So erkennst und behandelst du eine Blasenentzündung bei deinem Hund
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Eine Blasenentzündung beim Hund ist schmerzhaft und unangenehm. Betroffen sind dabei nicht nur die Harnblase, sondern oft auch die Harnröhre. Tierärztinnen und Tierärzte sprechen deshalb auch von einem Harnwegsinfekt. Grundsätzlich kann eine Blasenentzündung Hunde in jedem Alter treffen, sogar Welpen. Besonders häufig betroffen sind aber ältere Vierbeiner und kastrierte Hündinnen.
Was ist eine Blasenentzündung beim Hund?
Eine Blasenentzündung, auch Zystitis genannt, kann beim Hund unterschiedliche Ursachen haben. Häufig stecken Bakterien dahinter, die aus dem Genital- oder Analbereich in die Harnröhre gelangen und von dort bis in die Blase aufsteigen. Typische Auslöser sind Darmbakterien wie Escherichia coli (E. coli), außerdem Streptokokken oder Staphylokokken.
Vor allem bei Hündinnen gelingt das den Keimen leichter, weil ihre Harnröhre kürzer ist als die von Rüden. Auch ein geschwächtes Immunsystem oder Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Harnsteine können eine Blasenentzündung begünstigen. In der Blase vermehren sich die Erreger und lösen dort die Entzündung aus.
Wie lange eine Blasenentzündung beim Hund dauert, ist unterschiedlich. Grundsätzlich wird zwischen zwei Formen unterschieden:
- Akute Blasenentzündung: Sie beginnt plötzlich und klingt nach der tierärztlichen Behandlung meist innerhalb von etwa zwei Wochen wieder ab.
- Chronische Blasenentzündung: Sie heilt nicht vollständig aus, tritt in Schüben immer wieder auf und kann sich über mehrere Wochen oder Monate hinziehen.
Auch wenn Hündinnen häufiger betroffen sind, kann eine Blasenentzündung ebenso bei einem Rüden auftreten.
Ist eine Blasenentzündung beim Hund ansteckend?
Theoretisch kann eine Blasenentzündung beim Hund ansteckend sein. Die Bakterien, die oft hinter den Beschwerden stecken, werden zum Teil mit dem Urin ausgeschieden und können auf andere Hunde oder auch auf Menschen übergehen. Dafür ist allerdings direkter Kontakt mit den Bakterien aus den Harnwegen nötig. Für Menschen ist das Risiko einer Ansteckung deshalb sehr gering.
Leidet dein Hund an einer Zystitis, solltest du dir trotzdem regelmäßig und gründlich die Hände waschen.
Welche Risikofaktoren eine Blasenentzündung beim Hund begünstigen
Neben Bakterien gibt es weitere Faktoren, die einen Harnwegsinfekt beim Hund fördern können. Dazu zählt zum Beispiel Stress. Ist ein Hund dauerhaft belastet, arbeiten die körpereigenen Abwehrkräfte oft weniger effektiv. Krankheitserreger haben es dann leichter.
Auch nasskaltes Wetter kann sich ungünstig auswirken. Muss ein Hund lange auf kaltem Boden sitzen oder kühlt er stark aus, können Keime leichter in den Harntrakt gelangen. Kälte allein verursacht zwar nicht direkt die Blasenentzündung, sie kann sie aber begünstigen.
Weitere mögliche Risikofaktoren sind:
- Harnsteine
- Durchfallerkrankungen
- zu geringe Trinkmenge
- bestimmte Medikamente
- chronische Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus
Harnsteine können die Blasenschleimhaut reizen, wodurch der Körper mit einer Entzündungsreaktion reagiert. Auch das erhöht das Risiko für Beschwerden im Bereich der Harnwege.
Blasenentzündung beim Hund: Was du tun kannst
Eine unkomplizierte Blasenentzündung beim Hund kann innerhalb weniger Tage abklingen. Hat dein Vierbeiner allerdings Schmerzen, verliert Urin oder ist Blut im Urin zu sehen, sollte die Erkrankung tierärztlich abgeklärt werden. Die Tierärztin oder der Tierarzt kann die Ursache feststellen und eine passende Behandlung einleiten.
Zusätzlich kannst du deinen Hund zu Hause unterstützen. Einige Maßnahmen und Hausmittel können helfen, die Genesung zu begleiten.
Hausmittel bei Blasenentzündung beim Hund
Ein bewährtes Hausmittel bei Blasenentzündung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinkt dein Hund mehr, muss er häufiger urinieren. Dadurch können Bakterien besser aus der Blase ausgespült werden und sich nicht so leicht vermehren. Trinkt dein Hund eher wenig, kannst du ihm zum Beispiel mit Nassfutter oder mit eingeweichtem Trockenfutter mehr Flüssigkeit anbieten.
Oft wird auch Tee als Hausmittel gegen Blasenentzündung beim Hund genannt. Tierärztinnen und Tierärzte raten davon aber eher ab. Manche Teesorten enthalten Koffein – und das ist für Hunde giftig. Besser geeignet ist frisches Wasser. Außerdem kannst du dich tierärztlich zu pflanzlichen Mitteln beraten lassen, etwa zu Cranberry-Extrakt.
Eine Studie zeigte, dass Cranberry-Extrakt möglicherweise vorbeugend wirken kann. In der Untersuchung bekamen sechs Hunde mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten über ein halbes Jahr Cranberry-Extrakt. Eine weitere Gruppe aus sechs Hunden erhielt ein antimikrobielles Mittel. Zu verschiedenen Zeitpunkten untersuchten die Forschenden den Urin der Tiere auf Bakterien.
Während des Untersuchungszeitraums entwickelte kein beteiligter Hund eine Blasenentzündung. In dieser kleinen Studiengruppe zeigte der Cranberry-Extrakt denselben vorbeugenden Effekt wie das antimikrobielle Mittel.
Der Extrakt soll verhindern, dass Bakterien an der Schleimhaut der Harnwege haften bleiben und sich dort vermehren. Leidet dein Hund regelmäßig an Blasenentzündungen, kann Cranberry-Extrakt deshalb eine Möglichkeit sein, wiederkehrenden Infekten vorzubeugen. Erhältlich ist er zum Beispiel in Apotheken, Reformhäusern oder im Internet. Achte aber darauf, dass alle Inhaltsstoffe für Hunde geeignet sind. Sprich im Zweifel vor der ersten Gabe mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.
Auch Wärme kann bei einer Blasenentzündung beim Hund guttun. Richte deinem Hund einen warmen, gemütlichen Ruheplatz ein. Wärme entspannt die Muskulatur und kann Schmerzen lindern. Wichtig ist außerdem, dass dein Hund nicht auskühlt und vor allem im Winter nicht zu lange auf kaltem Boden liegt.
Welche Medikamente bei einer Blasenentzündung beim Hund helfen
Wird beim Hund eine bakterielle Blasenentzündung festgestellt, verordnen Tierärztinnen und Tierärzte in der Regel ein Antibiotikum. Welcher Wirkstoff eingesetzt wird, hängt von der Bakterienart ab, die die Zystitis verursacht. Um das herauszufinden, wird meist eine Urinprobe im Labor untersucht.
Zu den Antibiotika, die bei Hunden mit Blasenentzündung eingesetzt werden können, gehören Amoxicillin und Cephalexin. Sie bekämpfen die Bakterien in Harnblase und Harnröhre. Häufig muss der Hund das Antibiotikum über drei bis fünf Tage hinweg zwei- bis dreimal täglich bekommen.
Zeigt die Untersuchung, dass die Bakterien gegen diese Mittel resistent sind, können gezieltere Wirkstoffe nötig sein, etwa Fluorchinolone oder Cephalosporine der dritten und vierten Generation. Das kommt vor allem bei Hunden mit chronischer, also wiederkehrender Blasenentzündung vor.
Bekommt dein Hund Antibiotika, solltest du dich immer genau an die tierärztliche Vorgabe halten. Eine zu früh beendete Behandlung kann dazu führen, dass die Infektion erneut aufflammt. Außerdem steigt dadurch das Risiko resistenter Bakterien.
Spricht dein Hund nach zwei Tagen Behandlung nicht auf das Antibiotikum an, solltest du erneut die Tierarztpraxis aufsuchen. Dann sind weitere Untersuchungen sinnvoll, um Bakterien als Ursache zu bestätigen oder auszuschließen. Ein Ultraschall der Blase kann zum Beispiel entzündliche Veränderungen sichtbar machen.
Nicht immer stecken Bakterien hinter den Beschwerden. Ist eine Pilzinfektion die Ursache, kann ein Antimykotikum helfen. Kommt es durch Harnsteine zu Entzündungen im Harntrakt, kann auch eine Futterumstellung sinnvoll sein. Pilze leben von Kohlenhydraten aus der Nahrung. Deshalb sollten Reis, Hirse, Weizen, Kartoffeln, Hafer und ähnliche Bestandteile nach Rücksprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt vom Speiseplan verschwinden, um den Pilz „auszuhungern“. Die Rohfütterung (BARF) ist eine geeignete Alternative für deinen Vierbeiner. Je nach Schweregrad können zusätzlich Schmerzmittel und Infusionen verordnet werden, um die Genesung zu unterstützen.
Blasenentzündung beim Hund: Kann Homöopathie unterstützen?
Begleitend zur Behandlung in der Tierarztpraxis können homöopathische Mittel dazu beitragen, das Wohlbefinden des Hundes zu verbessern. Ein Beispiel ist Nux vomica, auf Deutsch Brechnuss. Das Mittel ist als Tropfen oder Globuli erhältlich.
Wenn du deinem Hund Globuli gegen Blasenentzündung geben möchtest, solltest du das vorher mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt besprechen, die oder der eine entsprechende Weiterbildung besitzt. So kann das passende Mittel in der richtigen Potenz ausgewählt werden. Die Wirkung der Homöopathie ist nicht wissenschaftlich belegt.
Symptome einer Blasenentzündung beim Hund erkennen
In vielen Fällen sind die Anzeichen für eine Blasenentzündung beim Hund gut zu erkennen. Typische Symptome sind:
- Blut im Urin
- Schmerzen beim Wasserlassen
- häufiger Harndrang
- kleine Harnmengen
- Inkontinenz
- Ausfluss aus Vagina oder Penis
Auch bei Welpen können diese Symptome auf eine Blasenentzündung hinweisen.
Bei einer akuten Blasenentzündung setzen viele Hunde nur noch sehr kleine Mengen Urin ab, manchmal sogar nur tröpfchenweise. Oft ist das Wasserlassen mit Schmerzen verbunden. Es gibt aber auch Fälle, in denen kaum oder gar keine sichtbaren Symptome auftreten.
Wann du mit deinem Hund zum Tierarzt solltest
Wenn du vermutest, dass dein Hund an einer Blasenentzündung leidet, solltest du ihn tierärztlich untersuchen lassen. Zwar können die Beschwerden bei einem unkomplizierten Verlauf auch von allein nachlassen, eine gezielte Behandlung kann den Heilungsprozess aber unterstützen und deinem Hund unnötige Schmerzen ersparen.
Spätestens dann, wenn die Beschwerden nach drei Tagen unverändert stark sind, ist ein Tierarztbesuch wichtig. Blut im Urin ist ebenfalls ein klares Warnzeichen und sollte immer abgeklärt werden, um andere Ursachen auszuschließen.
Was eine Blasenentzündung beim Hund kostet
Wie hoch die Kosten für die Behandlung einer Blasenentzündung beim Hund ausfallen, lässt sich pauschal nicht sagen. Entscheidend ist, welche Untersuchungen durchgeführt werden und welche Medikamente dein Hund benötigt. Auch Laboranalysen und zusätzliche Diagnostik können die Rechnung beeinflussen.
Quellen:
- Schrey, Christian: Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze; Georg Thieme Verlag; 4. Auflage, 2019
- Krüger, Christiane: Praxisleitfaden Tierhomöopathie; Georg Thieme Verlag; 2. Überarbeitete und erweiterte Auflage, 2010
- Chou HI et al.: Effects of cranberry extract on prevention of urinary tract infection in dogs and on adhesion of Escherichia coli to Madin-Darby canine kidney cells; Am J Vet Res; DOI: 10.2460/ajvr.77.4.421.
- Online-Informationen Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie: Hund: Sporadische bakterielle Zystitis – Therapieleitlinien; www.vetpharm.uzh.ch; Abruf: 17.01.2022
- Online-Informationen Tierklinik St. Pölten: Blasenentzündung bei Hund und Katze; www.tierklinik-stp.at; Abruf: 17.01.2022
Von Lisa Vogel
Das Original zu diesem Beitrag "Blasenentzündung beim Hund" stammt von FOCUS Tierarzt.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern oder du unsicher bist, wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.
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