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„Das ist schon eine Menge, die ungewöhnlich ist“

16 Dackel eingepfercht in Kofferraum entdeckt – und im Tierheim werden es noch mehr

Erschien in Kooperation mit
Zoll rettet 13 Dackelwelpen aus Auto-Kofferraum – Video zeigt sie in Freiheit
Getty Images/raquel arocena torres
Bei einer Kontrolle auf der A2 haben Zollbeamte zahlreiche Dackel entdeckt, darunter 13 Welpen. Im Tierheim kommen weitere Hunde zur Welt.

Zusammengepresst, im Kofferraum versteckt und in eine viel zu kleine Transportbox gequetscht, die eigentlich für Tauben vorgesehen ist – so fanden die Beamten 13 Dackelwelpen vor. Die jungen Hunde waren zu diesem Zeitpunkt erst sechs Wochen alt und hatten bereits einiges durchstehen müssen. 

Als die Kontrolleure auf der A2 ein aus Ungarn stammendes Fahrzeug mit einem rumänischen Fahrer stoppten, entdeckten sie nicht nur Jungtiere. Das Auto war zunächst aus Verdachtsmomenten heraus angehalten worden. Auf dem Autohof Peine folgte eine gründliche Überprüfung. Dabei fanden die Zöllner im Kofferraum in kleinen Boxen zusätzlich zwei trächtige Dackelhündinnen sowie einen Junghund. Der Zoll zog alle Hunde ein und befreite sie damit aus der Obhut mutmaßlicher Tierhändler. 

Tierheim Braunschweig: Zahl der Dackelwelpen steigt auf 25

Inzwischen werden die Hunde im Tierheim Braunschweig in Quarantäne betreut. Dort hat sich ihre Zahl weiter erhöht: Eine der Dackeldamen hat sechs weitere Welpen geworfen. Auch die zweite Hündin erwartet noch etwa dieselbe Anzahl. Für das Tierheim bedeutet das: Bald werden dort rund 25 Dackelwelpen unterwegs sein – kleine Hunde, die eigentlich illegal verkauft werden sollten. 

„Das ist schon eine Menge, die ungewöhnlich ist“, sagt Verena Geißler, die Leiterin des Tierheims in Braunschweig. Bereits jetzt haben die Mitarbeitenden dort viel Aufwand mit den Tieren – besonders, was die vielen Anrufe angeht. Die Nachfrage ist groß, denn Dackel sind gefragt, vor allem die braunen Tiere wie in diesem Fall. 

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Hype um Dackel befeuert illegalen Tierhandel

Geißler weiß: „Es gibt ja gerade einen richtig großen Hype um den Dackel und besonders auch um den Farbschlag, den wir hier gerade haben. Gerade in den sozialen Medien findet man die sehr viel und dann gibt es viele, die auch so einen Hund haben möchten.“ Doch genau hier sieht sie die Ursache des Problems. „Leider schauen die Leute dann nicht darauf, wo das Tier herkommt. Sondern, dass es möglichst günstig ist – und genau das begünstigt natürlich den Tierhandel.“ 

Auch wenn dem Zoll derzeit noch eindeutige Beweise fehlen, deutet vieles in diesem Fall auf einen illegalen Handel mit Tieren hin. Davide de Matteis vom Hauptzollamt Braunschweig sagt: „Allein schon, weil es die große Anzahl der Tiere ist und der Transport in nordeuropäische Gebiete wie Deutschland und Dänemark vorliegt.“ 

Ermittlungen gegen Fahrer – er soll Tierheimkosten tragen

Gegen den Fahrer aus Rumänien wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Zudem soll er für die Kosten der Unterbringung der Tiere im Tierheim aufkommen. Die mehr als zwanzig Welpen sollen nun für etwa neun Wochen dort bleiben – in Quarantäne und in geschützter Umgebung. Danach besteht die Hoffnung, dass sie in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden können.