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Mehr als nur Gassi

Sport mit Hund: SUP, Kanu, Geocaching – so findet ihr euer Abenteuer

Hund und Frau auf einem SUP: Hundesport soll Mensch und Tier gleichermaßen Spaß machen.
Hund und Frau auf einem SUP: Hundesport soll Mensch und Tier gleichermaßen Spaß machen. Getty Images
Hundesport muss nicht nur Agility sein: Von Geocaching bis SUP gibt es viele Optionen. So findest du eine Aktivität, die euch beiden Spaß macht.
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Wer bei „Sport mit Hund“ lediglich an Agility-Parcours oder an Hunde denkt, die hechelnd neben dem Fahrrad herlaufen, hat nur einen kleinen Ausschnitt der Möglichkeiten im Blick. „Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, sich mit seinem Hund aktiv zu betätigen“, sagt Verena Helfrich, seit vielen Jahren Hundetrainerin und Buchautorin („Outdoor-Abenteuer mit Hund“).

Sogar auf dem Wasser können Hunde heute mitmachen – etwa im Kanu oder auf dem Stand-up-Paddle-Board. Und selbst für Menschen und Tiere, die weniger trainiert sind oder bereits ein höheres Alter erreicht haben, lassen sich passende Aktivitäten finden.

Welcher Hundesport passt? Bedürfnisse von Mensch und Hund im Blick

Bestimmte Rassen sind nicht grundsätzlich von Outdoor-Abenteuern ausgeschlossen. „Theoretisch kann man mit jedem Hund so etwas machen – außer, gesundheitliche Gründe sprechen dagegen“, erklärt Helfrich. Wichtiger als die Rasse sei, wie fit Mensch und Tier sind und welche Art von Erlebnis man sich wünscht.

Die Auswahl der passenden Aktivität hängt stark vom Temperament und Körperbau des Hundes ab. Ob man einen energiegeladenen Malinois oder einen gemütlichen Basset an seiner Seite hat, macht laut Helfrich bei der Sportwahl einen deutlichen Unterschied.

Zum Beispiel ein Malinois: „Tendenziell kommen für ihn ganz viele Arten von Sport infrage – auch an sehr aktionsreichen Sporterlebnissen mit Hindernislaufen könnte er sicher teilnehmen. Vorausgesetzt, er mag es und man selbst möchte sich auch sportlich herausfordern“, sagt sie.

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Ebenso wichtig: Der Mensch muss Freude an der gewählten Beschäftigung haben. „Wenn wir eine Beschäftigung für den Hund suchen, muss es auch dem Menschen Spaß machen.“ Nur dann bleibt die Stimmung gut – sonst überträgt sich Frust schnell auf den Hund und die gemeinsame Aktivität leidet.

Geocaching und Nachtwanderungen als sanfte Abenteuer

Wer nicht gerne rennt oder Hindernisse überklettert, kann auf ruhigere Formen des Outdoor-Sports mit Hund setzen. Eine Wanderung in unbekanntem Gelände kombiniert mit Geocaching ist dafür ideal. Neue Wege zu erkunden sei auch für Hunde sehr spannend – sie können schnüffeln, mit suchen und die ungewohnte Umgebung entdecken, so Helfrich.

Auch der „Typ Bassett“ oder ältere Hunde müssen sich nicht mit der immergleichen Gassi-Runde zufriedengeben. Kleine Mikro-Abenteuer vor der Haustür bringen Abwechslung, zum Beispiel:

  • eine Nachtwanderung
  • ein Spaziergang zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang
  • eine Route, die man bisher noch nie gelaufen ist
     

„So kann man sich ein bisschen Abenteuerlust nach Hause holen, ohne dass man gleich eine Extremsportart machen muss“, erklärt Hundetrainerin Helfrich.

Stand-up-Paddling mit Hund: Ruhig, aber intensiv

Helfrich selbst ist gerne mit ihren drei Hunden auf dem SUP-Board unterwegs. Die Tiere seien mit Begeisterung dabei: „Sie lieben es einfach, auf dem Board zu sein, in der Gegend rumzuschauen und ihre Nasen in den Wind zu halten.“

Nach einer solchen Paddeltour seien die Hunde oft merklich erschöpft – obwohl sie körperlich kaum aktiv waren. „Einfach durch die vielen Eindrücke, die sie haben. Und weil man natürlich zwischendurch auch mal anlegen kann und sie rumlaufen können.“

Im Unterschied zum Wandern oder Geocaching sind auf dem Wasser jedoch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nötig. Nach Einschätzung der Trainerin sollten auch Hunde, die gerne schwimmen, immer eine Schwimmweste tragen.

Gerade im Sommer spielt außerdem der Hitzeschutz eine wichtige Rolle: Reflektierende Sonne auf der Wasseroberfläche kann es für Hunde auf dem Board schnell sehr heiß machen. In diesem Fall lieber schattige Bereiche ansteuern, regelmäßig Pausen einlegen und gemeinsam abkühlen.

Kanutouren: Gemeinsame Erlebnisse auf dem Wasser

Noch etwas dynamischer wird es bei einer Kanutour mit Hund. „Das Allerwichtigste ist jedoch, dass es nicht darum geht, eine bestimmte Anzahl von Kilometern zu paddeln, sondern dass Hund und Besitzer Spaß haben“, betont Birgit Imhof. Sie organisiert solche „Schnauzentrips“, bei denen stets ein Kanu-Wanderführer sowie geschulte Hundetrainer mit an Bord sind.

Gerade bei dieser Sportart ist eine sorgfältige Auswahl der Hunde wichtig. „Vor allem muss man schauen, ob das altersmäßig passt und ob es ihm zumutbar ist“, sagt Imhof. Welpen sollten nicht zu lange im Boot sitzen, und bei Hunden mit Arthrose oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen ist Vorsicht geboten.

Selbst wenn Hund und Mensch körperlich geeignet sind, ist eine Kanutour nicht automatisch die ideale Wahl: „Manchen Hunden ist es einfach zu eng und zu wacklig, oder die Bindung zwischen Halter und Hund ist dafür nicht perfekt“, so Imhof.

„Und manchmal ist der Mensch panisch und traut das seinem Hund nicht zu – und dann spiegelt dieser die Angst seines Besitzers.“ Ihr Tipp: Wer merkt, dass die Nervosität nicht nachlässt, sollte lieber abbrechen. Ein entspannter Spaziergang am Ufer lässt sich immer noch draus machen.

Wackelige Angelegenheit mit Lerneffekt

Für viele Hunde ist ein Ausflug im Kanu über See oder Fluss aber ein echtes Highlight. „Viele finden das total spannend. Und wenn sich die Schwimmbegeisterten zwischendurch auch noch abkühlen und bewegen können, sind sie richtig begeistert.“

Unsichere oder ängstliche Hunde können von dieser Herausforderung sogar profitieren. „Wenn sie vorher vielleicht Probleme hatten bei allem, was wackelt, kann es sogar einen guten Lerneffekt geben, dass sie sich auch in anderen Situationen künftig sicherer fühlen“, erklärt Imhof. Voraussetzung ist, dass die Tiere behutsam und ohne Stress an das Boot gewöhnt werden.

Zughundesport: Power für Mensch und Tier

Wer selbst sportlich an die Grenzen gehen möchte, findet im Zughundesport eine intensive Alternative zu klassischem Joggen oder Radfahren. Beliebte Varianten sind:

  • Canicross: Der Mensch läuft, der Hund zieht mit speziellem Zuggeschirr an einer elastischen Leine.
  • Bikejöring: Der Halter fährt Fahrrad, der Hund läuft voraus im Zug.
  • Dogscooter: Ähnlich wie Bikejöring, nur mit Tretroller statt Rad.
     

„Wichtig ist, dass Mensch und Hund gemeinsam Kondition aufbauen, indem man mit kleinen, kurzen Einheiten anfängt“, betont Verena Helfrich. Neben dem Training ist auch gute Ausrüstung entscheidend – etwa ein passendes Zughundegeschirr und eine Leine mit Ruckdämpfer.

Im Sommer sollte man Zughundesport allerdings vermeiden: Bei hohen Temperaturen droht dem Hund im Extremfall ein Hitzschlag.

Mehr Pep beim täglichen Spaziergang

Auch wenn der Alltag wenig Zeit für große Ausflüge lässt, kann man das übliche Gassigehen spannender gestalten. Laut Helfrich eignet sich selbst ein normaler Spaziergang gut für ein kleines Bewegungstraining mit Hund.

So lässt sich der Vierbeiner beispielsweise dazu animieren, über einen umgestürzten Baumstamm zu springen oder darauf entlang zu balancieren. Zu Beginn empfiehlt Helfrich einen breiten, stabilen Stamm, der nicht rutschig ist – das Niveau kann dann nach und nach gesteigert werden.

Solche Balanceaufgaben fördern nicht nur die Koordination, sondern stärken auch unterschiedliche Muskelgruppen. Auch ältere Hunde profitieren von einfachen Übungen unterwegs. Eine Idee: Slalom um die Beine des Menschen oder um einen Fahrradständer.

Gemeinsame Aktivitäten stärken die Bindung

Ob kleiner Ausflug im Wohngebiet oder großes Abenteuer auf dem Wasser – wichtig ist, dass Mensch und Hund bewusst zusammen aktiv sind, miteinander interagieren und nicht bloß nebeneinander herlaufen.

Die beiden Hundebesitzerinnen Verena Helfrich und Birgit Imhof kommen zu demselben Schluss: Die Beziehung zwischen Mensch und Hund wird durch solche gemeinsamen Erlebnisse nachhaltig vertieft und gefestigt.