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Schon im Welpenalter

Diese Impfungen schützen deinen Hund vor lebensgefährlichen Krankheiten

Erschien in Kooperation mit
Hund wird geimpft: Bestimmte Impfungen sollten schon im Welpenalter erfolgen.
Hund wird geimpft: Bestimmte Impfungen sollten schon im Welpenalter erfolgen. Getty Images
Auch Hunde brauchen den richtigen Impfschutz. Welche Impfungen wichtig sind, wann sie fällig werden und welche nicht immer nötig sind.

Impfungen bewahren Hunde vor gefährlichen, teils lebensbedrohlichen Krankheiten. Ähnlich wie beim Menschen funktioniert eine Impfung so, dass das Immunsystem mit dem Erreger oder Bestandteilen davon in Kontakt kommt und dadurch gewissermaßen trainiert wird. Kommt es später zu einer echten Infektion, ist die körpereigene Abwehr vorbereitet und kann schnell reagieren.

Wann eine Impfung notwendig ist, hängt immer vom jeweiligen Impfstoff ab. Bereits Welpen brauchen einen Impfschutz, noch bevor sie von ihrer Mutter getrennt werden. Ob und in welchen Abständen eine Tierärztin oder ein Tierarzt Impfungen auffrischen sollte, richtet sich ebenfalls nach dem verwendeten Impfstoff. Häufig ist nach der Grundimmunisierung, mit der der vollständige Impfschutz erreicht wird, eine jährliche Auffrischung nötig.

Impfen ja oder nein? Diese Frage stellen sich viele Hundehalterinnen und Hundehalter. Die Antwort darauf ist im Grunde eindeutig: ja. Eine Impfung schützt nicht nur den eigenen Hund, sondern auch Artgenossen ohne ausreichenden Schutz, etwa Welpen, die noch zu jung zum Impfen sind. In manchen Fällen schützen Hundeimpfungen sogar Menschen, zum Beispiel bei Tollwut.

Wie hoch die Kosten für eine Impfung sind, fällt unterschiedlich aus. Konkrete Angaben dazu findest du weiter unten bei den einzelnen Impfstoffen. Impfungen für Welpen kosten genauso viel wie für ausgewachsene Hunde.

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Im Folgenden erfährst du, welche Impfungen für Hunde besonders wichtig sind und welche Impfungen empfohlen werden, aber nicht in jedem Fall zwingend notwendig sind.

Welche Pflichtimpfungen Hunde laut Empfehlung bekommen sollten

Eine gesetzlich vorgeschriebene Impfpflicht für Hunde gibt es nicht. Trotzdem sprechen Tierärztinnen und Tierärzte bei bestimmten Impfungen von „Pflichtimpfungen“ oder „Core Impfungen“. Welche Impfungen ein Hund unbedingt haben sollte, dazu rät die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin besonders zu diesen drei Impfungen:

  • Staupe
  • Parvovirose
  • Leptospirose
     

Die Grundimmunisierung von Welpen sollte nach folgendem Schema erfolgen:

  • 8. Lebenswoche: Staupe, Parvovirose, Leptospirose
  • 9. Lebenswoche: Staupe, Parvovirose, Leptospirose
  • 10. Lebenswoche: Staupe, Parvovirose
  • Lebensmonat: Staupe, Parvovirose, Leptospirose

Für diese drei Krankheiten gibt es einen Kombinationsimpfstoff, der etwa 50 bis 80 Euro kostet.

Staupe-Impfung beim Hund: Warum sie so wichtig ist

Die Staupe-Impfung zählt für Tierärztinnen und Tierärzte zu den wichtigsten Impfungen für Hunde. Staupe ist eine Viruserkrankung, an der bis in die 1960er-Jahre viele Hunde starben. Erst mit Einführung der Impfung gingen die Todesfälle deutlich zurück. Die Krankheit ist hoch ansteckend, besonders junge Hunde infizieren sich schnell. Das Virus greift das Nervensystem, die Lunge und weitere Organe an.

Die erste Impfung gegen Staupe sollte in der achten Lebenswoche erfolgen. Sinnvoll ist ein Kombinationsimpfstoff, der zusätzlich vor Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza und Leptospirose schützt. Nach abgeschlossener Grundimmunisierung sollten Hundehalterinnen und Hundehalter die Staupe-Impfung alle drei Jahre auffrischen lassen. Die Kosten unterscheiden sich je nachdem, ob eine Tierärztin oder ein Tierarzt einen Kombinationsimpfstoff oder eine Einzelimpfung verabreicht. Der Kombinationsimpfstoff kostet rund 50 bis 80 Euro.

Parvovirose beim Hund: Impfung gegen die „Hundeseuche“

„Hundeseuche“ ist der umgangssprachliche Name der Infektionskrankheit Parvovirose. Dahinter steckt eine Infektion mit dem Caninen Parvovirus, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Hunde infizieren sich über Kot, Spielzeug oder auch über Kleidung von Menschen, die mit dem Erreger in Kontakt gekommen sind.

Der einzige wirksame Schutz gegen Parvovirose ist eine Impfung. Sie lässt sich mit Impfungen gegen Leptospirose, Staupe und weitere Krankheiten kombinieren. Nach abgeschlossener Grundimmunisierung sollte die Tierärztin oder der Tierarzt die Impfung gegen Parvovirose alle drei Jahre auffrischen. Der Kombinationsimpfstoff kostet rund 50 bis 80 Euro.

Leptospirose-Impfung für Hunde: Schutz vor schwerer Infektion

Leptospirose ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Hunde können sich über Wasser aus Pfützen, über kontaminierten Urin von Wildtieren oder über Futter anstecken. In Deutschland tritt Leptospirose vor allem im Sommer vermehrt auf. Die Bakterien schädigen die Organe, häufig sterben betroffene Hunde an Nieren- oder Leberversagen.

Die erste Impfung gegen Leptospirose sollte in der achten Lebenswoche erfolgen. Nach der Grundimmunisierung, die aus drei Impfungen besteht, ist eine jährliche Auffrischung notwendig. Die meisten Tierärztinnen und Tierärzte empfehlen dafür einen Kombinationsimpfstoff, der auch vor anderen Krankheiten wie Staupe und Parvovirose schützt. Die Kosten liegen bei etwa 50 bis 80 Euro.

Welche Impfungen für Hunde zusätzlich empfohlen werden

Impfungen, die nicht zu den sogenannten Pflichtimpfungen zählen, sollten Hunde abhängig von ihrer Haltung, ihrer Region und der aktuellen Seuchenlage erhalten. Nicht jede Impfung ist für jeden Hund sinnvoll. Welche davon im Einzelfall empfohlen wird, weiß die Tierärztin oder der Tierarzt am besten.

Hepatitis-Impfung für Hunde: Oft im Kombinationsimpfstoff enthalten

„Hepatitis contagiosa canis“ ist die Bezeichnung für die ansteckende Leberentzündung bei Hunden. Seit es eine Impfung gibt, kommt die Krankheit nur noch selten vor. Deshalb muss nicht jeder Hund zwingend gegen Hepatitis geimpft werden. Häufig ist die Impfung dennoch sinnvoll, zumal der Impfstoff in vielen Kombinationsimpfstoffen ohnehin enthalten ist. Wer den Hund mit einem Kombinationsimpfstoff impfen lässt, sollte mit Kosten zwischen 50 und 80 Euro rechnen.

Tollwut-Impfung beim Hund: Wichtig für Reisen und den Schutz von Mensch und Tier

Tollwut ist eine tödliche Infektionskrankheit, die das Gehirn angreift und durch Bisse auch auf Menschen übertragen werden kann. Trotzdem gehört die Tollwut-Impfung für Hunde in Deutschland nicht zu den Pflichtimpfungen. Der Grund: Deutschland wurde 2008 als tollwutfrei erklärt, und es treten nur noch vereinzelt Fälle auf. Wer mit seinem Hund ins Ausland reisen möchte, muss die Impfung in vielen Fällen aber nachweisen. Beim Grenzübertritt darf die Impfung nicht länger als drei Wochen zurückliegen.

Doch wie oft braucht ein Hund eine Tollwut-Impfung? Welpen können ab einem Alter von zwölf Wochen gegen die Krankheit geimpft werden. Danach sind weitere Impfungen mit 16 Wochen und 15 Monaten notwendig, damit der Hund ausreichend Antikörper bildet. Anschließend empfehlen Tierärztinnen und Tierärzte etwa alle drei Jahre eine Auffrischung. Es gibt außerdem eine Mehrfach-Impfung, die neben den Pflicht-Impfstoffen für Hunde auch den Tollwut-Impfstoff enthält. Hundehalterinnen und Hundehalter sollten gemeinsam mit ihrer Tierärztin oder ihrem Tierarzt besprechen, welche Impfung sinnvoll ist und ob ein Kombinationsimpfstoff infrage kommt. Eine einzelne Tollwut-Impfung kostet rund 50 Euro, Kombinationsimpfstoffe zwischen 50 und 80 Euro.

Wie jede Impfung kann auch die Tollwut-Impfung Nebenwirkungen verursachen. Am häufigsten kommt es zu einer Schwellung an der Einstichstelle, die in der Regel von selbst wieder verschwindet. Manche Hunde reagieren empfindlich auf den Impfstoff. Ein gesundes Tier verträgt die Impfung aber normalerweise gut.

Zwingerhusten-Impfung für Hunde: Für manche Tiere besonders sinnvoll

Der sogenannte Zwingerhusten ist hoch ansteckend und kann bei Hunden zu Lungenentzündungen, chronischen Lungenproblemen und in manchen Fällen auch zum Tod führen. Ausgelöst wird die Erkrankung durch verschiedene Erreger, darunter das Canine Parainfluenza-Virus und das Bakterium Bortadella bronchiseptica. Gegen beide gibt es eine Impfung.

Die erste Impfung sollte mit acht Wochen erfolgen, weitere folgen im Alter von zwölf Wochen und 15 Monaten. Tierärztinnen und Tierärzte empfehlen anschließend eine jährliche Auffrischung der Zwingerhusten-Impfung. Nicht jeder Hund braucht diesen Impfschutz. Besonders gefährdet sind Tiere, die in Tierheimen oder Tierpensionen untergebracht sind oder in Hundeschulen viel Kontakt zu anderen Hunden haben. Hundehalterinnen und Hundehalter sollten deshalb ihre Tierärztin oder ihren Tierarzt fragen, ob diese Impfung für ihr Tier wichtig ist.

Leishmaniose-Impfung für Hunde: Schutz vor der Mittelmeerkrankheit

Leishmaniose wird durch die Sandmücke übertragen und zählt zu den Mittelmehrkrankheiten. Hat sich ein Hund einmal infiziert, wird er den Erreger nur schwer wieder los. Die Krankheit kann immer wieder ausbrechen und endet unbehandelt tödlich. Selbst mit Behandlung sind die Aussichten oft ungünstig, wenn Leishmaniose bereits ausgebrochen ist.

Wenn eine Reise mit dem Hund in den Süden geplant ist, kann es deshalb sinnvoll sein, ihn durch eine Impfung zu schützen. Den entsprechenden Impfstoff gibt es erst seit einigen Jahren. Die Impfung schützt nicht vollständig vor Leishmaniose, senkt das Erkrankungsrisiko bei geimpften Hunden aber deutlich. Ab dem 7. Lebensmonat kann die Tierärztin oder der Tierarzt den Hund impfen, danach ist jährlich eine Auffrischung nötig. Vor der Impfung wird getestet, ob der Hund bereits Leishmaniose-Erreger in sich trägt. Nur wenn das nicht der Fall ist, darf der Impfstoff verabreicht werden. Die Impfung kostet ungefähr 60 Euro.

Borreliose-Impfung für Hunde: Wann die Zeckenimpfung ratsam ist

Wie Menschen können sich auch Hunde durch einen Zeckenstich mit Borreliose infizieren. Die häufigste von Zecken übertragene Infektionskrankheit zeigt sich unter anderem durch Fieber, Abgeschlagenheit sowie Schwellungen an Gelenken oder Muskeln. Mitunter wird auch das Nervensystem geschädigt. Die Behandlung mit Antibiotika ist langwierig.

Anders als beim Menschen gibt es für Hunde eine Impfung gegen Borreliose. Welpen dürfen die „Zeckenimpfung“ ab einem Alter von zwölf Wochen bekommen, drei bis fünf Wochen später ist eine zweite Impfung nötig. Jährliche Auffrischungen sind ratsam, in Hochrisikogebieten mitunter auch halbjährliche. Grundsätzlich ist die Borreliose-Impfung bei Hunden vor allem dann sinnvoll, wenn sie in Risikogebieten leben. In Norddeutschland etwa kommen kaum infizierte Zecken vor. Eine Impfung kostet rund 30 Euro.

Hundehalterinnen und Hundehalter sollten darüber nachdenken, ihr Tier nicht gegen alle Krankheiten einzeln impfen zu lassen, sondern Kombinationsimpfungen zu nutzen. Gängig ist zum Beispiel eine Fünffach-Impfung gegen Staupe, zwei Hepatitis-Stämme, Parvovirose und Parainfluenza (SHPPi-Impfung). Es gibt auch eine Siebenfach-Impfung, die zusätzlich zu den genannten Serum gegen Leptospirose und Tollwut enthält.

Was tun, wenn Impfungen beim Hund überfällig sind?

Hundehalterinnen und Hundehalter, die feststellen, dass Impfungen bei ihrem Tier überfällig sind, sollten ihre Tierärztin oder ihren Tierarzt aufsuchen. Dort kann entschieden werden, ob die Verzögerung unproblematisch ist oder ob einzelne Impfungen wiederholt werden müssen. Gerade bei Welpen ist es wichtig, rechtzeitig und nach aktuellen Empfehlungen zu impfen. Ihr Immunsystem ist noch nicht vollständig trainiert, weshalb sie für bestimmte Krankheiten besonders anfällig sind.

Impfungen für Hunde: Diese Nebenwirkungen können auftreten

Ein Impfstoff konfrontiert das Immunsystem mit einem bislang unbekannten Krankheitserreger. Das kann sowohl bei ausgewachsenen Hunden als auch bei Welpen zu Nebenwirkungen oder unangenehmen Begleiterscheinungen führen. Die Einstichstelle kann anschwellen, außerdem ist es möglich, dass der Hund ein bis zwei Tage lang etwas müde ist oder leichtes Fieber entwickelt. Deshalb ist es sinnvoll, ihn nach der Impfung etwas zu schonen. Allergische Reaktionen auf Impfstoffe sind selten.

Impfpass für Hunde: Warum du ihn aufbewahren solltest

Auch Hunde haben einen Impfpass, in dem die Tierärztin oder der Tierarzt alle erfolgten Impfungen dokumentiert. So behalten Ärztin oder Arzt sowie Halterin oder Halter den Überblick und sehen, wann Auffrischungsimpfungen anstehen. Welpen erhalten den Impfpass beim ersten Impftermin. Falls das Dokument verloren geht, stellt die Tierärztin oder der Tierarzt gegen Gebühr einen neuen Impfpass aus und trägt bereits erfolgte Impfungen nach. Bei Auslandsreisen sollte der Impfpass unbedingt mit ins Gepäck: Es kann sein, dass an der Grenze kontrolliert wird, ob der Hund gegen Tollwut geimpft ist.

Quellen:

  • Leitlinie: Impfung von Kleintieren (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin); Stand: 01.01.2021
  • Online-Information Gesundheitszentrum für Kleintiere Lüdinghausen: www.gesundheitszentrum-fuer-kleintiere-luedinghausen.de; Abruf: 12.03.2021
  • Online-Information Kleintierpraxis Haberkern: www.kleintierpraxis-haberkern.de; Abruf: 12.03.2021
  • Online-Information Kleintierpraxis Stolzenberg: www.tierarzt-stolzenberg.de; Abruf: 13.03.2021
  • Online-Information Tierärzteverband: www.tieraerzteverband.de; Abruf: 12.03.2021
  • Online-Information Tierärzteverband: www.tieraerzteverband.de; Abruf: 12.03.2021
  • Online-Information Zecken.de: www.zecken.de; Abruf: 13.03.3021

Von Sina Horsthemke

Das Original zu diesem Beitrag "Impfungen für Hunde" stammt von FOCUS Tierarzt.