vg-wort
ANZEIGE
Zwischen Freiheit und Sorgen

Katze nachts draußen lassen: Das musst du wissen

Katze nachts draußen lassen: Das musst du wissen
imago images / Gottfried Czepluch
Eine Katze kann nachts draußen sein, denn sie kann bei Dunkelheit viel besser sehen als Menschen. Dennoch ist es nicht für alle Katzen und auch nicht zu jeder Jahreszeit ratsam, die ganze Nacht draußen zu bleiben.

Katzen sind nachtaktiv und viele gehen auf ihrem Freigang erstaunlich weit. Sie lieben es, auch im Dunkeln durch die Umgebung zu streunen. Allerdings solltest du ein paar Dinge beachten, wenn du deine Katze auch nachts alleine draußen herumlaufen lassen möchtest.

  • Erwachsene Katzen, die an den Freigang gewöhnt sind, können nachts problemlos draußen bleiben. Sie suchen sich selbstständig einen Unterschlupf oder eine Schlafgelegenheit, wenn sie es benötigen.
  • Manche Katzen kehren allerdings auch mitten in der Nacht nach Hause zurück und machen sich an der Tür bemerkbar. Das kann deine Nachtruhe erheblich stören. In dem Fall könnte eine Katzenklappe Abhilfe schaffen. Wenn du über die Gegebenheiten verfügst, kannst du auch eine Katzenklappe selber bauen.
  • Kleine Kitten, alte oder kranke Tiere sollten nachts nicht draußen sein. Sie verfügen über wenig Orientierung, erst recht unter Bedingungen wie Dunkelheit oder Kälte. Dementsprechend können sie sich schnell verlaufen. Außerdem besitzen die Kleinen noch nicht ausreichend wärmendes Unterfell.
  • Möchtest du deine Katze im Winter nach draußen lassen, solltest du für einen wärmenden Unterschlupf sorgen. Ein isoliertes, trockenes und frostfreies Plätzchen bietet sich an. Stell selbst etwas in deinem Garten für das Tier auf und verlass dich nicht darauf, dass es in der Umgebung geeignete, warme Stellen zum Schlafen gibt. Andernfalls droht Unterkühlung.
  • Im Frühling und Sommer ist der Freigang dagegen oft weniger problematisch, dennoch nicht vollends gefahrlos. Es kann verstärkt zu Revierkämpfen bei den Tieren kommen. Katzenmütter mit freilaufenden Jungtieren, die ihre Nachkommen verteidigen, treten häufiger auf. Auch kommen Parasiten stärker vor, weshalb du auf einen Schutz vor Parasiten bei Katzen achten solltest.

Möglicher Unterschlupf für Freigänger

Besonders bei Frost oder Regen kann es zu Unterkühlung bei Freigänger-Katzen kommen, wenn kein sicherer Unterschlupf vorhanden ist.

ANZEIGE
  • Hast du eine Garage im Garten, kannst du der Katze über eine Katzenklappe Zugang gewähren. Deine Katze kann sich dort zurückziehen, falls es ihr zu kalt wird oder sie ein ruhiges Plätzchen sucht. Eine Decke und etwas Stroh halten die Bodenkälte fern.
  • Ein Baumhaus für die Katze ist eine tolle Ergänzung für Freigänger, vor allem wenn sie auch nachts draußen unterwegs ist. Es bietet Schutz, Sicherheit und einen Rückzugsort, kann aber den Freigang nicht vollständig absichern.
  • Natürlich kannst du deine Katze nachts auch auf deinem Balkon lassen. Mach den Balkon katzensicher und sorg dafür, dass dein Tier Zugang nach drinnen hat. Oder du stellst Futter, Wasser und ein Katzenklo mit auf den Balkon. Auch hier sollte ein warmer Unterschlupf möglich sein.
  • Ein gesichertes Gehege im Garten mit Unterschlupf ist eine weitere Möglichkeit für Katzen in der Nacht.
  • Entscheidest du dich dafür, deine Katze nachts drinnen zu behalten und nur tagsüber rauszulassen, können Indoor-Spielplätze mit Kratzbäumen und Beschäftigungsspielzeug die Katze genügend unterhalten.

Besondere Gefahren für Katzen bei Nacht

Generell, aber vor allem in der Nacht, sind Freigänger-Katzen verschiedenen Gefahren ausgesetzt.

  • Katzen, die nachts draußen unterwegs sind, haben ein erhöhtes Risiko für Verkehrsunfälle, vor allem in Gegenden mit starkem Verkehr und schlechter Sicht.
  • Begegnungen mit Füchsen, Mardern, Greifvögeln oder sogar Waschbären können zu Verletzungen oder im schlimmsten Fall zum Tod führen.
  • Nachts sind viele Beutetiere wie Mäuse oder Vögel aktiv, wodurch Katzen häufiger in gefährliche Situationen geraten, zum Beispiel in dichten Büschen, auf Bäumen oder an Straßen.
  • Katzen verstecken sich gern in Garagen, Schuppen oder Gartenhäusern, die nachts geschlossen werden – was zu Stress, Verletzungen oder im Winter zu Unterkühlung führen kann.

Hinzu kommt, dass du im Ernstfall nicht sofort eingreifen kannst, wenn sich die Katze verläuft, eingesperrt oder gestohlen wird. Rassekatzen oder zutrauliche Tiere können leichter gestohlen werden, da sie nachts weniger beaufsichtigt sind.

Wie du die Sicherheit deiner Katze erhöhen kannst

Mit diesen Maßnahmen kannst du die Sicherheit deiner Katze erhöhen.

  • Reflektierende Halsbänder und ein Mikrochip sorgen dafür, dass deine Katze im Dunkeln besser sichtbar ist und im Falle des Entlaufens leichter identifiziert und zurückgebracht werden kann. Solche Halsbänder sollten mit einem Sicherheitsverschluss ausgestattet sein, der sich bei Zug automatisch löst. So verhakt und verletzt sich die Katze nicht an Ästen, Zäunen oder anderen Hindernissen.
  • An manchen Halsbändern kann ein GPS-Tracker für Katzen befestigt werden. Dadurch weißt du immer, wo deine Katze ist.
  • Regelmäßige Wurm- und Flohbehandlungen sowie Impfungen sind wichtig, um Infektionen und Parasitenbefall vorzubeugen.
  • Feste Fütterungszeiten am frühen Abend helfen zudem, deine Katze zur Rückkehr nach Hause zu motivieren und nächtliche Streifzüge zu verkürzen.
  • Auch eine Kastration oder Sterilisation kann das Jagd- und Streunverhalten deutlich reduzieren, besonders bei jungen oder sehr aktiven Tieren.