Katzen mit Nackengriff heben: Das solltest du wissen
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Katzenmütter lösen mit einem leichten Biss in den Nackenbereich eines Jungtieres die sogenannte „Tragestarre“ aus. Dies dient dazu, dass das Junge stillhält und die Mutter es ohne Probleme von einem Ort zum anderen transportieren kann.
Manche Katzenbesitzer kommen auf die Idee, diesen Reflex bei einem ausgewachsenen Tier auslösen zu wollen. Dies funktioniert jedoch nicht bei jeder Katze, da der Reflex mit der Zeit verloren gehen kann. Außerdem kann es schnell gefährlich werden.
Eine ausgewachsene Katze hat viel mehr Gewicht als ein Katzenbaby. Muskelfaserrisse können eine mögliche Folge des Nackengriffs sein. Fängt die Katze an, sich dabei zu bewegen, können zudem Verrenkungen oder dauerhafte Lähmungen auftreten. Hinzu kommt Folgendes: Ein Jungtier, das von seiner Mutter getragen wird, fühlt sich nicht bedroht, sondern beschützt. Ein ausgewachsenes Tier kann instinktiv in Todesangst geraten. Schließlich sind Katzen ursprünglich Beutetiere von Greifvögeln, die ihre Opfer im Genick packen.
Packst du also deine Katze im Genick und diese steht daraufhin Todesängste aus, wird sie dies als schweren Vertrauensbruch werten. Die Beziehung zum Besitzer kann durch die unbedachte Handlung dauerhaft Schaden nehmen.
In einem Notfall, etwa bei einem panischen Tier, kann der Nackengriff jedoch durchaus effektiv sein. Er muss aber zwingend richtig ausgeführt sein. Auf keinen Fall die Katze mit Nackengriff tragen. Wer keine Erfahrung damit hat, lässt es lieber ganz bleiben. Das Auslösen der Tragestarre mit Wäscheklammern oder Ähnlichem kann als Tierquälerei gelten.
Was du stattdessen tun solltest
Eine erwachsene Katze sollte immer so getragen werden, dass ihr Rückgrat gestützt wird. Achte darauf, dass der Körper vom Hals abwärts nicht hängt oder baumelt.
Schiebe eine Hand zwischen die Vorderpfoten, mit der anderen umfasst du das Hinterteil, sodass das Gewicht gleichmäßig verteilt ist.
Trainiere potenzielle Stresssituationen wie Tablettenverabreichen von Kleinauf mit Leckerchen bei einer gesunden, entspannten Katze. So wird sie die Situation und die Abfolge von Berührungen mit etwas Positivem verbinden.
Auch Gänge zum Tierarzt solltest du von Kleinauf unter entspannten Bedingungen trainieren, um Stress in Notfällen zu minimieren.