Schipperke: Dieser kleine Belgier hat es faustdick hinter den Ohren
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Der Schipperke ist ein kleiner, schwarzer Hund aus Belgien, der Wachsamkeit, Bewegungsfreude und Eigenständigkeit in einem kompakten Körper vereint. Er wirkt handlich, bringt aber viel Temperament mit. Er gilt als klug, anhänglich und kinderfreundlich, kann jedoch auch bellfreudig, jagdlich interessiert und Fremden gegenüber reserviert sein.
Schipperke
- Herkunft: Belgien
- Größe (ausgewachsen): ca. 25–33 cm Schulterhöhe
- Gewicht: ca. 3–9 kg
- Fell: dichtes, hartes, mittellanges Fell mit dichter Unterwolle
- Farben: schwarz
- Charakter: wachsam, lebhaft, anhänglich, eigenständig
- Für Allergiker geeignet: nein
- Lebenserwartung: ca. 15–20 Jahre
- Pflegeaufwand: gering
- Bewegungsbedarf: hoch
Herkunft: kleiner Schäferhund aus Belgien
Der Schipperke stammt aus Belgien. Sein Name geht auf das flämische Wort „Schäperke“ zurück, was so viel wie „kleiner Schäferhund“ bedeutet. Die FCI ordnet ihn in Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde), Sektion 1 (Schäferhunde) ein.
Als naher Verwandter des Belgischen Schäferhundes geht der Schipperke auf den alten, schwarzen Schäferhundtyp Leuvenaar zurück. Schon im Mittelalter war er in belgischen Städten wie Antwerpen und Brüssel verbreitet. Dort bewachte er Werkstätten, Kontore und Lastkähne, meldete Verdächtiges und hielt Mäuse sowie Ratten fern.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Rasse in Belgien offiziell anerkannt. Kurz darauf entstanden ein Rasseclub und erste Standards. Auch die belgische Königin Marie-Henriette trug dazu bei, dass der Schipperke bekannter wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Rasse in ihrer Heimat fast verschwunden; Liebhaberinnen und Liebhaber in England und den USA halfen, sie zu erhalten. Heute ist der Schipperke international verbreitet, bleibt aber insgesamt selten.
Aussehen: kompakter Körper, schwarzes Fell und wacher Blick
Der Schipperke ist klein, kräftig und quadratisch gebaut. Trotz seiner geringen Größe wirkt er muskulös und präsent. Typisch sind die breite Brust, der kräftige Hals, das fuchsartige Gesicht, kleine dreieckige Stehohren und dunkelbraune, mandelförmige Augen.
Wichtige Merkmale im Überblick:
- Schulterhöhe bei Rüden etwa 28 bis 33 Zentimeter, bei Hündinnen etwa 25 bis 30 Zentimeter
- Gewicht meist 3 bis 9 Kilogramm, ideal etwa 4 bis 7 Kilogramm
- schwarzes Deckhaar ohne weiße Abzeichen
- hartes, glänzendes Deckhaar mit dichter, weicher Unterwolle
Besonders auffällig ist das längere Haar am Hals und an den Schultern. Es bildet eine Mähne und einen Kragen, dazu kommen eine Schürze an Brust und Vorderläufen sowie Hosen an den Hinterläufen. Die dichte Unterwolle macht den Schipperke wetterfest; Wind und Kälte bereiten ihm in der Regel wenig Probleme. Historisch kam bei der Rasse eine angeborene Schwanzlosigkeit vor. Heute ist eine natürliche Rute erwünscht.
Charakter: wachsam, klug und sehr eigenständig
Im Alltag zeigt der Schipperke eine Mischung aus Lebhaftigkeit, Wachsamkeit und Anhänglichkeit. Er ist aufmerksam, neugierig, bewegungsfreudig und stark auf seine Menschen bezogen. Als Wachhund nimmt er Veränderungen in seiner Umgebung schnell wahr und meldet sie mit heller, lauter Stimme.
Fremden begegnet er eher zurückhaltend bis misstrauisch, ohne grundlos aggressiv zu sein. Gegenüber seiner Familie zeigt er sich dagegen eng verbunden, verspielt und oft sehr humorvoll. Besonders Kindern gegenüber kann er anhänglich und geduldig sein, sofern sie respektvoll mit ihm umgehen.
Sein Spitzname „little black devil“ kommt nicht von ungefähr: Der Schipperke hat viel Energie, einen eigenen Kopf und eine deutliche Neigung zum Melden. Ohne klare Erziehung können Jagdtrieb, Bellfreude und Misstrauen gegenüber Fremden im Alltag schnell anstrengend werden.
Haltung: Passt der Schipperke als Familienhund?
Der Schipperke kann ein guter Familienhund sein, wenn Halterinnen und Halter seine Bedürfnisse ernst nehmen. Er möchte nah bei seiner Familie sein, am Alltag teilnehmen und nicht dauerhaft isoliert werden. Längere tägliche Alleinzeiten passen schlecht zu ihm. Alleinbleiben sollte deshalb früh, ruhig und in kleinen Schritten trainiert werden.
In Haushalten mit Kindern ist seine robuste Art ein Vorteil. Trotzdem ist er kein Spielzeug. Kinder sollten lernen, wann gespielt werden darf und wann der Hund Ruhe braucht. Klare Regeln schützen beide Seiten.
Mit anderen Hunden kommt der Schipperke bei guter Sozialisierung meist zurecht. Kleintiere wie Mäuse oder Ratten können jedoch seinen Jagdinstinkt wecken. Auch draußen interessiert er sich gern für Mäuse, Maulwürfe und andere kleine Tiere. Kleintiere im Haushalt sollten deshalb sicher untergebracht sein.
Eine Wohnungshaltung ist möglich, wenn der Schipperke draußen ausreichend Bewegung und Beschäftigung bekommt. Wegen seiner Bellfreude sollten Halterinnen und Halter aber früh daran arbeiten, Melden in kontrollierte Bahnen zu lenken.
Bewegung und Beschäftigung: kleiner Hund mit großem Tatendrang
Der Schipperke braucht deutlich mehr Auslastung, als seine Größe vermuten lässt. Er ist kein Hund für Menschen, die hauptsächlich einen ruhigen Sofabegleiter suchen. Mehrere Spaziergänge täglich und zusätzliche Beschäftigung für Kopf und Körper sind wichtig.
Gut passende Aktivitäten sind:
- Agility oder Dog Frisbee für Schnelligkeit und Wendigkeit
- Trick Dogging oder Dog Dancing für Lernfreude und Zusammenarbeit
- Fährtenarbeit oder Nasenarbeit als kontrollierte Aufgabe für seinen Jagdtrieb
- Rally Obedience als Kombination aus Bewegung und Gehorsam
Wer gern draußen unterwegs ist oder Hundesport machen möchte, findet im Schipperke einen motivierten Partner. Fehlt ihm Beschäftigung, sucht er sich schnell eigene Aufgaben – und die passen nicht immer zu einem entspannten Alltag.
Erziehung: klare Regeln für einen klugen Dickkopf
Der Schipperke ist lernwillig, aufmerksam und leistungsbereit. Gleichzeitig bringt er viel Eigenständigkeit mit. In der Erziehung braucht er deshalb Menschen, die freundlich, konsequent und vorausschauend handeln.
Wichtig sind ein früher Start, gute Sozialisierung und klare Grenzen. Welpengruppe und Hundeschule können helfen, Begegnungen mit Menschen, Kindern und anderen Hunden sicher aufzubauen. Besonders das Bellverhalten sollte von Anfang an gelenkt werden: Melden darf sein, Dauerkläffen sollte sich nicht festigen.
Da der Schipperke schnell lernt, prägen sich auch unerwünschte Verhaltensweisen rasch ein. Bellen am Fenster, übertriebene Wachsamkeit oder Pöbeln an der Leine lassen sich später oft nur mühsam korrigieren. Für Anfängerinnen und Anfänger kann die Rasse geeignet sein, wenn sie sich gut vorbereiten, Unterstützung annehmen und genügend Zeit für Training und Beschäftigung einplanen.
Pflege: dichtes Fell mit überschaubarem Aufwand
Trotz seines üppigen Haarkleids ist der Schipperke relativ pflegeleicht. Ein- bis zweimal pro Woche gründliches Bürsten reicht meist aus. Während des Fellwechsels kann häufigeres Bürsten sinnvoll sein, damit lose Haare entfernt und die Unterwolle gelockert wird.
Baden ist nur gelegentlich nötig und sollte mit geeignetem Hundeshampoo erfolgen. Zusätzlich gehören regelmäßige Kontrollen von Ohren, Augen und Zähnen zur Routine. Die Krallen sollten bei Bedarf gekürzt werden, besonders wenn der Hund viel auf weichem Untergrund läuft.
Gesundheit und Lebenserwartung beim Schipperke
Der Schipperke gilt als robuste Hunderasse mit hoher Lebenserwartung. Viele Tiere erreichen etwa 15 Jahre, einzelne Schipperkes können sogar deutlich älter werden.
Als rassespezifisches Gesundheitsrisiko gilt vor allem die Mukopolysaccharidose Typ IIIb, eine Stoffwechselstörung, die bei der Rasse gehäuft auftreten kann. Seriöse Züchterinnen und Züchter achten deshalb auf eine verantwortungsvolle Auswahl der Elterntiere.
Auch Übergewicht kann für den kleinen Hund problematisch werden, weil zusätzliche Kilos Gelenke und Organe belasten. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen, Vorsorgeuntersuchungen, ausreichend Bewegung und ein gesundes Gewicht unterstützen ein langes, aktives Leben.
Ernährung: Gewicht im Blick behalten
Schipperkes fressen oft gern. Da sie klein sind, machen sich zusätzliche Kalorien schnell bemerkbar. Die Futtermenge sollte deshalb zu Alter, Größe, Aktivität und Gesundheitszustand passen.
Entscheidend ist ein hochwertiges Futter mit geeigneter Zusammensetzung. Leckerlis sollten in die Tagesration eingerechnet werden. Kekse, Chips und andere Snacks für Menschen gehören nicht in den Napf. Ob Trockenfutter, Nassfutter oder eine andere Fütterungsform besser passt, hängt vom einzelnen Hund ab. Wichtig ist vor allem, dass die Ernährung bedarfsgerecht bleibt und Übergewicht vermieden wird.
Anschaffung: Schipperke-Welpen aus seriöser Zucht
Der Schipperke ist selten und kein typischer Modehund. Trotzdem sollten Interessierte bei der Anschaffung sorgfältig prüfen, woher der Hund stammt. Ein Welpe aus seriöser Zucht kostet häufig etwa 1.500 bis 2.500 Euro. Sehr günstige Angebote aus dem Internet sollten kritisch hinterfragt werden.
Bei der Auswahl einer Zuchtstätte solltest du auf Folgendes achten:
- Zugehörigkeit zu einem anerkannten Verband, etwa dem VDH
- gesunde und wesensfeste Elterntiere
- saubere, familiennahe Aufzucht der Welpen
- Einblick in Unterlagen und Gesundheitsnachweise
- transparente Beratung durch Züchterinnen und Züchter
Da die Rasse selten ist, sitzen im Tierheim nur vereinzelt reinrassige Schipperkes. Trotzdem kann sich der Blick in den Tierschutz lohnen. Auch rassebezogene Kontakte über Clubs können helfen, wenn ältere Schipperkes oder Mischlinge ein neues Zuhause suchen.
Vor der Anschaffung solltest du ehrlich prüfen, ob du einen aktiven, wachsamen und langlebigen Hund über viele Jahre begleiten kannst – auch dann, wenn sich Beruf, Familie oder Wohnsituation verändern.
Fazit: Schipperke – wachsamer Energiebündel für aktive Menschen
Der Schipperke ist ein kleiner belgischer Schäferhund mit viel Temperament, hoher Intelligenz und ausgeprägtem Wachinstinkt. Mit klarer Erziehung, ausreichend Bewegung und enger Familienbindung kann er ein fröhlicher, anhänglicher und robuster Begleiter sein. Seine Bellfreude, sein Jagdtrieb und seine Eigenständigkeit sollten jedoch nicht unterschätzt werden. Wer Freude an Training, Hundesport und gemeinsamer Aktivität hat, findet im Schipperke einen aufmerksamen Hund mit großer Persönlichkeit.
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