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Snack-Check

Dürfen Hunde Kirschen essen? Ein Teil der Frucht kann gefährlich sein

In kleinen Mengen und entkernt sind frische Kirschen für die meisten Hunde unbedenklich.
In kleinen Mengen und entkernt sind frische Kirschen für die meisten Hunde unbedenklich. Getty Images/Sviatlana Barchan
Kirschen sind für Hunde grundsätzlich erlaubt. Warum Kerne zum Risiko werden und worauf du bei der Menge achten solltest.

Kirschen wirken wie ein harmloser Sommersnack: klein, saftig und schnell im Mund. Viele Hunde interessieren sich ebenfalls dafür, wenn Halterinnen und Halter die roten Früchte essen. Grundsätzlich dürfen Hunde Kirschen essen, aber nur unter klaren Bedingungen. Entscheidend ist, dass dein Hund ausschließlich das Fruchtfleisch bekommt. Kerne, Stiele, Blätter und grüne Pflanzenteile können problematisch sein. Auch die Menge sollte klein bleiben, denn zu viel Obst kann die Verdauung belasten.

Dürfen Hunde Kirschen essen? Nur vorbereitet sind sie geeignet

Hunde dürfen reife Kirschen essen, wenn du sie vorher wäschst, entstielst und vollständig entkernst. Das reine Fruchtfleisch kann gelegentlich als kleiner Snack gegeben werden.

Ganze Kirschen sind dagegen ungeeignet. Der wichtigste Risikofaktor ist der Kern. Wird er zerbissen, kann Blausäure freigesetzt werden. Schluckt ein Hund einzelne Kerne unzerkaut herunter, werden sie oft wieder ausgeschieden. Trotzdem solltest du deinem Hund Kirschen nie absichtlich mit Kern geben.

Auch Stielansätze, Keimlinge und grüne Pflanzenteile gehören nicht in den Napf. So reduzierst du das Risiko, dass dein Hund problematische Bestandteile der Kirschpflanze aufnimmt.

Sind Kirschen gesund für Hunde?

Kirschen liefern unter anderem Vitamin C, B-Vitamine, Folsäure, Kalzium, Magnesium, Kalium, Phosphor und Eisen. Außerdem enthalten sie sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane, die für die rote Farbe des Fruchtfleischs mitverantwortlich sind.

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Trotzdem sind Kirschen kein notwendiger Bestandteil der Hundeernährung. Sie können den Speiseplan gelegentlich ergänzen, ersetzen aber kein ausgewogenes Futter. Besonders bei empfindlichen Hunden solltest du vorsichtig testen, ob sie Kirschen vertragen.

Als Snack eignen sich Kirschen deshalb nur in kleiner Menge und nicht täglich.

Wie viele Kirschen dürfen Hunde essen?

Bei Kirschen gilt: lieber sparsam füttern. Für große Hunde gelten bis zu fünf entkernte Kirschen pro Tag als grobe Obergrenze. Kleine Hunde sollten deutlich weniger bekommen.

Probiert dein Hund Kirschen zum ersten Mal, reicht zunächst eine einzelne entkernte Kirsche. Danach solltest du beobachten, ob Verdauungsprobleme auftreten. Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung sind klare Zeichen, die Kirschen wieder wegzulassen.

Als zusätzliche Orientierung kann gelten: Obst sollte nur einen kleinen Teil der täglichen Futtermenge ausmachen. Bei einem Hund mit 20 Kilogramm Körpergewicht und etwa 500 Gramm Futter pro Tag wären maximal rund 50 Gramm Obst ein Richtwert. Das entspricht ungefähr vier bis sechs entkernten Kirschen.

Kirschen für Hunde richtig vorbereiten

Damit Kirschen für deinen Hund möglichst sicher sind, solltest du sie sorgfältig vorbereiten:

  • reife Kirschen auswählen
  • gründlich mit klarem Wasser abspülen
  • Stiele und grüne Bestandteile entfernen
  • gequetschte oder schimmelige Früchte aussortieren
  • Kirschen aufschneiden
  • Kerne vollständig entfernen

Das Aufschneiden hat einen weiteren Vorteil: Du erkennst besser, ob die Frucht innen beschädigt ist. Bei Druckstellen, Schimmel oder auffälligen Veränderungen solltest du die Kirsche nicht verfüttern.

Warum Kirschkerne für Hunde gefährlich sind

Kirschkerne sind der problematischste Teil der Frucht. Sie können auf zwei Arten gefährlich werden: durch mögliche Blausäure und als Fremdkörper im Verdauungstrakt.

Wird ein Kern zerbissen, kann daraus Blausäure entstehen. Diese ist für Hunde giftig und kann in größeren Mengen schwere Beschwerden auslösen. Mögliche Warnzeichen sind vermehrtes Speicheln, Erbrechen, Atemprobleme, blasse Schleimhäute, erweiterte Pupillen, Zittern, Krämpfe oder Kollaps.

Zusätzlich können Kerne den Verdauungstrakt belasten. Besonders bei kleinen Hunden und Welpen ist das Risiko höher, dass verschluckte Kerne Probleme verursachen. Ein Darmverschluss ist ein Notfall. Hinweise darauf können Erbrechen, starke Unruhe, Futterverweigerung, Schmerzen beim Abtasten des Bauches oder die sogenannte Gebetshaltung sein.

Hund hat Kirschen mit Kern gefressen: Was tun?

Hat dein Hund Kirschen vom Boden aufgenommen oder sich an einer Obstschale bedient, solltest du zunächst einschätzen, wie viele Früchte es waren. Wichtig ist auch, ob dein Hund die Kerne vermutlich zerbissen oder nur geschluckt hat.

Einzelne unzerkaute Kerne werden häufig wieder ausgeschieden. Beobachte deinen Hund trotzdem aufmerksam. Zeigt er Beschwerden oder hat er mehrere Kirschkerne zerkaut, solltest du eine Tierarztpraxis oder eine Kleintier-Notfallklinik kontaktieren.

Das gilt besonders bei Atemproblemen, Erbrechen, Krämpfen, starkem Zittern, blassen Schleimhäuten oder Kollaps. Wenn du einen Kirschbaum im Garten hast, solltest du Fallobst regelmäßig entfernen, damit dein Hund gar nicht erst unkontrolliert Kirschen frisst.

Dürfen Hunde Süßkirschen und Sauerkirschen essen?

Hunde dürfen sowohl Süßkirschen als auch Sauerkirschen essen, wenn sie reif, gewaschen und entkernt sind. Für beide Sorten gelten dieselben Regeln: keine Kerne, keine Stiele, keine grünen Pflanzenteile und nur kleine Mengen.

Sauerkirschen schmecken saurer, unterscheiden sich inhaltlich aber nicht so stark von Süßkirschen, dass andere Sicherheitsregeln gelten würden. Bei Süßkirschen solltest du den Fruchtzuckergehalt besonders im Blick behalten.

Dürfen Welpen Kirschen essen?

Welpen sollten besser keine Kirschen bekommen. Ihr Verdauungssystem ist noch nicht vollständig ausgereift, weshalb Früchte schneller Beschwerden verursachen können. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass Welpen sich verschlucken oder Kerne aufnehmen. Für junge Hunde sind besser kontrollierbare Snacks die sicherere Wahl. 

Sind Kirschen aus dem Glas für Hunde geeignet?

Kirschen aus dem Glas, eingelegte Kirschen, Kirschmarmelade und Cocktailkirschen sind für Hunde nicht geeignet. Sie enthalten häufig Zucker oder andere Zusätze. Besonders gefährlich können Produkte mit Xylit beziehungsweise Birkenzucker sein.

Fazit: Dürfen Hunde Kirschen essen? Ja, aber nur ohne Kern

Hunde dürfen Kirschen essen, wenn du sie richtig vorbereitest. Geeignet ist ausschließlich reifes, gewaschenes und entkerntes Fruchtfleisch. Kerne, Stiele und grüne Pflanzenteile sollten konsequent entfernt werden, weil sie gesundheitliche Risiken bergen. Für Welpen und empfindliche Hunde sind Kirschen eher ungeeignet. Erwachsene Hunde können gelegentlich eine kleine Menge bekommen, wenn sie das Obst gut vertragen.