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Rasseporträt

Kohona: Verspielte Katze ohne Fell und Schnurrhaare – und deshalb eine Qualzucht

Bei dieser Katze handelt es sich um eine Sphynx. Die Kohona ähnelt ihr optisch stark, ist jedoch extrem selten und deshalb kaum verlässlich fotografisch dokumentiert.
Bei dieser Katze handelt es sich um eine Sphynx. Die Kohona ähnelt ihr optisch stark, ist jedoch extrem selten und deshalb kaum verlässlich fotografisch dokumentiert. Getty Images/Elena Medoks
Die Kohona ist eine seltene, vollständig haarlose Katze mit engem Menschenbezug. Ihre fehlenden Tasthaare machen die Rasse jedoch tierschutzrechtlich umstritten.

Die Kohona gehört zu den seltensten Katzenrassen der Welt und fällt vor allem durch ihre vollständige Haarlosigkeit auf. Die aus Hawaii stammende Nacktkatze wirkt auf den ersten Blick außergewöhnlich, sorgt aber auch für Diskussionen. Denn ihr fehlen nicht nur Fell und Flaum, sondern auch die wichtigen Tasthaare. Dadurch wird die Kohona aus tierschutzrechtlicher Sicht kritisch betrachtet.

Kohona

  • Herkunft: Hawaii (USA)
  • Größe (ausgewachsen): ca. 20–25 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: ca. 3–4 kg
  • Fell: haarlos, ohne Haarfollikel
  • Farben: hautfarben von pink bis rosafarben
  • Charakter: anhänglich, gelehrig, verspielt, menschenbezogen
  • Für Allergiker geeignet: teilweise
  • Lebenserwartung: ca. 12–15 Jahre
  • Pflegeaufwand: hoch
  • Aktivitätslevel: mittel

Herkunft und Geschichte der Kohona

Die Kohona stammt vermutlich aus Hawaii und wird deshalb auch als „Hawaiian Hairless“ bezeichnet. Zudem trägt sie den Beinamen „Rubber Cat“, da sich ihre nackte Haut gummiartig anfühlen soll.

Erstmals tauchte Anfang der 2000er-Jahre auf Hawaii eine vollständig haarlose Katze auf. Dabei handelte es sich nicht um das Ergebnis einer gezielten Zucht, sondern um eine spontane genetische Mutation. Alle späteren Kohona-Katzen sollen auf dieses Ursprungstier zurückgehen.

Obwohl die Kohona äußerlich stark an die Sphynx erinnert, entwickelte sie sich unabhängig von dieser Katzenrasse. Bis heute ist sie von internationalen Katzenverbänden nicht als eigenständige Rasse anerkannt.

Aussehen: Haarlose Katze mit faltiger Haut

Das auffälligste Merkmal der Kohona ist ihre vollständige Haarlosigkeit. Anders als andere Nacktkatzen besitzt sie keine Haarfollikel. Dadurch fehlen nicht nur Fell und Flaum, sondern auch die Schnurrhaare.

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Typische Merkmale der Kohona sind:

  • Körpergewicht von etwa drei bis vier Kilogramm
  • Schulterhöhe von etwa 20 bis 25 cm
  • mittelgroßer, muskulöser Körperbau
  • keilförmiger Kopf
  • große, fledermausartige Ohren
  • mandelförmige Augen
  • dünner, spitz zulaufender Schwanz
  • rosafarbene bis pinke, deutlich faltige Haut
     

Obwohl die Kohona durch ihr fehlendes Fell oft sehr schlank wirkt, ist ihr Körper kräftig und muskulös gebaut. Da keine verbindlichen Rassestandards existieren, kommen verschiedene Augenfarben vor, darunter Blau, Grün oder Kupfer.

Charakter und Wesen der Kohona

Hinter dem ungewöhnlichen Äußeren steckt eine freundliche und menschenbezogene Katze. Die Kohona gilt als anhänglich und baut häufig eine enge Bindung zu ihren Bezugspersonen auf.

Ihr Wesen wird als:

  • verspielt
  • lernfreudig
  • intelligent
  • zutraulich
  • eher ausgeglichen
     

beschrieben.

Mit Geduld lassen sich ihr sogar kleine Tricks beibringen. Im Vergleich zur Sphynx soll die Kohona etwas ruhiger und weniger temperamentvoll sein. Da die Rasse allerdings nur sehr selten vorkommt, sind Aussagen über typische Charaktereigenschaften nur eingeschränkt möglich.

Haltung: Wohnungskatze mit besonderen Ansprüchen

Die Kohona eignet sich nicht für ein Leben als Freigängerin. Ohne schützendes Fell ist sie Witterungseinflüssen nahezu schutzlos ausgesetzt.

Für die Haltung sind daher einige Punkte besonders wichtig:

  • konstant warme Umgebung
  • Schutz vor Zugluft
  • kein längerer Aufenthalt in direkter Sonne
  • sichere Wohnungshaltung
  • geschützter Balkon nur mit ausreichendem Sonnenschutz
     

Die empfindliche Haut reagiert sowohl auf Kälte als auch auf starke Sonneneinstrahlung. Wer seiner Katze Zugang zu einem vernetzten Balkon oder Gartenbereich ermöglichen möchte, muss für einen geeigneten Schutz sorgen.

Da die Kohona als sehr soziale Katze gilt, profitiert sie außerdem von ausreichend menschlicher Gesellschaft. Auch die Haltung mit einer weiteren freundlichen Katze kann sinnvoll sein.

Verträglichkeit mit Kindern und anderen Haustieren

Die Kohona wird als menschenbezogene und sanfte Katze beschrieben. Dadurch kann sie gut in Familien passen, sofern Kinder respektvoll mit Tieren umgehen.

Auch das Zusammenleben mit anderen Katzen ist grundsätzlich möglich. Mit ruhigen, katzenerfahrenen Hunden kann die Kohona ebenfalls harmonieren, wenn die Gewöhnung langsam und kontrolliert erfolgt. Entscheidend sind jedoch immer die einzelnen Tiere. 

Da der Kohona die Tasthaare fehlen und sie dadurch in Kommunikation und Orientierung eingeschränkt sein kann, sollte ein Hund besonders respektvoll und nicht zu stürmisch sein. Für eine erfolgreiche Vergesellschaftung sind Charakter, Temperament und eine behutsame Eingewöhnung entscheidend.

Ist die Kohona für Allergiker geeignet?

Immer wieder wird behauptet, Nacktkatzen seien automatisch für Allergikerinnen und Allergiker geeignet. Das trifft auf die Kohona jedoch nicht grundsätzlich zu.

Die allergieauslösenden Stoffe befinden sich vor allem im Speichel der Katze. Zwar verteilt die Kohona diesen beim Putzen nicht auf Fellhaaren, dennoch kann sie allergische Reaktionen auslösen. Manche Betroffene reagieren möglicherweise schwächer, eine Garantie für Beschwerdefreiheit gibt es jedoch nicht.

Bewegung und Beschäftigung: Neugierig und verspielt

Die Kohona ist neugierig und verspielt. Deshalb sollte sie ausreichend Möglichkeiten zum Spielen und Entdecken erhalten.

Geeignet sind unter anderem:

  • interaktive Spielzeuge
  • Intelligenzspiele
  • gemeinsame Spieleinheiten mit den Halterinnen und Haltern
  • Kletter- und Beobachtungsmöglichkeiten in der Wohnung
     

Da die Katze sehr menschenbezogen sein kann, genießt sie häufig auch Beschäftigungen, bei denen sie direkt mit ihren Bezugspersonen interagiert.

Pflege der Kohona: Haut, Ohren und Augen besonders im Blick behalten

Auch wenn keine Fellpflege erforderlich ist, zählt die Kohona nicht zu den pflegeleichten Katzenrassen.

Durch das fehlende Fell benötigt ihre Haut besondere Aufmerksamkeit. Regelmäßiges Baden gehört bei vielen Tieren zur Pflege dazu. Darüber hinaus sollten Besitzerinnen und Besitzer folgende Bereiche im Blick behalten:

  • Augen regelmäßig reinigen
  • Ohren kontrollieren und säubern
  • Haut auf Reizungen prüfen
  • Krallenpflege nicht vernachlässigen
     

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Augen, da die Kohona keine schützenden Wimpern besitzt. Auch die großen Ohren können häufiger gereinigt werden müssen als bei vielen anderen Katzenrassen.

Ernährung: Warum die Kohona mehr Energie benötigt

Die Kohona hat einen erhöhten Energiebedarf. Ohne isolierendes Fell muss ihr Körper mehr Wärme produzieren, um die normale Körpertemperatur aufrechtzuerhalten.

Deshalb benötigen viele Tiere mehr Futter als andere Katzen vergleichbarer Größe und ähnlichen Gewichts. Wichtig ist eine hochwertige und proteinreiche Ernährung, die den erhöhten Energiebedarf berücksichtigt.

Gesundheit und Lebenserwartung

Über rassetypische Erkrankungen der Kohona liegen nur wenige Informationen vor. Die geringe Verbreitung der Rasse erschwert verlässliche Aussagen. Bekannt sind jedoch einige gesundheitliche Risiken, die direkt mit der Haarlosigkeit zusammenhängen:

  • erhöhte Gefahr für Sonnenbrand
  • schnelles Auskühlen bei niedrigen Temperaturen
  • empfindliche Haut
  • mögliche Einschränkungen durch fehlende Tasthaare
     

Hinzu kommt die Problematik eines sehr kleinen Genpools. Dadurch steigt grundsätzlich das Risiko für Inzuchtfolgen.

Die Lebenserwartung der Kohona wird auf etwa 12 bis 15 Jahre geschätzt.

Qualzucht: Warum die Kohona kritisch gesehen wird

Die Kohona gilt aus tierschutzfachlicher Sicht als problematisch. Der Hauptgrund dafür sind die fehlenden Vibrissen, also die Tasthaare.

Diese erfüllen wichtige Funktionen:

  • Orientierung im Raum
  • Wahrnehmung von Hindernissen
  • Kommunikation mit Artgenossen
  • Unterstützung bei der Jagd
     

Da der Kohona dieses Sinnesorgan fehlt, wird die Rasse als Qualzucht eingestuft. In Deutschland ist die Zucht von Katzen mit solchen Merkmalen deshalb rechtlich problematisch beziehungsweise verboten.

Anschaffung und Kosten

Die Kohona gehört zu den seltensten Katzenrassen überhaupt. Außerhalb der USA ist sie kaum verfügbar. Bereits vor einigen Jahren wurden weltweit nur sehr wenige Tiere dieser Rasse gezählt.

Wer eine Kohona sucht, wird daher kaum seriöse Angebote finden. Zudem sollte die tierschutzrechtliche Problematik bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

Wer sich für eine haarlose Katze interessiert, sollte stattdessen prüfen, ob eine Nacktkatze aus dem Tierschutz infrage kommt. Damit wird keine weitere Zucht unterstützt.

Fazit: Kohona – seltene, anhängliche Nacktkatze mit großen Nachteilen

Die Kohona beeindruckt durch ihr außergewöhnliches Aussehen und ihr menschenbezogenes Wesen. Gleichzeitig bringt ihre vollständige Haarlosigkeit erhebliche Herausforderungen mit sich. Besonders das Fehlen der Tasthaare führt zu Einschränkungen und macht die Rasse aus tierschutzrechtlicher Sicht problematisch. Auch Haltung und Pflege erfordern deutlich mehr Aufmerksamkeit als bei vielen anderen Katzen. Wer das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt stellt, sollte die Qualzuchtproblematik bei der Kohona unbedingt berücksichtigen.