit kleinen Kissen oder Säckchen, die du mit Baldrian oder Katzenminze füllst, beschäftigen sich viele Stubentiger über längere Zeit.

Achte außerdem darauf, dass deine Katze immer Zugang zu hochwertigem Futter hat. Im Gegensatz zu Hunden fressen Katzen über den Tag verteilt immer wieder kleine Portionen.