Hund soll nach Trennung versteigert werden – Frauchen kämpft um Labrador
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Für viele Halterinnen und Halter ist ein Hund ein Familienmitglied. Umso emotionaler wird es, wenn nach einer Trennung nicht nur über Möbel oder Geld gestritten wird, sondern über das gemeinsame Haustier. Genau das erlebt derzeit Susanne Stieger aus Bornheim (Nordrhein-Westfalen).
Im Mittelpunkt des Rechtsstreits steht Labrador-Rüde Boon. Das Paar hatte den Hund 2021 gemeinsam angeschafft. Nach dem Ende der Beziehung konnten sich beide jedoch nicht darauf einigen, bei wem der Hund dauerhaft leben soll. Nun hat das Amtsgericht Siegburg eine ungewöhnliche Entscheidung getroffen: Boon soll versteigert werden. Wer das höchste Gebot abgibt, erhält den Hund.
Streit um Hund nach Trennung landet vor Gericht
Wie RTL WEST berichtet, versuchten die ehemaligen Partner zunächst ein Wechselmodell. Einige Wochen funktionierte die gemeinsame Betreuung des Labradors noch. Mit der Zeit verschlechterte sich jedoch das Verhältnis zwischen den beiden, sodass eine einvernehmliche Lösung immer schwieriger wurde.
Hinzu kamen gesundheitliche Probleme des Hundes. Boon leidet an Allergien und Unverträglichkeiten und benötigt regelmäßige Behandlungen. Dem Bericht zufolge entschied sich Susanne Stieger schließlich dazu, den Hund dauerhaft bei sich zu behalten, weil sie befürchtete, die ständigen Wechsel zwischen zwei Haushalten könnten ihn zusätzlich belasten.
Da keine Einigung möglich war, musste ein Gericht entscheiden.
Labrador Boon soll versteigert werden
Der Fall erregt Aufmerksamkeit, weil Haustiere rechtlich häufig ähnlich behandelt werden wie andere Vermögenswerte. Das Bürgerliche Gesetzbuch erklärt zwar ausdrücklich: „Tiere sind keine Sachen.“ Gleichzeitig sieht § 90a BGB vor, dass auf Tiere rechtlich viele Vorschriften angewendet werden, die sonst für Sachen gelten. Gerade wenn unverheiratete Paare einen Hund gemeinsam angeschafft haben, kann die Eigentumsfrage kompliziert werden.
Vor dem Amtsgericht Siegburg fiel schließlich die Entscheidung, Boon unter den beiden Miteigentümern zu versteigern. Der Höchstbietende soll den Labrador dauerhaft übernehmen.
Für Susanne Stieger ist das Urteil schwer nachvollziehbar. Auf ihrer Crowdfunding-Seite schreibt sie: „Boon ist LEBEN, kein Gegenstand.“
Dort schildert sie auch, wie eng die Bindung zwischen ihr und dem Hund sei. „Für mich ist Boon kein Besitz. Er ist Familie. Mein Begleiter, mein Herzenshund.“
Frauchen sammelt Spenden für ihren Hund
Weil sie nach eigenen Angaben finanziell nicht mit ihrem ehemaligen Partner mithalten könne, versucht Susanne Stieger nun über eine Spendenaktion Geld für die Versteigerung zu sammeln.
Besonders belastend sei für sie die Vorstellung, dass nicht die tatsächliche Betreuung des Hundes entscheidend sei. „Es zählt allein, wer am Ende mehr Geld bieten kann.“
Nach eigenen Angaben habe sie ihr Leben in den vergangenen Jahren auf Boon ausgerichtet. Sie arbeite in Teilzeit, um für ihn da sein zu können, habe sämtliche Tierarzttermine wahrgenommen und sich um seine Erziehung gekümmert.
Darüber hinaus absolvierten beide gemeinsam eine Ausbildung zum Therapiebegleithundeteam. Laut Susanne Stieger ist Boon heute regelmäßig in einem Kinderheim im Einsatz und unterstützt dort Kinder und Jugendliche als verlässlicher Begleiter.
Laut RTL WEST wollte sich der ehemalige Partner nicht zu dem Fall äußern.
Große Unterstützung für Boon im Internet
Die Geschichte bewegt inzwischen viele Menschen. Innerhalb kurzer Zeit kamen über die Spendenaktion mehrere tausend Euro zusammen.
Wann die Versteigerung stattfinden soll und wie das Verfahren konkret abläuft, ist derzeit noch offen. Susanne Stieger kündigte an, ihre Unterstützerinnen und Unterstützer über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Für sie steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: „Bitte helft mir, Boon dort zu behalten, wo er hingehört: In seinem Zuhause. Bei seiner Bezugsperson. In seinem vertrauten Alltag.“ Die Spenden könne sie zurückerstatten, sollte sie trotz der hohen Summe keinen Erfolg vor Gericht haben.
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