Für Anfänger und Fortgeschrittene: 7 Hundetricks für mehr Spaß im Alltag
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Hundetricks sind eine spielerische, aber zugleich anspruchsvolle Abwechslung in der Hundeerziehung. Sie bringen dir und deinem Hund Spaß, fördern durch ihre Vielfalt die Motivation und werden durch immer neue Variationen nicht langweilig. Hundetricks zu lernen, ist eine sinnvolle Beschäftigung, verbessert die Kommunikation zwischen Mensch und Hund und fordert deinen Vierbeiner geistig wie körperlich. Weil für viele Tricks kein zusätzliches Material nötig ist, lassen sie sich außerdem unkompliziert in den Alltag integrieren.
Wie bei allem, was du deinem vierbeinigen Partner beibringst, sind auch beim Tricktraining die richtige Körpersprache und gutes Timing entscheidend. Hunde nehmen selbst feine, oft unbewusste Signale wahr, die wir aussenden. Bist du unsicher oder abgelenkt, wird es für deinen Hund schwerer, dich richtig zu verstehen. Hinzu kommt: Hunde verknüpfen eine Aufforderung oder Reaktion nur mit dem unmittelbaren Moment, also mit einem sehr kurzen Zeitraum von wenigen Sekunden.
Darum braucht dein Hund möglichst klare Zeichen, die im richtigen Augenblick gegeben werden. Gerade beim Üben kleiner Hundetricks kannst du diese Fähigkeiten gut überprüfen und gezielt verbessern.
Besonders schön ist es, wenn du bei der Suche nach neuen Übungen selbst kreativ wirst. Starte am besten mit einfachen Hundetricks wie Pfötchen geben oder Rolle. Später kannst du schwierigere Hundetricks für Fortgeschrittene trainieren und bereits bekannte Übungen erweitern oder miteinander kombinieren – bis hin zu ganzen Choreografien wie beim Dogdancing, kleinen Vorführungen vor Publikum oder selbst gestalteten Videoclips.
Ein bisschen Ehrgeiz ist dabei völlig in Ordnung. Trotzdem sollten Spaß und Motivation immer im Mittelpunkt stehen. Achte deshalb darauf, weder dich selbst noch deinen Hund zu überfordern.
Hundetricks für jeden Hund: Ist Tricktraining immer geeignet?
Grundsätzlich kann jeder Hund Tricks lernen, wenn du ihn gut motivieren kannst und seine Bedürfnisse sowie mögliche Einschränkungen berücksichtigst. Von einem Hund mit Rückenproblemen solltest du zum Beispiel keine Rolle verlangen. Und mit einem älteren Hund, der an Hüftarthrose leidet, ist Männchen machen keine gute Idee. Dafür können andere Übungen wie Slalom oder Pfötchen geben besser passen.
Wie schnell ein Hund einen Trick versteht und sicher zeigt, hängt von vielen Faktoren ab. Neben Rasse, Alter und Temperament spielt auch die bisherige Trainingserfahrung eine Rolle. Denn auch das Lernen selbst muss ein Hund erst lernen. Er muss verstehen, was du von ihm möchtest, und das Kommando mit der verlangten Bewegung verknüpfen. Du wirst merken: Mit jedem neuen Trick fällt das leichter und gleichzeitig wächst eure Beziehung.
Sinnvoll ist es in der Regel, wenn vor den ersten Hundetricks die Grundkommandos „Sitz“, „Platz“ und „Steh“ bereits klappen, ein gewisser Grundgehorsam vorhanden ist und du weißt, wie du deinen Hund am besten motivierst und belohnst.
Bei sehr ängstlichen und vor allem bei sozial aggressiven Hunden solltest du auf Hundetricks verzichten oder sie nur sehr behutsam und möglichst unter Anleitung einer erfahrenen Hundetrainerin oder eines erfahrenen Hundetrainers üben. Sonst kann es in der Kommunikation schnell zu Missverständnissen kommen.
Wichtige Grundlagen für alle Hundetricks sind Motivation, gutes Timing – also Kommando und Lob im richtigen Moment –, regelmäßige Wiederholungen und Freude über auch kleine Fortschritte. Geh nicht zu schnell vor und bring deinem Vierbeiner nicht zu viele Hundetricks gleichzeitig bei, damit er nicht überfordert wird.
Erfolgreiches Tricktraining: Worauf du bei Hundetricks achten solltest
Bevor du mit den ersten Hundetricks beginnst, ist es hilfreich, wenn du selbst bereits ein gutes Gefühl für Körpersprache und Timing entwickelt hast – etwa beim Üben von Alltagskommandos wie „Sitz“. Die Kommunikationsbasis zwischen dir und deinem Hund sollte grundsätzlich stimmen, sonst bleiben Erfolg, Gehorsam und damit auch der Spaß schnell auf der Strecke.
Achte außerdem auch auf deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen. Vor allem bei körpernahen Übungen wie dem Slalom durch die Beine spielen Körpergröße und körperliche Verfassung eine wichtige Rolle – auch im Hinblick auf die eigene Sicherheit.
Kinder sollten ausschließlich unter Anleitung mit Hunden trainieren. Wichtig ist dabei, dass der Hund dem Kind gegenüber kooperativ und freundlich ist und dessen Kommandos auch annimmt.
Hundetricks im Alltag üben: Der beste Zeitpunkt und Ort fürs Training
Eigentlich lautet die Antwort: fast immer und fast überall. Schon wenig Platz und einige Minuten Zeit reichen für eine spielerische Trickeinheit aus. Trotzdem gibt es beim Training ein paar Dinge zu beachten.
Neue oder noch unsichere Tricks übst du am besten in einer vertrauten Umgebung mit möglichst wenig Ablenkung, etwa im Wohnzimmer oder im eigenen Garten. Achte auf genügend Platz und einen passenden Untergrund für den jeweiligen Trick. Soll dein Hund zum Beispiel springen, sollte der Boden weder glatt noch zu hart sein. Eine Wiese ist dafür meist gut geeignet.
Wenn dein Hund sich nur schwer motivieren lässt und dich zwischendurch ignoriert oder wegläuft, solltest du dafür sorgen, dass er sich dir nicht zu leicht entziehen kann – etwa durch eine geschlossene Zimmertür oder eine Umzäunung. Je sicherer dein Hund die Tricks beherrscht, desto anspruchsvoller darf später auch die Umgebung werden: mehr Platz, mehr Ablenkung, andere Hunde oder sogar Publikum.
Zu Beginn einer Trainingseinheit ist dein Hund idealerweise ausgeruht und aufmerksam, aber nicht voller überschüssiger Energie oder überdreht. Die letzte Mahlzeit sollte mindestens eine halbe Stunde zurückliegen. Bei manchen Hunden eignet sich die Zeit nach der Gassirunde besonders gut, andere lernen besser nach einer Ruhephase im Körbchen. Beobachte deinen Hund genau und teste ruhig unterschiedliche Tageszeiten.
Auch du selbst solltest möglichst ausgeruht und motiviert sein, keine Störung erwarten und nicht unter Zeitdruck stehen. Reduziere Ablenkungen so weit wie möglich, zum Beispiel indem du Handy und Fernseher ausschaltest und Familienmitgliedern im Haus kurz Bescheid gibst. Starte offen und positiv in die Übung, aber mit einem klaren Plan, was du trainieren möchtest und wie lange. Zehn bis 20 Minuten pro Einheit reichen vollkommen aus und überfordern die Konzentration deines Hundes nicht. Mehrere kurze Übungen sind deutlich effektiver als seltene, lange Trainingseinheiten. Gerade bei Welpen und Junghunden genügen oft schon wenige Minuten am Stück.
So bringst du deinem Hund einen Trick bei: Die Grundlagen
Damit dein Hund einen Trick lernen kann, brauchst du zunächst seine volle Aufmerksamkeit. Du kannst zum Beispiel mit einer kurzen Spielrunde beginnen, ohne dabei das Spielzeug direkt zu werfen.
Hunde verstehen unsere Sprache nicht. Deshalb müssen wir ihnen anders als durch Erklären vermitteln, was wir von ihnen möchten – und zwar ohne sie in eine Bewegung oder ein Verhalten zu zwingen. Denn Zwang kann langfristig zu Vermeidungsverhalten führen.
Leckerli können beim Tricktraining äußerst hilfreich sein. Versteckt in der Hand folgt der Hund ihnen und kann so lernen, bestimmte Bewegungen auszuführen. Wie das im Einzelnen funktioniert, zeigen die Anleitungen weiter unten.
Sobald dein Hund das gewünschte Verhalten zeigt, ist es wichtig, genau in diesem Moment das Kommando zu nennen, mit dem du die Bewegung verknüpfen willst, und ihn überschwänglich zu loben. Danach bekommt er auch das Leckerchen. Achte darauf, das Kommando weder zu früh noch zu häufig zu geben. Sonst kann dein Vierbeiner es nicht eindeutig mit der passenden Bewegung verbinden, wird unsicher oder ignoriert das Signal. In der Lernphase kommt das Kommando also nicht vor dem Trick, sondern genau im Moment der Ausführung. Erst später soll der Hundetrick auf das Kommando hin zuverlässig abrufbar sein.
Bei vielen Hundetricks ist es sinnvoll, das gewünschte Verhalten zunächst in kleine Teilschritte zu zerlegen, die einzeln oder nacheinander aufgebaut geübt werden. Mehr dazu findest du in den einzelnen Anleitungen. Wenn du den Eindruck hast, dass dein Hund verstanden hat, was du von ihm möchtest, wiederhole die Übung noch zwei- bis dreimal – nicht öfter – und beende sie dann mit viel Lob und einem fröhlichen Belohnungsspiel.
Wie alles in der Hundeerziehung müssen auch Hundetricks über längere Zeit immer wieder geübt, wiederholt und in verschiedenen Situationen abgefragt werden, bis sie wirklich sicher sitzen.
Wenn ein Hundetrick nicht klappt: Ruhig bleiben und Training anpassen
Wenn ein Trick überhaupt nicht funktionieren will, liegt das ganz sicher nicht daran, dass dein Hund stur oder faul ist. Meist hat er schlicht noch nicht verstanden, was du von ihm möchtest, oder es ist dir noch nicht gelungen, ihn ausreichend zu motivieren. Überlege deshalb in Ruhe, woran es liegen könnte, achte auf deinen Hund und auf deine eigene Körpersprache und probiere es noch einmal auf eine andere Weise. Ausprobieren ist ausdrücklich erlaubt.
Ganz wichtig: Bleib positiv. Unter Stress und Druck kann Tricktraining nicht gelingen. Hundetricks sollen vor allem Spaß machen und eure Beziehung stärken. Deshalb ist es auch völlig in Ordnung, eine Übung abzubrechen. Vielleicht klappt sie zu einem späteren Zeitpunkt oder in einer anderen Situation deutlich besser.
Es kann außerdem vorkommen, dass bereits gelernte Tricks plötzlich nicht mehr funktionieren oder Fortschritte ausbleiben. Dann hilft es oft, einen Schritt zurückzugehen, wieder leichtere Übungen einzubauen, eine neue Form der Motivation auszuprobieren und vor allem jeden kleinen Erfolg ausgiebig zu loben.
Hilfreich beim Tricktraining: Kommando „Falsch“
Manchmal reagieren Hunde auf ein Kommando mit dem „falschen“ Trick oder versuchen, bereits bekannte Tricks abzuspulen, wenn du etwas Neues üben möchtest. Das solltest du natürlich nicht bestrafen, denn dein Hund versucht ja, alles richtig zu machen. Du kannst dafür das Kommando „Falsch“ einführen. Anders als das verbietende „Nein“ soll es dem Hund sagen: „Nicht so. Nicht dieses. Ich meine etwas anderes.“
Klare Signale: Sicht- und Hörzeichen
Du kannst das Kommando für einen Trick mit einer Geste und/oder mit der Stimme geben. Welche Zeichen du wählst, bleibt ganz dir überlassen. Wichtig ist, dass sie für deinen Hund gut erkennbar sind und sich von anderen Signalen sowie Alltagsworten oder Alltagsbewegungen unterscheiden. Anfangs musst du die Befehle sehr deutlich geben. Je geübter dein Hund ist, desto leiser und unauffälliger dürfen sie werden. In den Anleitungen unten findest du Vorschläge und Beispiele.
Clicker und Targetstick: Hilfsmittel für Hundetricks
Clickertraining eignet sich sehr gut, um Hundetricks einzuüben. Es erleichtert dir Timing und Belohnung, außerdem kannst du Tricks und Spiele damit noch vielseitiger variieren. Der Klick mit dem Clicker ist für den trainierten Hund die Bestätigung, die eigentliche Belohnung darf also auch etwas später folgen.
Der Targetstick ist ein Stock als Verlängerung deines Arms mit auffälliger Spitze. Dein Hund lernt – in der Regel mithilfe des Clickers –, dieser Spitze mit der Nase zu folgen. So lassen sich nicht nur Hundetricks trainieren, auch in der Ausbildung von Servicehunden kommt der Targetstick zum Einsatz.
Hundetricks mit Welpen: Ab wann kann man Hunden Tricks beibringen?
Auch mit Welpen kannst du dich spielerisch an Hundetricks versuchen. Allerdings darf dein Ehrgeiz dabei auf keinen Fall zu groß sein, denn Spaß und Spielfreude sollten klar im Vordergrund stehen. Bedenke bitte: Ein Welpe hat den ganzen Tag viel zu entdecken und zu lernen, seine Konzentrationsfähigkeit ist noch begrenzt. Gleichzeitig ist seine Experimentierfreude und Lernbereitschaft sehr hoch, sodass Übungen wie Pfötchen geben oder Rolle oft schnell und begeistert umgesetzt werden – aber nicht unbedingt dauerhaft sitzen. Genau das sollte bei Welpen auch noch nicht das Ziel sein.
In der wichtigen Prägephase geht es vor allem um Beziehungsaufbau und Sozialisation. Trotzdem kann es eine schöne Möglichkeit sein, sich gegenseitig besser kennenzulernen und gemeinsam beschäftigt zu sein, wenn du deinem Welpen kleine Tricks beibringst. Ab wann du Hundetricks ambitionierter in den Erziehungsalltag integrieren kannst, hängt vor allem von der Konzentrationsfähigkeit und vom Grundgehorsam deines Junghundes ab. Auf Sprungtricks solltest du bei Welpen verzichten. Solange das Skelett noch nicht gefestigt ist, können Schäden entstehen.
Eine kleine Übersicht: Hundetricks mit Anleitung
Welche Tricks kannst du Hunden beibringen? Welche passen zu dir und deinem Hund? Geeignet ist vor allem das, was euch Spaß macht – und bei Hundetricks ist Ausprobieren absolut erlaubt. Im Folgenden findest du Schritt-für-Schritt-Anleitungen, mit denen du deinem Vierbeiner verschiedene Kommandos beibringen kannst. In unserer Hundetrick-Liste findest du sowohl Hundetricks für Anfängerinnen und Anfänger als auch Hundetricks für Fortgeschrittene.
Je mehr Kunststücke dein Hund bereits beherrscht, desto leichter ist es in der Regel, ihm weitere beizubringen. Der Grund: Viele Grundprinzipien kennt er dann schon, auf denen du aufbauen kannst. Außerdem lernen dein Hund und du dabei immer besser, miteinander zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten.
1. Rundherum: Hundetrick Rolle
Ein lustiger Trick, den du überall üben und zeigen kannst: Der Hund legt sich hin und rollt sich einmal über den Rücken um sich selbst. Die Rolle ist gut als erster Hundetrick für Anfängerinnen und Anfänger geeignet. Achte auf einen ebenen und für deinen Hund angenehmen Untergrund.
So kannst du deinem Hund die Rolle beibringen:
- Schritt 1: Lege deinen Hund vor dir ins „Platz“. Gehe in die Hocke und halte ihm ein Leckerli vor die Nase.
- Schritt 2: Führe das Leckerli seitlich im Bogen zu den Rippen hin. Dein Hund wird mit seiner Nase folgen. Wenn er komplett nach hinten schaut, also in Richtung Schwanz, bekommt er das Leckerli.
- Schritt 3: Bei den Wiederholungen führst du das Leckerli jedes Mal ein Stück weiter Richtung Rücken, bevor dein Hund es bekommt. Viele Vierbeiner rollen sich dann schon ganz von selbst weiter. Falls nicht, darfst du ihn sanft an den Beinen nehmen und herumrollen. Danach darf dein Hund sofort aufspringen.
- Schritt 4: Jetzt führst du Hand- und Hörzeichen ein, zum Beispiel "Rolle rum" und einen rotierenden Zeigefinger, der sich aus der kreisenden Bewegung mit dem Leckerli ergibt.
Variation für Fortgeschrittene: Du kannst einüben, dass du die Richtung der Rolle vorgibst – mit unterschiedlichen Signalen – oder den Trick in eine Choreografie einbauen.
2. Hoch die Pfoten: Pfötchen geben und High Five
Diese beiden Tricks sehen niedlich und witzig aus, fördern die Geschicklichkeit, sind leicht zu erlernen und brauchen nur wenig Platz. Außerdem übst du damit ganz nebenbei, dass sich dein Hund problemlos an den Pfoten anfassen lässt. Das ist im Alltag sehr praktisch, zum Beispiel beim Säubern oder Untersuchen der Pfoten.
Beim Pfötchen geben legt dein Hund seine Pfote auf deine flache, ausgestreckte Hand. Beim High Five tippt er mit der Pfote auf deine flach aufgestellte Hand, sodass es aussieht, als würdet ihr euch abklatschen. Das funktioniert sogar mit beiden Pfoten gleichzeitig.
So kannst du deinem Hund Pfötchen geben beibringen:
- Schritt 1: Setze deinen Hund vor dir ins „Sitz“. Gehe in die Hocke und zeige ihm ein Leckerli.
- Schritt 2: Verbirg das Leckerli in deiner Hand, indem du sie zur Faust schließt. Dann hältst du sie deinem Hund mit dem Handrücken nach unten hin, ohne sie zu öffnen.
- Schritt 3: Dein Hund wird versuchen, an das Leckerli zu kommen, zunächst wahrscheinlich mit Mund und Nase. Schnell wird er aber auch die Pfote benutzen. In diesem Moment verwendest du das Stimmsignal, zum Beispiel „Gib Pfote“, lobst ihn und gibst ihm das Leckerli. Belohne zu Beginn ruhig schon das Heben der Pfote, damit dein Hund versteht, dass er sie einsetzen soll.
- Schritt 4: Wenn dein Hund die Pfote sicher einsetzt, kannst du den Trick mit geöffneter Hand ohne Leckerli trainieren. Die Belohnung bekommt er natürlich trotzdem.
- Schritt 5: Übe das Gleiche mit der anderen Hand und der anderen Pfote.
So kannst du deinem Hund High Five beibringen:
- Schritt 1: Setze deinen Hund vor dir ins „Sitz“. Gehe in die Hocke und zeige ihm ein Leckerli.
- Schritt 2: Verbirg das Leckerli in deiner Hand, indem du sie zur Faust schließt. Halte sie nun etwa auf Kopfhöhe deines Hundes, damit er sich strecken muss, um sie zu erreichen.
- Schritt 3: Trainiere zunächst nur eine Seite und konzentriere dich auf die entsprechende Pfote. Deine rechte Hand soll von der linken Vorderpfote deines Hundes berührt werden und umgekehrt. Sobald dein Hund die passende Pfote hebt, lobst und belohnst du das. Er soll dann immer höher greifen, bis die Pfote deine Hand erreicht. Dabei führst du auch das Stimmkommando ein, zum Beispiel „Check“. Wenn dein Hund die Bewegung grundsätzlich verstanden hat, kannst du mit der anderen Hand und der anderen Pfote üben. Das braucht oft mehrere Übungseinheiten. Geh nicht zu schnell vor und übe die einzelnen Schritte nicht zu oft. Zwei- bis dreimal pro Durchgang reichen aus.
- Schritt 4: Jetzt übst du mit der flach aufgestellten Hand ohne Leckerli. Das hältst du natürlich in der anderen Hand bereit. Wenn das auf beiden Seiten gut klappt, habt ihr schon einen wunderbaren Hundetrick im Repertoire.
- Schritt 5: Das perfekte High Five erfolgt mit beiden Vorderpfoten gleichzeitig. Wenn die Signale und die Bewegung mit den einzelnen Pfoten gut sitzen, versteht dein Hund das meist schnell. Diese Übung eignet sich allerdings nicht für Vierbeiner mit Rücken- oder Hüftproblemen, weil dein Hund dafür aufrecht auf den Hinterläufen sitzen muss. Unsichere Hunde solltest du an diesen Schritt nur sehr behutsam heranführen, denn die ungewohnte und instabile Körperhaltung kann sie schnell überfordern.
Variation für Fortgeschrittene: Du kannst Pfötchen geben und High Five mit beiden Vorderpfoten zu einer Art Abklatschspiel kombinieren. Oder du trainierst einmal das Pfötchen geben mit den Hinterpfoten, natürlich im Stehen. Das kannst du über Antippen oder leichtes Kitzeln der Pfote üben und verstärken.
3. Wie im Zirkus: Männchen machen
Beim Männchen machen hebt dein Hund aus dem Sitzen den Oberkörper an und streckt die Vorderpfoten nach oben. Dieser Trick sieht nicht nur gut aus, sondern schult auch die Körperbeherrschung deines Hundes. Schließlich muss er sich dafür in ungewohnter Haltung aufrichten und ausbalancieren. Kleinen Hunden fällt diese Übung meist leichter als großen, schweren Vierbeinern. Für Hunde mit Rücken- oder Hüftproblemen ist sie nicht geeignet.
So kannst du deinem Hund Männchen machen beibringen:
- Schritt 1: Setze deinen Hund vor dir ins „Sitz“. Stelle dich vor ihn und nimm ein Leckerli in die Hand.
- Schritt 2: Führe das Leckerli über seine Nase nach oben und etwas nach hinten, um deinen Hund mit dem Oberkörper nach oben zu locken. Belohne anfangs wirklich jede kleine Bewegung in die richtige Richtung und habe Geduld. Es braucht nicht nur Vertrauen und Mut, dein Hund muss auch erst lernen, seinen Körper in dieser Haltung auszubalancieren.
- Schritt 3: Je sicherer dein Hund wird, desto höher kann die Aufrichtung werden. Schließlich kannst du auch das Strecken der Vorderpfoten nach deiner Hand mit dem Leckerli fördern und belohnen. Anfangs kannst du ruhig nah am Hund stehen, um ihm Sicherheit zu geben. Wenn er die Bewegung verstanden hat, versuche den Hundetrick ruhig auch auf größer werdende Entfernung.
Variante für Fortgeschrittene: Beim „Tanzen“ soll dein Hund sich aus dem Männchen heraus auf die Hinterbeine stellen. Das Grundprinzip bleibt gleich, du lockst ihn dabei einfach höher. Für große Hunde und Hundesenioren ist dieser Trick aber nicht geeignet, weil sie das Gewicht oft nicht gut halten können.
4. Zickzack: Slalom durch die Beine
Ein Hundetrick in Bewegung: Dein Hund läuft Slalom durch deine Beine, während du vorwärtsgehst. Du brauchst dafür keine Slalomstangen, aber ausreichend Platz und Leckerlis oder das Lieblingsspielzeug. Natürlich sollte auch das Größenverhältnis zwischen dir und deinem Hund passen. Für eine Dogge oder einen Bernhardiner sind andere Hundetricks besser geeignet.
So kannst du deinem Hund Slalom beibringen:
- Schritt 1: Rufe deinen Hund zu dir. Mache einen großen Schritt nach vorn und locke deinen Vierbeiner mit Leckerli oder Spielzeug durch deine geöffneten Beine. Viele Hunde haben dabei zunächst Hemmungen. Dann kannst du dich als Vorübung zum Beispiel in eine Zimmertür stellen und den Hund durch deine gegrätschten Beine locken, indem du einen Ball hindurchrollst oder der gefüllte Napf auf der anderen Seite wartet.
- Schritt 2: Wenn dein Hund durch die Beine geht, führst du das Hörzeichen ein, zum Beispiel „Zickzack“. Loben und belohnen nicht vergessen.
- Schritt 3: Mache den nächsten Schritt und locke deinen Hund von der anderen Seite erneut hindurch.
- Schritt 4: Steigere langsam die Zahl der Schritte und damit die Länge der Übung. Anfangs genügen drei bis vier Schritte, später kannst du auf diese Art ruhig einige Meter gehen.
Variante für Fortgeschrittene: Du kannst vorsichtig das Tempo steigern und mit Rhythmus, Musik und eigenen Tanzbewegungen einen kleinen Dogdance daraus machen. Bleibe dabei aber aufmerksam und achte auf dich und deinen Hund. Das Risiko zu stolpern oder deinem Hund versehentlich auf die Pfote zu treten, solltest du bei diesem Trick nicht unterschätzen.
5. Peng: Totstellen
Beim Totstellen oder „Toter Hund“ lässt sich dein Hund aus dem Laufen fallen und legt sich regungslos auf die Seite. Das ist ein Hundetrick für Fortgeschrittene, der eine gute Kommunikation mit deinem Hund und viel Vertrauen erfordert. Du solltest ihn langsam und über einen längeren Zeitraum aufbauen und trainieren.
Dein Hund sollte vorher die Grundkommandos „Sitz“, „Platz“ und „Steh“ sicher beherrschen.
So kannst du deinem Hund Totstellen beibringen:
- Schritt 1: Zunächst übst du den Trick aus dem „Platz“ in der Sphinx-Stellung. Das funktioniert besonders gut, wenn dein Hund ohnehin entspannt oder sogar etwas müde ist. Gehe vor ihm in die Hocke.
- Schritt 2: Locke ihn mit einem Leckerli auf die Seite. Du darfst es auch mit sanftem Druck an Kopf oder Hals versuchen. Sobald dein Hund sich auf die Seite legt, gibst du das Hörzeichen, zum Beispiel „Peng“, zusammen mit dem Sichtzeichen und belohnst ihn. Übe das in mehreren Trainingseinheiten, bis dein Hund sich auf das Signal hin sicher auf die Seite legt, auch ohne Locken oder Körperkontakt.
- Schritt 3: Wiederhole die Übung nun aus dem „Sitz", später aus dem „Steh" und schließlich sogar in Bewegung. Ziel ist es, ein möglichst schnelles Umfallen zu verstärken. Manche Hunde tun sich damit schwer. Dann darfst du es ruhig bei einem langsameren und dafür umso dramatischeren Zusammensinken belassen.
- Das Schwierigste an diesem Trick ist meist das ruhige Liegenbleiben. Deshalb ist es wichtig, dass du ihn mit einem deutlichen Auflösungssignal beendest. Anfangs reichen einige wenige Sekunden. Wenn dein Hund die Übung verstanden hat, kannst du die Liegezeit nach und nach verlängern.
Variante für Fortgeschrittene: Du kannst den Hundetrick in eine Choreografie oder ein kleines Schauspiel einbauen. Besonders beeindruckend wirkt er natürlich, wenn er aus der Bewegung und über größere Entfernung erfolgt. Profis mit mehreren Hunden können daran arbeiten, die Tiere per Name und Zuruf einzeln fallen zu lassen.
6. Hundetrick im Rückwärtsgang: Rückwärts laufen
Hunde schalten eher selten in den Rückwärtsgang. Genau deshalb ist dieser Hundetrick gar nicht so leicht. Er eignet sich gut für Dogdance und Choreografien, ist aber auch im Trainingsalltag sehr nützlich, etwa wenn du etwas mehr Abstand zwischen dich und deinen Hund bringen möchtest.
Hilfreich ist es, wenn du für diese Übung anfangs eine Gasse aufbaust, zum Beispiel aus zwei seitlich gelegten Bierbänken oder aus zwei Reihen Umzugskartons. Du solltest die Gasse so eng anlegen, dass dein Hund gerade noch hindurchlaufen kann. Gewöhne ihn zuerst an diesen Aufbau, indem du ihn einige Male vorwärts hindurchlockst.
So kannst du deinem Hund rückwärts laufen beibringen:
- Schritt 1: Führe deinen Hund in die Gasse und stelle dich vor ihn.
- Schritt 2: Nimm ein Leckerli in die Hand und gehe vorsichtig einen Schritt auf deinen Vierbeiner zu. Ganz wichtig: Beuge dich nicht über ihn und bedränge ihn nicht. Er soll keinen Stress oder gar Angst bekommen. Sobald er eine Pfote nach hinten setzt, lobst und belohnst du ihn.
- Schritt 3: Nach und nach kannst du mehr Rückwärtsschritte verlangen und Hörzeichen, zum Beispiel „Zurück“, sowie Sichtzeichen einführen. Geh nicht zu schnell vor und übe das über einen längeren Zeitraum in mehreren Trainingseinheiten.
- Schritt 4: Als Nächstes baust du die Gasse ab und ersetzt sie durch Besenstiele oder Seile, bis dein Hund keine Hilfsmittel zum Rückwärtsgehen mehr braucht.
Varianten für Fortgeschrittene: Starte neben deinem Hund und gehe gemeinsam mit ihm ein paar Schritte rückwärts. Für eine Choreografie beim Dogdancing sieht es sehr schön aus, wenn ihr euch gegenübersteht und euch dann mit Rückwärtsschritten voneinander entfernt. Oder du versuchst es einmal mit Rückwärts-Slalom.
7. Wie in der Fahrschule: Rückwärts einparken
Beim Rückwärts einparken dreht sich dein Hund vor dir, um dann rückwärts durch deine gespreizten Beine einzuparken. Das ist ein beeindruckender Hundetrick, der fast überall für Begeisterung und Lacher sorgt und gar nicht so schwer zu lernen ist. Voraussetzung ist, dass dein Hund kein Problem damit hat, wenn du dich über ihn stellst. Vielleicht kennt er das schon vom Slalom durch die Beine. Falls nicht, probiere es zunächst ganz vorsichtig aus. Für sehr große und für ängstliche Hunde ist diese Übung nicht geeignet.
So kannst du deinem Hund Rückwärts einparken beibringen:
- Schritt 1: Rufe deinen Hund an deine Seite. Stelle dich mit ihm am besten so auf, dass der Weg nach vorn begrenzt ist, zum Beispiel durch eine Wand oder eine dichte Hecke.
- Schritt 2: Stelle dich jetzt mit gespreizten Beinen über ihn, ungefähr auf Schulterhöhe deines Hundes. Er wird rückwärts ausweichen. Das lobst und belohnst du sofort.
- Schritt 3: Wiederhole die Übung, stelle dich aber jedes Mal etwas weiter hinten über den Hundekörper, bis du schließlich ganz hinter ihm stehst und den Abstand vergrößern kannst. Führe dabei das Stimmkommando ein, zum Beispiel „Parken“. Trainiere jetzt auch ohne Begrenzung nach vorn.
- Schritt 4: Wenn das gerade Einparken gut sitzt, geht es in die Kurve. Stelle dich dafür etwas versetzt hinter deinen Hund, sodass er seine Richtung leicht ändern muss, um zwischen deinen Beinen zu landen. Das steigerst du langsam, indem du Schritt für Schritt im Halbkreis um deinen Hund gehst und er sich immer weiter zurechtdrehen muss. Wenn du schließlich frontal vor ihm stehst, wird er mit einer 180-Grad-Wendung einparken – Führerschein bestanden.
Varianten für Fortgeschrittene: Steigere Tempo und Abstand, lasse deinen Hund einmal bei jemand anderem einparken oder sogar bei mehreren Personen hintereinander. Hund und Menschen sollten sich dafür natürlich kennen und vertrauen.
Noch mehr Hundetricks?
Wenn du und dein Hund auf den Geschmack gekommen seid und gar nicht genug vom Tricktraining bekommen könnt, sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Es gibt mittlerweile zahlreiche Ratgeber im Buchhandel und inspirierende Videos von Trickprofis im Internet. In vielen Hundeschulen werden außerdem Trickgruppen angeboten, denn gemeinsam Hundetricks zu lernen und vielleicht sogar kleine Choreografien zu erarbeiten, macht oft noch mehr Spaß.
Jeder Hundetrick ist nicht nur Beschäftigung und Bereicherung im Alltag mit Hund, sondern zeigt auch: Dein Hund und du seid ein Team.
Quellen:
- Führmann, P.& Hoefs, N.: Erziehungsspiele für Hunde; Franckh-Kosmos; 1. Auflage 2002
- Kirsten Wolf: Die besten Hundespiele für drinnen und draußen; Gräfe und Unzer 2014
- Rütter, Martin: Hunde beschäftigen mit Martin Rütter; Franckh Kosmos; 1. Auflage 2016
- Interview mit Danie Keil, Hundetrainer
Von Lisa Keil
Das Original zu diesem Beitrag "Hundetricks" stammt von FOCUS Tierarzt.
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