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„Das ist ein No-Go”

Nasser Hund muss Café verlassen – Besitzer entfacht online eine hitzige Diskussion

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Der Hund und sein Frauchen mussten das Café verlassen – online stellten sich die meisten User hinter den Besitzer. (Symbolbild)
Der Hund und sein Frauchen mussten das Café verlassen – online stellten sich die meisten User hinter den Besitzer. (Symbolbild) Getty Images/Valeriya Anufriyeva
Ein Café-Besuch mit Hund endet in Köln im Streit. Online wird diskutiert, ob der Betreiber mit seinen Regeln recht hat.

Das Café Elefant in der Weißenburgstraße im Agnesviertel in Köln ist inzwischen dafür bekannt, seiner Kundschaft gegenüber klare Regeln zu formulieren. Schon im Herbst zuvor hatte Inhaber Michael Hamacher auf Facebook unmissverständlich klargestellt, dass sein seit Oktober 1980 bestehendes Café „NICHT der geeignete Ort für kleine Kinder“ sei – jedenfalls nicht für solche, „die in Begleitung von Eltern bei uns zu Gast sind, die der Meinung sind, hier darf ihr Kind all das, was es zu Hause nicht darf“.

Damals sorgte der Beitrag für viel Aufsehen. Nun steht Hamacher wieder im Fokus – diesmal wegen des Umgangs mit Hunden.

„Wir wurden dann mit den Worten, wir seien im falschen Café, hinauskomplementiert“

Ausgangspunkt des aktuellen Konflikts ist eine Google-Rezension der Nutzerin „Kathrin“, die dem Café lediglich einen von fünf Sternen gab. Sie schildert darin, dass sie mit ihrem nassen Hund aus dem Lokal verwiesen worden sei: „Wir hatten unseren vom Regen noch leicht feuchten Hund dabei und wurden des Cafés verwiesen, weil mein Hündchen sich naturgemäß am Fell der Sitzbank das Schnäuzchen kurz gerieben hat.“

Nachdem sie den Hund anschließend auf ihren Schoß genommen habe, um ihn vom Lammfell der Bank fernzuhalten, sei auch dieses Verhalten beanstandet worden. „Wir wurden dann, mit den Worten, wir seien im falschen Café, hinauskomplementiert“, schrieb sie. Kaffee und Kuchen bewertete sie mit vier beziehungsweise fünf Sternen – den Service dagegen nur mit einem. Zurecht?

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Hamacher schildert seine Sicht auf den Hunde-Eklat

Hamacher nahm ausführlich Stellung zu der Kritik. Auf Facebook erklärte er zu einem Screenshot der Google-Bewertung, dass er Gäste grundsätzlich freundlich begrüße, Hunde im Café erlaube und auch bei „Kathrin“ die Situation zunächst mit einem Scherz aufgelockert habe.

Dann sei der Hund jedoch auf das Lammfell der Sitzbank gesprungen – nach seinen Angaben ein altes Erbstück – und habe sich dort trocken gerubbelt.

Als der Hund anschließend auf dem Schoß seiner Halterin den Kopf auf die Tischplatte gelegt habe, habe er darum gebeten, das Tier auf den Boden zu setzen. Daraufhin habe „Kathrin“ geantwortet: „Das kann er nicht.“ Hamachers Reaktion: „Ok, dann sind wir wohl nicht das richtige Café für Euch.“

In seinem Beitrag schrieb er weiter: „Du bewertest also selbst unser Ambiente mit 5 Sternen und scheinst aber gleichzeitig nicht in der Lage oder Willens zu sein, mit diesem Ambiente wertschätzend umzugehen.“

Und außerdem: „Deine Bewertung sagt – und auch das ist für jedermann nachvollziehbar – tatsächlich nichts Negatives über mich, dabei aber einiges über Dich.“ Gleichzeitig wandte sich der Betreiber an seine Community mit der Frage, ob er die Google-Rezension entfernen lassen oder einfach so stehen lassen solle.

Online-Reaktionen zum Hunde-Streit im Café Elefant

Unter dem Post entwickelte sich eine rege Diskussion, in der sich die deutliche Mehrheit hinter den Café-Betreiber stellte. Eine Nutzerin mit Hund schrieb: „Ich, selbst Hundebesitzerin, sage ganz klar: Hunde gehören in einem Café auf den Boden! Zu Hause darf meiner auch nicht mit am Tisch sitzen. Was stimmt denn mit manchen Menschen nicht?!“

Ein weiterer Kommentator, ebenfalls Hundebesitzer, pflichtete bei: „Volles Verständnis für euch. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Hund auf Tischplatten-Höhe den Kopf dort auflegen würde, und das ist ein No-Go. Auch ist es ein No-Go, wenn das Tier die Gast-Umgebung dreckig macht – dazu gehört auch ‚Schnäuzchen reiben‘.“ Ein anderer brachte es kurz und knapp auf den Punkt: „Dein Café, deine Regeln, so einfach ist das!“

Laut Hamacher verzeichnet das Café Elefant derzeit rund 650 Google-Rezensionen mit einem Durchschnitt von 4,8 Sternen. Sein Schlusswort zur Bewertung von „Kathrin“ fiel nüchtern aus: Eine Löschung der Kritik strebe er nicht an – sie mache für alle nachvollziehbar deutlich, wie beide Seiten die Situation erlebt haben. (mg)

Das Original zu diesem Beitrag "Ist das noch in Ordnung?: Café-Besuch mit Hund in Köln löst große Diskussion aus" stammt von Kölner Express.