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Wenn dein Hund nicht mehr hört

Gibt es einen Hörtest für Hunde? Das solltest du wissen

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Mit einfachen Tests kannst du überprüfen, ob das Hörvermögen deines Hundes nachgelassen hat – Handzeichen helfen bei der Kommunikation. imago images / imagebroker
Einen Hörtest für Hunde führst du leicht selber durch. Insbesondere bei älteren Fellnasen ist es empfehlenswert, gelegentliche Gesundheitschecks zu machen.

Hast du den Verdacht, dass dein Hund nicht mehr so gut hört oder sieht, überprüfe das ganz einfach selber. Unseren Haustieren geht es nicht anders als uns. Im Verlauf der Jahre lässt auch bei Katzen und Hunden das Seh- und Hörvermögennach.

Hunde sind Rudeltiere und stammen letztendlich vom Wolf ab. Viele Eigenschaften und Verhaltensmuster lassen sich auf die Urahnen zurückführen. Dazu gehört auch, dass sich Hunde Erkrankungen oder Gebrechen tunlichst nicht anmerken lassen. Die Natur ist manchmal gnadenlos und daher werden kranke Tiere, die auf Dauer das gesamte Rudel schwächen, ausgeschlossen oder sogar getötet.

Aber auch wenn dein Hund sich nichts anmerken lässt, wirst du bei genauer Beobachtung bemerken, dass er nicht mehr so gut sieht oder hört. Hast du den Verdacht, dass dein Hund ein Problem mit den Ohren hat, führe einfach einen kleinen Hörtest durch.

Wichtig dabei ist, dass der Hörtest für den Hund überraschend ist und er dich bzw. den Geräuschverursacher nicht sieht. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Hund sich anhand von Gesten oder Mimik orientiert und somit wäre das Ergebnis verfälscht. Hunde sind diesbezüglich sehr schlau. Lässt ein Sinnesorgan nach, werden die anderen dafür umso mehr geschärft und eingesetzt.

Optimal ist es, wenn du den Hundehörtest zu zweit durchführst, aber auch alleine funktioniert es. Der Hund sollte sich in einer Ruhephase befinden, wenn beispielsweise:

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  • im Nebenzimmer jemand ruft oder etwas fallen lässt,
  • jemand zur Haustüre hereinkommt,
  • oder von außen an die Scheibe klopft.

Du beobachtest die Reaktion des Hundes und insbesondere, ab welcher Lautstärke die Fellnase reagiert.

Bist du alleine, führe die Hörtests zum Beispiel mit einer transportierbaren Klingel durch oder nimm einen großen Spiegel zur Hilfe. Der Hund darf nicht mitbekommen, dass du irgendetwas machst bzw. von ihm willst.

Bestätigt sich bei den Hörtests, dass dein Hund nicht mehr gut hört, besprich deine Beobachtung mit dem Tierarzt oder der Tierärztin. Handelt es sich um eine altersbedingte Hörschwäche, kann man kaum etwas dagegen machen. Es gibt zwar auch Hörgeräte für Hunde, aber abgesehen davon, dass diese sündhaft teuer sind, werden sich vermutlich nur die wenigsten Hunde damit anfreunden.

Der Tierarzt oder die Tierärztin überprüft die Hörfähigkeit deines Hundes mit einem AEP-Test (auditiv evozierte Potenziale) oder einem BAEP-Test (brainstem auditory evoked potentials). Hierbei findet keine klassische Austestung des Gehörs mit Geräuschen oder Klatschen statt.

Dein Tier wird kurzzeitig sediert und bekommt Elektroden am Kopf angebracht. Dem Hund werden über Stöpsel in den Ohren Klickgeräusche vorgespielt. Ein Gerät kann objektiv messen, ob nachfolgend elektrische Impulse ans Gehirn weitergeleitet werden oder nicht. Die Untersuchung dauert nicht lange, nur ein paar Minuten.

Übrigens: Neben dem altersbedingten sukzessiven Hörverlust haben nicht selten weiße Hunde genetisch bedingte Hörprobleme bzw. sind bereits von Geburt an taub.

So gehst du mit dem Hörverlust des Hundes um

Hört dein Hund nicht mehr so gut, heißt das keinesfalls, dass er bereits taub ist. Oftmals hören die Fellnasen noch Geräusche in einem Sequenzbereich, den wir nicht mehr wahrnehmen. Daher bietet sich eine entsprechende Hundepfeife an, damit du deinen Hund draußen abrufen kannst.

Ansonsten bieten sich Handzeichen an, um mit deinem vierbeinigen Kumpel zu kommunizieren. Optimalerweise beginnst du mit dem Hundetraining bereits im Welpenalter. Gleichzeitig mit dem jeweiligen Kommando machst du eine bestimmte Handbewegung. Wichtig ist, dass du immer das gleiche Handzeichen für das Kommando verwendest.

Ist dein Hund bereits aus dem Welpenalter heraus, ist das in der Regel auch kein Problem. Die meisten Hunde lernen sehr gerne Neues und werden daher begeistert mitmachen, wenn du bei den Spaziergängen langsam beginnst, die Kommandos mit Handzeichen anzureichern. Langsam aber stetig wechselst du dann zwischen verbalen und nonverbalen Kommandoshin und her.

Künftig verwendest du dann die nonverbalen Kommandos genauso wie die verbalen, sodass sie dem Hund in “Fleisch und Blut” übergehen. Ist es dann irgendwann so weit, dass das Hörvermögen der Fellnase nachlässt, wirst du froh darüber sein und auch für den Hund macht es die Situation leichter.