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Wenn Welpen zu wenig erleben

Deprivationssyndrom beim Hund: Alle Infos

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Hunde mit Deprivationssyndrom sind oft ängstlich. (Bild: Pixabay/Fran_Mother_Of_Dogs)
Ein Deprivationssyndrom entsteht bei Hunden, die in einer reizarmen Umgebung aufwachsen. Als ausgewachsene Hunde können sie Störungen entwickeln. Woran du das Syndrom erkennst und wie du damit umgehen kannst, erfahren Sie in diesem Praxistipp.

Sind Hunde ängstlich, nervös oder aggressiv, bist du als Halter/in oft ratlos. Manchmal liegen die Ursachen für solche Verhaltensauffälligkeiten tief. Erfahrungen, die Welpen machen, wirken sich auf ihr Leben als erwachsene Hunde aus. Auch das Ausbleiben von Erfahrungen kann problematisch sein.

Das Wort Deprivation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Beraubung. Bezogen auf das Deprivationssyndrombedeutet dies, dass Hunde im Welpenalter der Möglichkeit beraubt werden, sich einen reichen Erfahrungsschatz zuzulegen.

Betroffen vom Deprivationssyndrom können Hunde sein, die in einem Zwinger oder Kellerverschlag aufwachsen. Die Welpen lernen in einer derartig reizarmen Umgebung nicht, auf die mannigfaltigen Reize der Außenwelt angemessen zu reagieren.

Auch Hunde, die auf dem Land aufgezogen wurden, können vom Deprivationssyndrom betroffen sein. Sie können große Probleme haben, sich an das Leben in der Stadt anzupassen. Denn die Erfahrungen dort unterscheiden sich stark von denen, die ein Hund auf dem Land macht.

Die Ursachen liegen in der Hirnentwicklung von Hunden. Diese vollzieht sich zu großen Teilen im frühen Welpenalter. Im Gehirn entstehen Vernetzungen abhängig davon, welche Erfahrungen der Welpe macht. Bleiben Erfahrungen aus, lernt der Hund nicht, damit umzugehen.

Das können du und dein Hund mit Deprivationssyndrom erleben: Hunde mit Deprivationssyndrom leiden unter Wahrnehmungen und Erfahrungen, auf die sie als Welpen nicht vorbereitet wurden.

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Betroffene Hunde sind oftmals:

  • nervös
  • ängstlich
  • oder sogar aggressiv

Sie können daher zu einer Gefahr für ihre Umwelt werden. Manche Tiere mit Deprivationssyndrom werden nie stubenrein. Sie verrichten ihr Geschäft lieber im sicheren Umfeld der Wohnung oder des Hauses als draußen.

Als Halter/in eines Hundes mit Deprivationssyndrom solltest du auf die Bedürfnisse des Tiers Rücksicht nehmen. Du kannst zum Beispiel:

  • das Leben deines Hundes möglichst vorhersehbar machen, um zusätzlichen Stress zu vermeiden
  • geregelte Tagesabläufe einführen
  • auf feste Rituale achten

Für einige Hunde ist es gut, wenn du mit ihnen vor allem abends Gassi gehst. Dann ist weniger los. Bei Ausflügen aufs Landblühen manche betroffene Hunde regelrecht auf.

Es gibt außerdem Therapien für Hunde mit Deprivationssyndrom. Bei diesen wird auf die Gabe von Medikamenten oder Hormonen gesetzt. Sprich mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt darüber.