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Vermehrtes Haaren im Frühjahr und Herbst

Fellwechsel: So pflegst du deinen Hund jetzt richtig

Frau bürstet Hund: Während des Fellwechsels verlieren die Tiere besonders viele Haare.
Frau bürstet Hund: Während des Fellwechsels verlieren die Tiere besonders viele Haare. Getty Images
Im Fellwechsel verliert dein Hund besonders viele Haare. Mit der richtigen Pflege unterstützt du Haut und Fell und beugst Problemen vor.
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Der Fellwechsel beim Hund gehört zu den natürlichen Vorgängen im Jahresverlauf. Für viele Halterinnen und Halter ist diese Zeit vor allem an deutlich mehr Haaren in der Wohnung oder im Haus zu erkennen. Für den Hund selbst bedeutet sie aber mehr als nur lose Büschel im Körbchen: Der Körper stellt das Haarkleid auf die veränderten Bedingungen im Frühjahr oder Herbst ein.

Wie stark ein Hund haart, hängt unter anderem von Rasse, Felltyp, Alter und Hormonstatus ab. Manche Tiere verlieren vor allem während der typischen Fellwechselzeiten sehr viel Unterwolle, andere haaren eher gleichmäßig über das Jahr. Entscheidend ist, normalen Fellwechsel von auffälligem Haarausfall zu unterscheiden und den Hund in dieser Phase mit passender Pflege und einer ausgewogenen Ernährung zu unterstützen.

Warum Hunde ihr Fell wechseln

Der Fellwechsel beim Hund wird vor allem durch die Länge des Tageslichts und die Temperatur beeinflusst. Wenn die Tage im Frühjahr länger werden, stößt der Körper das dichte Winterfell nach und nach ab und bildet ein leichteres Sommerfell. Im Herbst läuft der Prozess in die andere Richtung: Dann verdichtet sich das Haarkleid wieder, damit der Hund in der kalten Jahreszeit besser geschützt ist.

Das Fell erfüllt dabei eine wichtige Funktion. Zwischen den Haaren entsteht ein Luftpolster, das den Körper isoliert. Je nach Jahreszeit verändert sich deshalb nicht nur die Menge, sondern auch die Struktur des Fells. Vor allem Hunde mit Unterwolle passen ihr Haarkleid deutlich an. Dabei spielen auch genetisch festgelegte Haarzyklen eine Rolle: Haare wachsen, lösen sich, fallen aus und machen Platz für neues Fell.

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Wann wechselt der Hund sein Fell?

In welchen Monaten Hunde ihr Fell wechseln, lässt sich nicht auf den Tag genau festlegen. Häufig beginnt der Fellwechsel im Frühjahr zwischen März und Mai, im Herbst meist zwischen September und November. Oft werden auch April und Mai sowie September und Oktober als typische Hauptphasen beobachtet. Wie früh oder spät der Prozess einsetzt, hängt unter anderem davon ab, wie die Temperaturen ausfallen und wo der Hund lebt oder schläft.

Die Dauer des Fellwechsels liegt meist zwischen zwei und acht Wochen. Bei manchen Hunden ist die Phase schneller vorbei, bei anderen zieht sie sich deutlich länger hin. Besonders im Frühjahr fällt der Haarverlust oft stärker auf, weil das dichte Winterfell abgestoßen wird. Im Herbst wächst das Fell zwar ebenfalls um, insgesamt wirkt der Haarausfall dann aber oft etwas geringer.

Welche Hunde haaren im Fellwechsel besonders stark?

Nicht jeder Hund erlebt den Fellwechsel gleich intensiv. Hunde mit dichtem Doppelfell, also mit Deckhaar und Unterwolle, haaren meist besonders stark. Dazu zählen beispielsweise viele nordische oder langhaarige Rassen sowie klassische Gebrauchshunde mit dichter Unterwolle. Bei ihnen löst sich während des Fellwechsels oft sehr viel abgestorbenes Haar auf einmal.

Weniger auffällig ist der Fellwechsel oft bei kurzhaarigen Hunden. Hunde mit kontinuierlich wachsendem Fell verlieren ebenfalls meist weniger Haare, brauchen dafür aber regelmäßige Fellpflege, Schur oder Trimmpflege. Es gibt auch nahezu haarlose Rassen, bei denen ein klassischer Fellwechsel ausbleibt. Zudem können ältere Hunde stärker haaren als jüngere. Kastrierte Tiere verlieren häufig mehr Fell als unkastrierte, und Hündinnen haaren zu Beginn der Läufigkeit oft verstärkt.

Fellwechsel beim Hund: Typische Symptome 

Das deutlichste Zeichen ist vermehrter Haarausfall. Daneben können weitere Begleiterscheinungen auftreten, die für den Hund unangenehm sind. Gerade lose Unterwolle, die im Fell hängen bleibt, kann die Luftzirkulation behindern und die Haut reizen.

Typische Anzeichen während des Fellwechsels sind:

  • Juckreiz und häufigeres Kratzen
  • Schuppenbildung
  • Knoten oder Verfilzungen, vor allem bei langem Fell
  • stumpferes oder farblich verändertes Fell
  • mitunter Müdigkeit oder ein erhöhter Energiebedarf
     

Nicht jeder Hund zeigt alle diese Symptome. Manche Tiere kommen problemlos durch den Fellwechsel, andere reagieren deutlich empfindlicher und brauchen mehr Unterstützung bei der Fellpflege.

Hund im Fellwechsel unterstützen: Das hilft wirklich

Die wichtigste Maßnahme ist regelmäßiges Bürsten. So entfernst du lose Haare, verbesserst die Belüftung des Fells und kannst Juckreiz mindern. Gleichzeitig wird die Haut massiert, besser durchblutet und in ihrer natürlichen Funktion unterstützt. Viele Hunde empfinden dieses Pflegeritual zudem als angenehm.

Hilfreich ist außerdem ein ruhiger Alltag. Der Aufbau neuer Haare kostet Energie, weshalb zusätzliche Ruhephasen sinnvoll sein können. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle, denn Haare bestehen zu einem großen Teil aus Eiweiß. Während des Fellwechsels sollte dein Hund deshalb gut mit hochwertigen Proteinen sowie wichtigen Vitaminen, Spurenelementen und Fettsäuren versorgt sein.

Für Haut und Fell sind insbesondere relevant:

  • ungesättigte Fettsäuren
  • Vitamin A, Vitamin E und Biotin
  • Spurenelemente wie Kupfer, Jod und Zink
     

Ergänzungen oder Öle solltest du nicht auf eigene Faust dauerhaft geben, sondern vorher tierärztlich abklären lassen. Das gilt besonders dann, wenn bereits Hautprobleme, starker Haarausfall oder andere Beschwerden bestehen.

Wie oft solltest du deinen Hund im Fellwechsel bürsten?

Während des Fellwechsels ist tägliches Bürsten oft ideal. Alternativ kann bei manchen Hunden auch jeder zweite Tag ausreichen. Entscheidend ist, wie dicht das Fell ist, wie viel Unterwolle vorhanden ist und wie stark dein Hund haart.

Regelmäßiges Bürsten hat mehrere Vorteile: Lose Haare werden entfernt, Verfilzungen können sich gar nicht erst festsetzen und Schmutz, Pflanzenteile oder Parasiten fallen schneller auf. Gleichzeitig landen weniger Haare in deiner Wohnung. Gerade bei Hunden mit viel Unterwolle lohnt es sich, das Bürsten fest in den Tagesablauf einzubauen.

Die richtige Fellpflege im Fellwechsel beim Hund

Welche Bürste oder welches Pflegewerkzeug sinnvoll ist, hängt immer vom Felltyp ab. Eine falsche Bürste kann die Haut reizen oder lose Unterwolle nicht ausreichend erfassen. Deshalb lohnt es sich, die Pflege an das Haarkleid deines Hundes anzupassen.

Grundsätzlich eignen sich je nach Felltyp unter anderem:

Mit Baden solltest du zurückhaltend sein. Zu häufiges Waschen kann den Säureschutzmantel der Haut schwächen und ist während des Fellwechsels eher ungünstig. Sinnvoller ist meist eine regelmäßige, gründliche Bürstenroutine. Bei trockener oder schuppiger Haut können pflegende Produkte die Haut zusätzlich unterstützen.

Juckreiz und kahle Stellen: Wann du zum Tierarzt solltest

Leichter Juckreiz kann im Fellwechsel vorkommen, vor allem wenn abgestorbene Haare im Fell festhängen. Bleibt die Haut jedoch gereizt, bildet der Hund viele Schuppen oder kratzt er sich auffällig stark, sollte die Ursache abgeklärt werden. Gleiches gilt, wenn das Fell unangenehm riecht, der Hund vermehrt leckt oder ins Fell beißt.

Kahle Stellen sind für einen normalen Fellwechsel eher untypisch. Dann können andere Auslöser dahinterstecken, etwa Parasiten, Hautpilze, allergische Reaktionen, hormonelle Störungen, Stoffwechsel- oder Organerkrankungen, Stress oder Nährstoffmangel. Auch wenn der Haarausfall außerhalb der üblichen Fellwechselzeiten sehr stark auftritt, ist ein Tierarztbesuch sinnvoll. Spätestens bei entzündeter Haut, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit oder deutlich verändertem Fell sollte der Hund untersucht werden.

Fellwechsel bei Welpen und nach Felltyp

Welpen durchlaufen ebenfalls einen Fellwechsel. Dabei verlieren sie ihr weiches Babyfell und bekommen das erste Haarkleid eines erwachsenen Hundes. Dieser erste Wechsel kann sich über mehrere Wochen oder sogar Monate ziehen. Das neue Fell ist meist robuster und fester als das Welpenfell.

Gerade in dieser Phase kannst du deinen jungen Hund gut an Bürste und Kamm gewöhnen. Kurze, ruhige Pflegeeinheiten helfen dabei, dass Fellpflege positiv abgespeichert wird. Auch der Felltyp bleibt entscheidend: Kurze Felle mit wenig Unterwolle brauchen meist weniger Aufwand als langes oder dichtes Fell. Hunde mit viel Unterwolle sollten während des Fellwechsels besonders gründlich gepflegt werden, während bei rauhaarigen oder kontinuierlich wachsenden Fellen eher die passende Spezialpflege im Vordergrund steht.

Fazit: Fellwechsel beim Hund richtig begleiten

Der Fellwechsel beim Hund ist ein normaler, saisonaler Vorgang und gehört für viele Tiere zweimal im Jahr dazu. Wie stark er ausfällt, hängt vor allem von Felltyp, Rasse, Alter und Hormonstatus ab. Mit regelmäßigem Bürsten, einer passenden Fellpflege und einer ausgewogenen Ernährung kannst du deinen Hund in dieser Phase gut unterstützen. Wichtig ist, normale Begleiterscheinungen wie vermehrtes Haaren von krankhaftem Haarausfall abzugrenzen. Treten kahle Stellen, starker Juckreiz oder weitere Beschwerden auf, sollte der Hund tierärztlich untersucht werden.