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Neurologische Erkrankung

Epilepsie bei Hunden: Ursachen, Symptome und was du für deinen Hund tun kannst

Hund waehrend der Behandlung, Tierarztpraxis, aufgenommen am 21. August 2012, in Miesbach, Bayern.
imago images / fossiphoto
Epilepsie tritt auch bei Hunden auf. Doch glücklicherweise lässt sich die Erkrankung behandeln. Mehr über Ursachen, Arten, Phasen und Behandlungsmöglichkeiten.

Die Epilepsie bei Hunden ist eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Gehirn übermäßig erregt sind und der Hund dadurch krampft. Die Medizin unterscheidet hier zwischen einer primären und sekundären Epilepsie.

Erstere hat ihre Ursache in der Genetik. Sie ist eine Erbkrankheit bei Rassen wie dem Golden Retriever, Labrador Retriever, Collie oder Beagle. Die sekundäre Epilepsie ist eine Begleiterscheinung einer Grunderkrankung wie einer Entzündung des Gehirns oder einer Erkrankung der Niere oder Leber.

Dann wird noch mal unterschieden, je nachdem, wo sich die betroffenen Nervenzellen im Gehirn befinden. Hier handelt es sich dann entweder um fokale oder generalisierte Anfälle. Der fokale Anfall tritt nur in einem bestimmten Hirnareal auf, im Gegensatz zu dem generalisierten Anfall, der sich auf beide Gehirnhälften ausstreckt.

Der fokale Anfall tritt seltener als der generalisierte Anfall auf und ist auch weniger schwer. Symptome eines fokalen Anfalls sind Muskelzuckungen oder Krämpfe in den Extremitäten. Das Bewusstsein ist hier glücklicherweise nicht betroffen.

Ein epileptischer Anfall beim Hund hält entweder nur einige Sekunden oder aber ganze Minuten an. Die Gefahr für den Hund steigt, je länger der Anfall andauert.

Neben angeborener Epilepsie können Infektionskrankheiten, Stoffwechselstörungen, Hirnverletzungen oder Vergiftungen, Tumore, Leber- und Nierenerkrankungen die Anfälle bedingen.

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Auslöser für einen epileptischen Anfall beim Hund ist eine Empfindlichkeit gegenüber Stress. Lärm, körperliche Anstrengung, Angstzustände und Alleinsein spielen hier eine Rolle.

Das sind die Anzeichen eines Anfalls

Ein epileptischer Anfall bei Hunden verläuft in drei Phasen, welche aber nicht unbedingt voneinander trennbar sind.

Vor dem Anfall verhält sich der Hund anders. Beispielsweise ist er unruhig. Er jault und bellt mehr. Im Mund bildet sich mehr Speichel und er erbricht sich sogar. Er wirkt ängstlich und anhänglich. Beruhige ihn in dieser Phase, das kann den Anfall abschwächen.

Der epileptische generalisierte Anfall beginnt dann mit Muskelzuckungen und Muskelspannung. Dein Hund liegt auf einer Seite, hält die Beine steif und rudert mit ihnen. Sein Bewusstsein ist getrübt und er verdreht die Augen. Er ist dann nicht mehr ansprechbar. Eventuell bildet er mehr Speichel.

Bei partiellen epileptischen Anfällen ist nicht der ganze Körper betroffen. Einzelne Muskeln beginnen zu zucken, oft im Gesicht oder an einzelnen Gliedmaßen. Dein Hund versteht diese Zuckungen nicht, daher kann er mit plötzlichem Schnappen nach imaginären Fliegen oder Berührungen reagieren, laut aufbellen und wirr herumrennen.

In der dritten Phase verspürt der Hund Hunger und Durst. Er taumelt und verliert den Orientierungssinn, wie auch die Kontrolle über seine Blase und den Darm.

Behandlungsmöglichkeiten

Epilepsie ist bedauerlicherweise nicht heilbar. Dennoch kann sie oft gut behandelt werden. Der Tierarzt wird eine individuelle Behandlungsart für deinen Hund finden, je nachdem, welche Ursache die Anfälle haben und wie häufig und wie schwer diese sind.

Die Behandlung läuft über einen längeren Zeitraum mit Einnahme von Medikamenten. Diese stoppen die Anfälle nicht, verringern aber Häufigkeit und Schwere.

Die Tabletten werden oral verabreicht. Hier solltest du darauf achten, deinem Hund die verordneten Tabletten regelmäßig zu geben.

Ändere oder stoppe die Behandlung auf keinen Fall, ohne dies mit deinem Tierarzt abgesprochen zu haben. Denn ein plötzlicher Stopp kann schlimme Krämpfe beim Hund auslösen.