Gordon Setter: Leidenschaftlicher Jagdhund für aktive Naturmenschen
,regionOfInterest=(383,325)&hash=44b87985a3d6dd6014c6ff4ecb8cab10f6043a54408971d62242e427f808fc45)
,regionOfInterest=(966,742)&hash=85cc0f499a89f9cb15f6211e769ae34c97a15eb99747baf8c57cb5bb5448e766)
Der Gordon Setter ist ein britischer Vorstehhund aus dem schottischen Hochland, der für die Jagd auf Federwild gezüchtet wurde. Sein tiefschwarzes Fell mit kastanienrotem Brand und sein kräftig-eleganter Körperbau machen ihn unverwechselbar. Hinter der auffälligen Erscheinung steht jedoch vor allem ein passionierter Jagdhund mit großem Arbeitswillen. Wer sich für diese Rasse interessiert, sollte daher nicht nur das Aussehen, sondern vor allem ihre Ansprüche im Alltag im Blick haben.
Gordon Setter
- Herkunft: Großbritannien (schottisches Hochland)
- Größe (ausgewachsen): ca. 62–66 cm Schulterhöhe
- Gewicht: etwa 25,5–29,5 kg
- Fell: mittellang, glatt bis seidig, mit Befederung an Ohren, Läufen und Rute
- Farben: schwarz mit kastanienrotem Brand
- Charakter: intelligent, sensibel, arbeitsfreudig, anhänglich
- Für Allergiker geeignet: nein
- Lebenserwartung: ca. 12–14 Jahre
- Pflegeaufwand: mittel
- Bewegungsbedarf: hoch
Herkunft und Geschichte des Gordon Setter
Der Gordon Setter stammt aus dem schottischen Hochland und gehört zu den englischen Settern, also den Vorstehhunden der britischen Inseln. Seine Vorfahren sind die Setting Dogs, die bereits im 18. Jahrhundert bei der Vogeljagd eingesetzt wurden. Sie spürten Federwild auf, verharrten regungslos vor dem Wild und ermöglichten den Jägern so das Fangen oder Erlegen der Vögel. Im Laufe der Zeit flossen unter anderem Pointer und vermutlich weitere Jagdhunde in die Entwicklung dieser Setter ein.
Seinen Namen verdankt die Rasse Herzog Alexander von Gordon, der ab etwa 1820 auf Gordon Castle in Banffshire eine gezielte Zucht betrieb. Dort konzentrierte man sich besonders auf schwarz-lohfarbene und dreifarbige Setter, die als Gordon-Castle-Setter bekannt wurden. Im 19. Jahrhundert trennten sich die Setterrassen zunehmend nach Farbschlägen, später setzte sich der Name Gordon Setter für die schwarz-lohfarbenen Hunde durch. 1924 erkannte der British Kennel Club die Rasse offiziell an.
Der Gordon Setter ist für die klassische Feldarbeit prädestiniert. Er sucht mit hoher Nase weiträumig nach Federwild wie Fasan oder Rebhuhn, steht vor, sekundiert mit einem Partnerhund und apportiert erlegtes Wild auch aus dem Wasser. Ende des 19. Jahrhunderts gelangten die ersten Hunde nach Deutschland, wo sie vor allem von Jägerinnen und Jägern geschätzt wurden. Die FCI ordnet ihn in Gruppe 7, Sektion 2.2 (Britische und irische Vorstehhunde (Setter)) ein.
Aussehen: eleganter Jagdhund mit markanter Zeichnung
Der Gordon Setter verbindet Kraft, Eleganz und Beweglichkeit. Er wirkt substanzvoll, aber nicht schwerfällig, sondern harmonisch und ausdauernd.
Typische Merkmale des Gordon Setter:
- Größe: etwa 62 cm bei Hündinnen bis 66 cm bei Rüden
- Gewicht: ungefähr 25,5 bis knapp 29,5 kg
- Statur: kräftig und zugleich schlank, mit tiefem Brustkorb und guter Rippenwölbung
- Kopf und Rute: eher tiefer als breiter Kopf mit ausgeprägtem Stopp, dazu eine lange Rute, die gerade oder leicht säbelförmig getragen wird
Charakteristisch ist das tief glänzende, kohlschwarze Fell mit kastanienrotem Brand. Das Haar ist mittellang und glatt, an Kopf, Vorderläufen und Ohrspitzen feiner und kürzer, an Ohren, Rute und Läufen deutlich länger befedert. Je nach Linie kommt ein seidig wirkendes Deckhaar mit dichter Unterwolle vor. In jedem Fall braucht das Fell regelmäßige Pflege, damit es nicht verfilzt.
Die Brand-Abzeichen finden sich typischerweise an Beinen, Brust, Kehle, Maulpartie und über den Augen. Diese klare schwarz-lohfarbene Zeichnung ist eines der prägendsten Merkmale der Rasse. Der gesamte Körperbau ist auf Schnelligkeit, Ausdauer und Arbeit im Gelände ausgelegt.
Charakter und Wesen: sensibel, arbeitsfreudig und anhänglich
Im Wesen ist der Gordon Setter ein leidenschaftlicher Jagdhund mit enger Bindung an seine Bezugsperson. Er zeigt sich intelligent, leistungsbereit und selbstbewusst, zugleich aber auch sensibel und anhänglich. Wird er passend ausgelastet, wirkt er im Alltag freundlich und ausgeglichen.
Typisch für den Gordon Setter sind:
- hohe Arbeitsfreude und ausgeprägter Jagdtrieb
- Sensibilität im Umgang mit Menschen
- enge Bindung an die Familie
- selbstständiges Arbeiten im Gelände
Draußen zeigt sich der Gordon Setter dynamisch, suchfreudig und sehr arbeitsorientiert. Er arbeitet mit hoher Nase, sucht weiträumig und trifft im Gelände eigenständig Entscheidungen. Diese Selbstständigkeit kann im Alltag eigensinnig wirken, wenn Bewegung, Aufgaben und Führung nicht zu ihm passen.
Im Haus ist ein gut ausgelasteter Gordon Setter oft verschmust, freundlich und ruhig. Er genießt die Nähe seiner Familie und baut meist eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson auf. Gegenüber Fremden ist er in der Regel zurückhaltend, ohne unsicher zu wirken. Er schätzt es, wenn man ihm Zeit gibt, Kontakt selbst aufzunehmen. Grober Umgang passt nicht zu dieser Rasse, denn darauf reagiert sie eher mit Rückzug als mit Gegenwehr.
Haltung: für wen der Gordon Setter geeignet ist
Ein Gordon Setter kann ein guter Familienhund sein, wenn seine Bedürfnisse ernst genommen werden. Er ist menschenbezogen, verspielt und kommt meist gut mit Kindern zurecht, sofern diese einen respektvollen Umgang mit Hunden kennen. Zwingerhaltung ist für diese Rasse nicht geeignet. Der Gordon Setter möchte in die Familie eingebunden sein und eng mit seinen Menschen zusammenleben.
Mit anderen Hunden und auch mit Katzen im eigenen Haushalt kann er bei guter Sozialisierung harmonisch zusammenleben. Trotzdem bleibt er ein Jagd- und Vorstehhund. Bei Wildtieren, frei laufenden Katzen oder Geflügel im Freien kann der Jagdtrieb jederzeit einsetzen. Das sollte bei Spaziergängen und im Freilauf immer berücksichtigt werden.
Auch beim Alleinbleiben ist die Rasse anspruchsvoll. Der Gordon Setter braucht eine enge Bezugsperson und das Gefühl, dazuzugehören. Längere Zeiten allein zu Hause fallen vielen Hunden dieser Rasse schwer, besonders dann, wenn sie körperlich und geistig nicht ausgelastet sind. Kurze Phasen des Alleinseins lassen sich mit Training aufbauen, für einen langen Büroalltag ohne Ausgleich eignet sich der Gordon Setter jedoch nicht.
Ob Stadtwohnung oder Haus auf dem Land ist weniger entscheidend als die Lebensweise der Halterinnen und Halter. Wichtig ist, dass du bereit bist, täglich und bei jedem Wetter viel Zeit draußen zu verbringen und den Hund rassegerecht zu beschäftigen. In einer dicht bebauten Innenstadt ohne nahe Natur und mit wenig Freilaufmöglichkeiten fühlt sich die Rasse meist nicht wohl.
Erziehung: klare Führung ohne Härte
Die Erziehung eines Gordon Setter verlangt Erfahrung, Geduld und Konsequenz. Er ist klug und lernwillig, braucht aber eine ruhige, souveräne Führung. Härte, ständige Lautstärke oder Strafen schaden dem Vertrauen. Ebenso ungünstig ist eine inkonsequente Führung, denn dann übernimmt der Hund schnell selbst die Entscheidung, besonders bei Wildgeruch.
Entscheidend ist vor allem der Umgang mit dem Jagdtrieb. Der Gordon Setter verliert seine jagdlichen Anlagen nicht, auch wenn er nicht jagdlich geführt wird. Deshalb sollte das Training früh beginnen. Rückruf, Impulskontrolle und verlässlicher Grundgehorsam sind für diese Rasse besonders wichtig. Unterstützung durch eine Hundeschule mit Erfahrung mit Jagdhunden kann sehr sinnvoll sein.
Wichtige Bausteine in der Erziehung sind:
- frühe Sozialisierung mit Menschen, Tieren und Umweltreizen
- konsequenter Aufbau von Rückruf, Leinenführigkeit und Bleib-Signalen
- Anti-Jagd-Training oder jagdliche Gehorsamsarbeit
- viele Wiederholungen unter Ablenkung, etwa bei Wildgeruch oder anderen Hunden
Ein besonderes jagdliches Verhalten des Gordon Setter ist das Sekundieren. Arbeitet er gemeinsam mit einem anderen Setter, nimmt er automatisch eine Vorstehhaltung ein, wenn der Partnerhund Wild gefunden hat, auch ohne selbst Witterung aufgenommen zu haben. Das zeigt, wie stark sein Verhalten auf die Zusammenarbeit im Jagdkontext ausgerichtet ist.
Bewegung und Beschäftigung: viel Auslauf und sinnvolle Aufgaben
Der Gordon Setter braucht sehr viel Bewegung. Er wurde für weite, suchende Arbeitsgänge im Feld gezüchtet, und dieser Hintergrund prägt ihn bis heute. Mehrere Stunden Aktivität pro Tag sind eher die Regel als die Ausnahme. Dabei reicht reine Bewegung allein nicht aus. Der Hund braucht auch Aufgaben, die seine Nase und seinen Kopf fordern.
Geeignete Beschäftigungen sind zum Beispiel lange Spaziergänge, Wanderungen, Joggen oder Radfahren mit entsprechendem Trainingsaufbau und nur mit ausgewachsenen Hunden. Auch Dummyarbeit, Apportieraufgaben, Fährtenarbeit, Mantrailing, Agility, Obedience oder Begleithundearbeit können zu ihm passen.
Wichtig ist die Mischung aus Ausdauer und geistiger Auslastung. Reine Kilometer ohne Aufgabe genügen dem Gordon Setter meist nicht. Umgekehrt reicht auch bloße Kopfarbeit ohne freie Bewegung nicht aus. Ideal ist ein Alltag, in dem der Hund regelmäßig laufen, schnüffeln und arbeiten kann, dabei aber zuverlässig führbar bleibt.
Gerade wegen seines ausgeprägten Jagdtriebs gehört der Gordon Setter in erfahrene Hände. Freilauf in wildreichen Gebieten setzt ein sehr gut aufgebautes Training voraus. Andernfalls entscheidet im Zweifel die Nase des Hundes.
Ist der Gordon Setter ein Anfängerhund?
Der Gordon Setter ist kein Anfängerhund. Seine starke Jagdpassion, sein hoher Bewegungsbedarf, seine Eigenständigkeit im Gelände und sein Anspruch an eine konsequente, feinfühlige Führung setzen Erfahrung und Lernbereitschaft voraus. Er braucht eine Bezugsperson, die ruhig und klar führt, Training ernst nimmt und Freude an jagdnaher oder jagdersetzender Beschäftigung hat.
Für erfahrene Hundemenschen, idealerweise mit Jagdhintergrund oder fundierter Erfahrung mit Jagdhunden, kann der Gordon Setter ein vielseitiger, treuer und anspruchsvoller Begleiter sein. Wer dagegen einen unkomplizierten Hund für einen eher ruhigen Alltag sucht, wird mit dieser Rasse meist nicht glücklich.
Pflege: Fell und Körper regelmäßig kontrollieren
Das Fell des Gordon Setter ist pflegeintensiver, als es auf den ersten Blick wirken mag. Vor allem die längeren Partien können verfilzen und beim Spaziergang Blätter, Zweige oder Kletten aufnehmen. Regelmäßige Fellpflege gehört daher fest zum Alltag mit dieser Rasse.
Worauf du bei der Pflege achten solltest:
- Fell regelmäßig gründlich bürsten und nach Spaziergängen auf Fremdkörper kontrollieren
- empfindliche Stellen hinter den Ohren, in den Achseln und an den Hinterbeinen besonders im Blick behalten
- Krallen kontrollieren und bei Bedarf kürzen
- Ohren regelmäßig überprüfen und Zähne pflegen
Baden braucht der Gordon Setter nur selten. Angetrockneter Schmutz lässt sich meist ausbürsten. Zu häufiges Waschen kann die Haut reizen, deshalb sollte bei Bedarf ein mildes Hundeshampoo verwendet werden.
Gesundheit und Lebenserwartung des Gordon Setter
Grundsätzlich gilt der Gordon Setter als robust gezüchteter Jagdhund. Dennoch gibt es einige gesundheitliche Probleme, die bei der Rasse vorkommen können. Dazu gehören vor allem Hüftdysplasie, bestimmte Nervenkrankheiten wie Ataxie sowie Augenerkrankungen, darunter Progressive Retinaatrophie und Lidfehlstellungen.
Verantwortungsvolle Züchterinnen und Züchter lassen ihre Zuchttiere auf Hüfte und Augen untersuchen und schließen auffällige Tiere von der Zucht aus. Wenn du einen Welpen kaufen möchtest, solltest du dir entsprechende Untersuchungsergebnisse zeigen lassen.
Die Lebenserwartung des Gordon Setter liegt im Durchschnitt bei etwa 12 bis 14 Jahren. Wie alt ein Hund tatsächlich wird, hängt unter anderem von Genetik, Fütterung, Bewegung, Gewicht, Gesundheitsvorsorge und Haltung ab. Ein Hund, der passend ausgelastet wird und weder über- noch unterfordert ist, hat gute Voraussetzungen für ein stabiles Leben.
Ernährung: bedarfsgerecht für einen aktiven Hund
Der Gordon Setter braucht eine ausgewogene Ernährung, die zu seinem Aktivitätsniveau passt. Entscheidend ist ein hochwertiges Futter, das den Energiebedarf deckt und überwiegend tierische Proteine liefert. Ob Nass- oder Trockenfutter, mit höherem oder niedrigerem Fleischanteil, ist weniger wichtig als eine bedarfsgerechte Zusammensetzung und gute Qualität.
Auch die Aktivität spielt eine große Rolle. Ein jagdlich geführter oder sportlich stark geforderter Gordon Setter hat einen anderen Energiebedarf als ein gemäßigt aktiver Hund. Fütterungsempfehlungen der Herstellerinnen und Hersteller sind daher nur eine Orientierung. Sinnvoll ist es, Gewicht und Körperform im Blick zu behalten und die Futtermenge entsprechend anzupassen.
Nach dem Fressen sollte der Hund ruhen, damit er in Ruhe verdauen kann. Auch alternative Fütterungsformen sind möglich, wenn sie gut geplant sind. Maßgeblich bleibt, dass der Hund das Futter gut verträgt und bedarfsgerecht versorgt wird.
Anschaffung: Zucht, Welpenpreis und Tierschutz
Der Gordon Setter ist in vielen Regionen keine häufige Rasse. Wer einen Welpen sucht, braucht deshalb oft Geduld und Flexibilität. Eine gute Anlaufstelle sind anerkannte Zuchtvereine wie der Gordon Setter Club, die seriöse Züchterinnen und Züchter vermitteln können.
Ein Gordon-Setter-Welpe kostet in der Regel etwa zwischen 1.000 und 1.500 Euro oder darüber, abhängig von Region, Zuchtlinie und jagdlicher Leistungszucht. Hunde aus besonders erfolgreichen Arbeits- oder Showlinien können teurer sein.
Auch im Tierschutz oder über den Gordon Setter Club werden gelegentlich erwachsene Hunde vermittelt. Ein ausgewachsener Hund bringt bereits einen gefestigten Charakter und eine Vorgeschichte mit. Das kann den Einstieg erleichtern, je nachdem, wie gut Hund und neue Halterinnen oder Halter zusammenpassen.
Vor der Anschaffung solltest du dir einige Fragen ehrlich beantworten:
- Hast du täglich mehrere Stunden Zeit für Bewegung, Training und Sozialkontakt?
- Bist du bereit, einen Hund mit starkem Jagdtrieb sicher zu führen und bei Bedarf professionelles Training zu nutzen?
- Sind die laufenden Kosten für Futter, Tierarzt, Versicherung, Steuer, Hundeschule und Ausstattung langfristig tragbar?
- Kannst du den Hund in Urlaub und Freizeit integrieren oder zuverlässig betreuen lassen?
Fazit: Gordon Setter – sensibler, jagdlich geprägter Hund für erfahrene Menschen
Der Gordon Setter ist ein eleganter, kraftvoller und arbeitsfreudiger Vorstehhund mit enger Bindung an seine Menschen. Er braucht viel Bewegung, sinnvolle Aufgaben und eine konsequente, ruhige Erziehung. In einem aktiven und hundeerfahrenen Zuhause kann er sich zu einem anhänglichen und ausgeglichenen Familienhund entwickeln. Für Menschen, die einen leichtführigen Alltagsbegleiter mit wenig Auslastungsbedarf suchen, ist diese Rasse in der Regel nicht die passende Wahl.
,regionOfInterest=(1403,787)&hash=b64353fac0cd8d4e50ee501b342a0ef778edcc46eb4d03d4938e67d43c964290)